Unter uns das Meer

Erschienen: September 2020

Bibliographische Angaben

- OT: Sea Wife

- aus dem Englischen von André Mumot

- HC, 384 Seiten

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Die Havarie einer Ehe, ein Segeltörn in der Karibik. Mit großem erzählerischem Geschick entfaltet Amity Gaige ein nautisches und menschliches Drama.

Juliet arbeitet an ihrer Dissertation und lebt mit den beiden Kindern und ihrem Mann Michael ein Vorstadtleben. Michael gelingt es, sie für seinen großen Traum zu begeistern: ein Jahr auf hoher See auf einer Segelyacht zu verbringen. Atemlos steuern wir mit der vierköpfigen Familie in der Karibik dem dramatischen Finale entgegen.

Unter uns das Meer

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Letzte Kommentare:
27.12.2020 20:35:33
bedard

Gescheiterter Rettungsversuch einer Ehe
Das Ehepaar Partlow lebt mit den noch recht kleinen Kindern in einer amerikanischen Vorstadt. Während Michael beruflich erfolgreich, aber unzufrieden ist, leidet Juliet unter Depressionen und hat ihre Dissertation immer wieder verschoben. Nicht nur deshalb kriselt es in der Ehe. Als Michael eine gemeinsame einjährige Weltreise auf einem Segelboot vorschlägt, um sich wieder anzunähern, reagiert Juliet zunächst mit Ablehnung. Michaels Segelerfahrungen sind eher rudimentär, Juliet hat überhaupt keinen Bezug zum Segeln. Trotzdem kaufen die beiden ein Boot und lassen sich auf das gewagte Abenteuer ein.

Bereits zu Beginn ist der unglückliche Ausgang dieser Reise bekannt, doch man weiß nicht genau, was eigentlich passiert ist. Die Autorin erzählt abwechselnd aus Juliets und Michaels Blickwinkel. Dabei lässt sie Michael in Form von Logbucheinträgen während der Reise zu Wort kommen. Er nutzt dieses Buch auch als eine Art Tagebuch, in dem er sich sowohl über aktuelle Erlebnisse, Gefühle und Gedanken als auch über die Vergangenheit und Gegenwart mit Juliet auslässt. Juliets Sichtweise wird anfangs nach Ende der Reise in Rückblenden beschrieben. Ergänzt und vertieft wird das Bild durch den Blickwinkel der siebenjährigen Tochter, die die Reise und die neue Verfügbarkeit des Vaters genießt. Der Sohn ist noch zu klein, um als aktiv beschreibende Person das Bild abzurunden.

Diese Art des Erzählens war durchaus faszinierend, wenn auch nicht immer ganz einfach zu lesen. Im Laufe des Romans entstand wie bei einem Puzzle ein vollständiges Bild, das zumindest bei mir nicht unbedingt meinen Erwartungen entsprach. Auch die Charakterzeichnungen waren gelungen. Aus anfänglich eher groben Umrissen entstanden gegen Ende sehr detaillierte und glaubwürdige Persönlichkeiten. Dabei haben sich meine Sympathien nach und nach verschoben. Je mehr ich über Michael und Juliet erfahren habe, desto weniger konnte ich bestimmte Handlungsweisen und Überzeugungen nachvollziehen oder teilen.

Das Ende lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Einerseits hat die Autorin durch ihre Erzählweise eine Spannung aufgebaut, die es stellenweise auch mit einem Thriller aufnehmen könnte. Andererseits wird dann soviel in die Geschichte gepackt, dass es einfach zu viel des Guten ist. Hinzu kommt, dass mir als Nicht-Seglerin einige Stellen dann doch zu langatmig waren. Dafür kann die Autorin aber nichts.

Insgesamt kann ich das gut geschriebene Buch deshalb mit leichten Einschränkungen empfehlen.

02.12.2020 17:05:00
leseratte1310

Die Ehe von Juliet und Michael dümpelt vor sich hin und ist eigentlich nicht mehr zu retten. Juliet fühlt sich von und dem Alltag überfordert und leidet immer wieder unter Phasen von Depression. Michael ist in seinem Job unzufrieden und will ein selbstbestimmtes Leben ohne Reglementierung durch die Obrigkeiten haben. Als er eine Yacht sieht, will er sich seinen großen Traum erfüllen und mit der Familie auf große Fahrt gehen. Juliet lässt sich überreden und dann sind sie unterwegs. Wie wird eine Familie mit zwei noch recht jungen Kindern eine solche Reise bewältigen? Werden sich die Ehepartner wieder näherkommen, wenn sie beständig zusammen sind? Und wie werden sie die Schwierigkeiten meistern, die auf sie zukommen?
Amity Gaige erzählt die Geschichte aus der Sicht von Juliet, die sich auf dieser Reise ihren Ängsten stellen muss. Zwischendurch gibt es immer wieder Logbucheinträge von Micheal. Er benutzt das Logbuch als eine Art Tagebuch. Die Tochter Sybil kommt hin und wieder auch zu Wort. Durch diese Erzählweise konnte ich viel über die Gedanken der Protagonisten erfahren.
Der Erzählstil der Autorin ist sehr packend und dabei doch auch einfühlsam.
Michael und Juliet könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie haben sich längst verloren. Nun soll also dieser Segeltrip der Erfüllung von Träumen und der Rettung einer Ehe dienen. Das muss doch schiefgehen. Michael hat sein Ding durchgezogen, ohne Rücksicht auf Juliet zu nehmen. Juliet hat das Trauma ihrer Kindheit noch nicht verwunden. So wie Wind und Wellen das Boot durchschaukeln, so wird Juliets Leben durchgerüttelt. Für die Kinder ist es ein großes Abenteuer, so dass sie eine besondere Entwicklung durchmachen. Aber auch die Erwachsenen müssen sich mit sich selbst und ihren Erwartungen und Wünschen auseinandersetzen. Dabei entfernen sie sich noch weiter voneinander weg.
Es ist ein sehr tiefgründiger Roman mit einem überraschenden Ende, der einen so schnell nicht loslässt.

10.10.2020 20:45:27
Ein Leser

Segelnd unterwegs

Eine Familie unterwegs auf dem Meer: die Partlows auf großer Überfahrt. Der BWLer, die Lyrikerin, die beiden kleinen Kinder. Die Ehe der Partlows ist nicht harmonisch, es wird oft gestritten, man ist sich oft uneins über den weiteren Kurs, sowohl an Bord der Yacht, als auch im gemeinsamen Leben.
Der Roman ist zusammengesetzt aus seinen Tagebuchaufzeichnungen, ihren Gedanken und (in geringerem Maße) den Gebeten der Tochter. Die Komposition, diese beiden Gedankenwelten miteinander zu verbinden, und gegenüber zu stellen, ist sehr gelungen und erlaubt es, ein vielschichtiges Bild der Reise der Yacht „Juliet“ zu bekommen. Die Charakterentwicklung, der Verlauf der Handlung und das Ende des Buches waren sehr stimmig, aber nicht vorhersehbar. Sprachlich weckt die Erzählung direkt Bilder von der See; sehr plastisch, sehr wortgewandt, lyrisch, aber nicht störend.
Die Karten, welche die Reise des Boots nachzeichnen, ergänzen den Roman sehr schön. Mir gefiel auch besonders gut der „Anhang“, in dem noch einmal ganz verschiedene Textarten aufeinander treffen und die Handlung fortführen oder untermalen.
Fazit: Ein wunderbarer Roman, welcher die Sehnsucht nach Freiheit, nach dem Meer und dem Segeln auf ganz fantastische Weise einfängt. Eines der besten Bücher, welches ich in diesem Jahr gelesen habe.

03.10.2020 18:11:55
Leseclau

„Unter uns das Meer“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Aus den unterschiedlichen Perspektiven der Eheleute Juliet und Michael, gegen Ende auch der Tochter, wird das auf und ab einer Familie erzählt. Um die Ehe von Juliet und Michael steht es nicht zum Besten, was nicht zuletzt an den Depressionen liegt, denen Juliet aufgrund von Kindheitserfahrungen ausgesetzt ist. Dennoch beschließen sie, gemeinsam Michaels Traum zu verwirklichen und ein Jahr gemeinsam um die Welt zu segeln.
Auf dieser Reise lernen sie sich selbst und gegenseitig besser kennen und doch steuern sie auf eine große Katastrophe zu. Juliet erfährt aus dem Log- und gleichzeitig Tagebuch ihres Mannes erstmals von seinen wahren Gedanken, von seiner Liebe und seiner Verzweiflung.
An die unterschiedlichen Perspektiven, die grafisch jeweils anders gestaltet sind, musste ich mich erst gewöhnen. Fast übergangslos werden Zeiten und Erzähler gewechselt. Jedes Kapitel hat scheinbar ein Überthema. Dennoch war ich von Anfang an mitten in der Geschichte. Teilweise ist es einfach ein Buch über eine Segelreise voller Abenteuer und Ruhetage. Teilweise ist es aber auch das Psychogramm einer gestörten Kindheit oder die Analyse einer komplexen Familiensituation. Es ist auch ein Buch über Trauer und Wut. Das alles wirkt fast gleichzeitig auf mich als Leser und so bin ich völlig gefangen von der Frage, wie die einzelnen Familienmitglieder am Ende der Geschichte da stehen.
Ein wirklich faszinierendes, absolut lesenswertes Buch!

01.10.2020 21:03:42
Pelikan

Überzeugt

Dieses Buch hat mich zweimal überzeugt – erst mit dem wunderschönen Cover, dann mit der außergewöhnlichen Geschichte. Ich bin nicht unbedingt stolz darauf, aber ein hässliches Buchcover kann meine Meinung genauso schnell zu Ungunsten eines Buches ausschlagen lassen, wie ein schönes Cover in mir Besitzverlangen weckt. Bei „Unter uns der Meer“ hatte ich dabei Glück, dass es nicht nur schöner Schein war, sondern auch die inneren Werte mich überzeugen konnten.
Die Geschichte handelt von einem Ehepaar, das mit seinen beiden kleinen Kindern einen Segeltörn in der Karibik macht. Es war Michaels Lebenstraum, während Juliet, geplagt von Depressionen, nur widerwillig in das Abenteuer einwilligt. Wie nicht anders zu erwarten zerplatzt sein Traum, während sich ihr Pessimismus bewahrheitet. Doch wie, das ist die spannende Frage, die von Beginn an im Raum steht. Die Autorin lässt abwechselnd Juliet und Michael erzählen. Juliet blickt dabei zurück auf die Ereignisse, die schuld daran sind, dass sie sich jetzt im Kleiderschrank verkriecht und durch die Zeitung zur traurigen Berühmtheit wurde. Michaels Sicht wird dagegen über das Logbuch geschildert, das er während des Segeltörns schreibt.
Dieser Erzählstil macht das Buch ungewöhnlich und sorgt für den Spannungsaufbau. Man fragt sich nicht nur, was denn nun passiert ist, es fallen auch kleine Diskrepanzen in den beiden Berichten auf, Andeutungen und Konflikte, die unter der Oberfläche brodeln. Um den Ganzen noch die Krone aufzusetzen, beweist das Buch zwischendurch auch immer wieder ein Spur Humor – und wenn es nur ein Satz ist, der mit einem Augenzwinkern formuliert wurde. Überhaupt musste ich mir bei diesem Buch sehr viele tolle Sätze herausschreiben, um sie nicht zu vergessen. Man merkt schon – ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr raus – das Buch hat mich hundertprozentig überzeugt.

18.09.2020 15:22:43
Igela

Juliet ist nicht begeistert, als ihr Mann Michael ein Jahr Auszeit nehmen will. Er möchte mit ihr und den Kindern ein Segeltörn in der Karibik zu machen. Die Kinder Sybil und George sind erst 7 und 2.5 Jahre alt und da will Michael ein Jahr auf einer Yacht verbringen? Unvorstellbar für Juliet.
Zudem leidet Juliet an einer Depression und in der Ehe der beiden kriselt es gewaltig.
Juliet lässt sich überzeugen und das Abenteuer kann beginnen!

Der Einstieg in diese Geschichte fiel mir erstaunlicherweise schwer. Ich empfand es, als eine grosse Herausforderung, mich einzufinden. Denn die Perspektivwechsel, sowie die Zeitebenen wechseln oft abschnittweise. Wenn ich dachte, nun endlich flüssig lesen zu können, wurde ich vom Leben auf dem Meer zurück in die Vergangenheit vor dem grossen Abenteuer befördert. Diese Übergänge geschehen oft sehr abrupt. Wenigstens sind die Perspektiven von Juliet und von Michael in zwei verschiedenen Schriftstärken gedruckt. Michaels Sicht, die als Logbucheinträge einem Tagebuch ähneln sind, wurden auch vom Schreibstil her differenziert. Seine Sicht ist abgehackter und kürzer als die Sicht von Juliet, die melodischer ist und längere Sätze enthält.
Nach etwa 100 Seiten hatte ich den Bogen raus und die Geschichte fing an Spass zu machen.
Ich muss gestehen, dass Schiffe, das Meer und die Gezeiten nicht mein Ding sind. Da hier in dieser Story rund um die Familie, die ein Jahr lang eine Yacht ihr Zuhause nennt, nautische Details dezent eingeflochten sind, spielte das überhaupt keine Rolle. Der Fokus liegt mehr auf dem Zusammenleben und den Bekanntschaften, die sich unterwegs ergeben. Je länger die Familie auf dem Schiff ist, je mehr kristallisiert sich heraus, dass es in der Ehe von Juliet und Michael kriselt.
Sehr gespannt war ich, ob die Nähe sie wieder zueinander finden lässt oder genau das Gegenteil, der endgültige Bruch geschieht. Sehr eindrücklich ist beschrieben, wie Michael seine Kinder richtig kennenlernt. Und wie Sybil und George ihren Vater von einer völlig neuen Seite erleben.
Hervorragend und bildlich beschrieben ist ein Sturm, der der Familie alles abverlangt. Da habe ich förmlich den Wind gespürt, die Regentropfen gehört und mit der Familie gezittert.
Einige Passagen von Juliet behandeln das Leben der Familie vor der Entscheidung auf die Reise zu gehen. Juliet leidet unter einer Depression, verbringt ganze Tage im Kleiderschrank und fühlt sich unzulänglich als Mutter und Ehefrau. Gefallen hat mir, dass auch die Sicht von Michael auf die Krankheit seiner Frau beschrieben wird.
100 Seiten vor Schluss wird die Story richtig dramatisch. Denn eine überraschende Wendung facht die Spannung an. Von da an erfährt man, wie sich das Leben der Familie nach der Rückkehr gestaltet.
Mir hat das Buch richtig gut gefallen, auch wenn der Schreibstil nicht der einfachste ist. Oft sind Gedanken und Handlungen durcheinander geworfen und man muss gedanklich die Sätze sortieren.

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