Über den grünen Klee geküsst

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • München: Goldmann, 2011, Seiten: 285, Originalsprache

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Britta Höhne
Irische Schmonzette in Umgangsprache

Buch-Rezension von Britta Höhne Aug 2011

Aber genau das ist es doch! Wer Jana Seidels Roman "Über den grünen Klee geküsst" liest, möchte am Ende nichts anderes, als sich verlieben. So, wie Louisa Wolff: Ein bisschen irre, ein bisschen verwirrt, ein paar Umwege nehmend, sehr natürlich, gedankenverloren – und das alles in den wilden Fängen Irlands. Ja, der Roman hat was. Selbst wenn er nicht gerade in schriftstellerischen Höhen schwelgt. Aber, er hat was. Weil er Nähe vermittelt, Herzen öffnet und darüber berichtet, was jeder gerne hätte. Unverblümt. Sofort. Direkt: Liebe. Herzliche Liebe.

Louisa Wolff ist eine junge, moderne Frau, die augenscheinlich genau weiß, was sie will. Bis zu dem Augenblick zumindest, als ihr Freund Martin sie verlässt. Wegen einer älteren Sekretärin. Und dicker als Louisa ist sie auch. Frustriert, enttäuscht und traurig zieht sich die Hamburger Journalistin auf das irische Cottage ihres Vaters zurück, um geheimen Mordwünschen und Verdammungen anzuhängen.

Doch dann kommt alles anders. Natürlich.

Louisas anfänglich ruhige Abende mit ihrem Vater werden zu wundervollen Ausflügen in eine andere Welt: In die der Herrschaften, der Adligen, die zudem ein Schloss bewohnen, welches es zu bewahren gilt. Louisa aktiviert ihre Hamburger Freunde, die - kurz überlegt - nach Irland reisen, um der Herrschaft zu helfen, aus ihrer finanziell mieseren Lage auszubrechen.

Die Ideen zum Erhalt des Schlosses sind im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch. Sie erfinden Geister, die es nicht gibt. Einen Geisterbeschwörer, der wiederum selbst eher auf fleischliche denn auf virtuelle Gelüste steht, und schmeißen Schokoriegel in heißes Fett. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, wie sollte es auch anders sein - und am Ende wird alles gut. 

Was noch sollte geschrieben werden über Jana Seidels Roman? Er weckt auf, sorgt für Fantasie, rüttelt vielleicht wach und sagt: "Gebt Euch nicht mit dem zufrieden, was ihr habt." Es gibt mehr, viel mehr. Und noch mehr zu erleben.

Tanja etwa, eine der besten Freundinnen Louisas, trennt sich von ihrem Freund, der zu normal scheint, zu langweilig, was immer das heißt. Tanja gibt den Weg vor, fürs Besondere, fürs Skurrile, fürs Aberwitzige, selbst wenn ihr Weg letztendlich nur in einer Trennung endet. Oder Toni, Antonia eigentlich, scheint Männer nicht leiden zu können und ist doch der perfekte Gegenpart zum Schlossherrn Sir Henry. Im Beschreiben der Charaktere ist Jana Seidel perfekt – und akribisch genau. Unstimmigkeiten lässt sie diesbezüglich nicht zu.

Sicher sind es die einzelnen Charaktere in Jana Seiedels Roman, die begeistern. Auch weil jeder denkt: "So einen Typen kenne ich." Sie sind authentisch in all ihrer Kauzigkeit. Liebenswert auch und zuweilen unausstehlich. Der Plot ist es, der zudem gefällt, weil er in sich geschlossen ist, Rätsel aufklärt, wie das, um den Autoren der mysteriösen Liebesgedichte und vor allem das um Colin. Der Mann, der Louisas Herz erwärmt.

Ein bisschen wirkt der Roman wie ein klassischer ZDF-Sonntagsfilm: Ein Schloss, ein Hund, ein Mann, eine Frau und am Ende die große Hochzeit. Wenn nur eines nicht wäre: Die unsägliche Umgangssprache. Entweder Mainstream, oder irische Schmonzette. Beides zusammen wirkt doch ein wenig unglaubwürdig. Und das ist schade. Ist die Geschichte an sich doch einfach schön – und Jana Seidel beweist an vielen Stellen, dass sie der deutschen Sprache in all ihrer Schönheit mächtig ist. Besonders dann, wenn sie ihre Liste menschlicher Eigenarten und Charakterzüge zu verlängern und auszuschmücken weiß. 

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