Das Haus in der Claremont Street

Erschienen: September 2020

Bibliographische Angaben

- OT: Claremont

- aus dem Englischen von Dorothee Merkel

- HC, 368 Seiten

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
0 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
1 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
1 x 1-10
B:25.5
V:2
W:{"1":1,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":1,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}

»Das Haus in der Claremont Street« ist das viel gelobte Debüt der Deutsch-Kanadierin Wiebke von Carolsfeld, die vor 30 Jahren ihre Laufbahn als Verlagskauffrau bei Kiepenheuer & Witsch begann und dann von Köln nach Kanada auswanderte und dort Filmemacherin wurde. Wie überlebt man das Undenkbare? Tom weigert sich zu sprechen, nachdem seine Eltern auf brutale Weise sterben. Seine unfreiwillig kinderlose Tante Sonya nimmt ihn auf, kommt aber nicht an den traumatisierten Jungen heran. Bald ist Tom gezwungen, erneut umzuziehen, diesmal in die Claremont Street in der Innenstadt von Toronto, in der ihm seine liebenswert-chaotische Tante Rose und sein Weltenbummler-Onkel Will ein Zuhause geben. Mit der Zeit wird Toms Schweigen zu einer mächtigen Präsenz, die es dieser zerrütteten Familie ermöglicht, einander zum ersten Mal wirklich zu hören. Ein Roman darüber, wie mit viel Humor und Liebe selbst aus den schlimmst möglichen Umständen etwas Positives erwachsen kann.

Deine Meinung zu »Das Haus in der Claremont Street«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
17.10.2020 15:14:03
TochterAlice

In diesem Falle ein unruhiger, zudem einer von bedingter Länge. Zumindest für Toms Eltern, seine Mutter Mona und seinen Vater Russell, der zunächst zu Monas Mörder wird, bevor er sich selbst umbringt. Übrig bleibt der neunjährige Tom - und Monas Geschwister - die gut organisierte Sonja mit dem unerfüllten Kinderwunsch, die chaotische Rose und Will, eine Art moderner Peter Pan, der nie erwachsen werden will - oder es aus Versehen einfach nicht geworden ist.

Eigentlich werden die drei - wie ich finde, unverdientermaßen - zu den Hauptdarstellern - sie übernehmen die Verantwortung für Tom und es geht vor allem um die Gemengelage unter ihnen, um ihre Familiengeschichte, zu der ja bis vor kurzem auch Mona gehörte. Und natürlich Tom, aber der wird irgendwie zur Nebensache, obwohl es ja eigentlich um ihn geht.

Oder zumindest gehen sollte - denn so traurig es ist, auch in der Realität wird in solchen Situationen ja das Kind, um welches es geht, zur Nebensache. Wobei das hier aber nicht oder nur am äußersten Rande problematisiert wird.

Zudem hat die erzählte Geschichte in meiner Wahrnehmung kein Charisma, das eigentlich Bedeutsame - so empfinde ich - wird zum Randgeschehen degradiert und außerdem fehlt ihr der Pfiff. Irgendwie nicht meins. Nein, ganz und gar nicht!

15.10.2020 11:29:08
SteffiM

Der Vater des kleinen Tom ermordet dessen Mutter und bringt sich anschließend selbst um. Das traumatisierte Kind wird daraufhin in die Obhut seiner Tante Sonya gegeben, diese ist jedoch mit der Situation überfordert. Tom zieht sich in seine eigene Welt zurück, spricht nicht und will sich selbst verletzen. Schließlich reicht sie Tom weiter an ihre Schwester Rose, die in einem chaotischen Haushalt mit ihrem Teenager-Sohn und ihrem Bruder Will wohnt. Anders als bei der strukturierten Sonya läuft hier der Haushalt sehr chaotisch ab, jedoch erhält hier Tom genau die Liebe und Zuwendung, die er braucht.

Zunächst war ich skeptisch da die Charaktere auf den ersten Blick doch sehr skurril und überzeichnet wirken, es dauerte jedoch nicht lange bis ich vollkommen gefesselt von dem Roman war. Die Autorin schildert das Schicksal des kleinen Tom so eindrucksvoll und lebendig, das man das Gefühl hat, diese Lebensgeschichte aus nächster Nähe mitzuerleben. Selten hat mich ein Buch in der letzten Zeit so gefesselt und mitgenommen wie "Das Haus in der Claremont Street"

25.09.2020 13:30:40
mrs rabes bookaccount

Tom ist acht Jahre alt, als sein Vater Russell Mona, Toms Mutter, erschlägt und sich danach selbst tötet. Seither hat Tom kein Wort mehr gesprochen. Das traumatisierte Kind kommt zunächst zu seiner kinderlosen Tante Sonya, die aber bald mit dessen Betreuung überfordert ist. So zieht Tom zu Tante Rose und Onkel Will in die Claremont Street, wo er endlich ein Zuhause finden soll. Nur sehr langsam findet sich Tom in seiner neuen Normalität zurecht.
„Das Haus in der Claremont Street“ ist der Debütroman von Wiebke von Carolsfeld. Ihr beruflicher Werdegang führte die Autorin über die Verlagswelt in Deutschland nach Kanada, wo sie als Filmemacherin tätig ist.
Es ist grundsätzlich ein berührendes Setting, um das es in diesem Buch geht. Der Prolog ist eindringlich, geht unter die Haut. Ein kleiner Junge verliert „auf einen Schlag“ alles, Mutter, Vater, das Zuhause. Tom zieht sich in seiner Trauer in Schweigen zurück, fühlt sich am Tod der Mutter mitschuldig, weil er ihr nicht helfen könnte. Monas Tod ist aber für die gesamte Familie eine ungeheure Zerreißprobe. Denn genaugenommen schwelen schon immer in dieser Familie unausgesprochene Konflikte.
Da ist Sonya, die Perfektionistin in ihrer kleinen sauberen, organisierten Welt. Doch sie leidet an ihrem unerfüllten Kinderwunsch, will Tom zu ihrem „Projekt“ machen an dem sie scheitert.
„Nicht einmal in ihren schlimmsten Albträumen hätte sie sich ausgemalt, dass sie einmal hier enden würde, in dieser Speisekammer, mit diesem Jungen, der kein einziges Wort sprach und nicht weinte, ja der sich nicht einmal berühren lassen wollte. Ein Junge, für den sie von jetzt an verantwortlich war. Ein eigenes Kind, von jetzt auf gleich.“
Rose hingegen kämpft an allen Fronten einer Alleinerzieherin: Geldmangel, Zeitmangel, der Sohn ein Pubertist, das Haus eine Bruchbude. Und zu allem Überfluss muss sie auch nicht mit Will, ihrem Bruder, klarkommen, der sich vor jeder Verantwortung drückt, wo er nur kann.
Das ganze Familiengefüge droht auseinanderzubrechen:
„Was uns nicht umbringt, macht uns stark. Das kann man doch nicht in Gegenwart eines Kindes sagen, das so traumatisiert ist wie Tom!....Und es stimmt nicht einmal. Tom ist nicht stärker, weil er überlebt hat. Keiner von uns ist stärker geworden. Und Mona ist tot. Manchmal bringt einen so eine Scheiße einfach um. Und Tatsache ist, dass keiner von uns irgendetwas unternommen hat, um das zu verhindern.“

Doch anstatt Tom in den Mittelpunkt der Erzählung zu rücken, und damit eine tiefere Beziehung zu dem kleinen Protagonisten aufzubauen, ergeht sich die Geschichte am täglichen Kleinkrieg zwischen den Erwachsenen. Mit derselben Energie, die Rose auf ihre verstopfte Küchenspüle aufwendet, widmet sich die Autorin Nebenschauplätzen der Befindlichkeiten der Geschwister.
„…, dass einem Familie nicht immer Sicherheit bietet…Das sollten Sie doch wohl wissen.“

Hier meine ich, will die Autorin zu viel an Themen unterbringen und verliert dabei an Relevanz. Was ich schade finde.

01.09.2020 23:52:43
Bakerstreet221B

Sehr bewegend!

Der Roman "Das Haus in der Claremont Street" von Wiebke von Carolsfeld handelt von dem neunjährigen Tom der in einer Nacht beide Eltern verliert & dadurch vor einem scheinbar unbezwingbaren Abgrund steht.
In dem Buch begleiten wir Tom, seine Tante Sonya, seine andere Tante Rose und seinen Onkel Will dabei, wie sie versuchen die Hürden des Lebens zu meistern, Schuldgefühle zu verarbeiten & zu sich selbst zu finden.
Besonders Tom fällt es schwer wieder Freude am Leben zu finden, weshalb er sich abschottet und niemanden an sich heran lässt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es sehr einfühlsam aber auch realistisch die Geschichte von Tom bzw. seiner Familie erzählt. Besonders gut gefallen hat mir, dass es keine Person in dem Buch gibt, die perfekt ist und immer richtig entscheidet, sondern jeder seine Fehler hat, die die Charaktere aber menschlicher und sehr viel realistischer machen.

Dem Buch gebe ich 5 Sterne, weil mir der Schreibstil & die Handlung sehr gut gefallen haben und die Autorin einem eine wichtige Botschaft mit auf den Weg gibt. Nämlich genau hinzuschauen, auch wenn es unangenehm sein könnte & dass man die Macht hat, sich von Menschen zu trennen, die einem nicht gut tun, dass es in gewissen Fällen sogar überlebenswichtig ist dies zu tun.

Film & Kino:
The Crown - Staffel 3

Die Queen in ihrer vordergründig repräsentativen Rolle ist eine zeitgeschichtliche Ikone, sodass der Erfolg der seit 2016 bei Netflix laufenden Serie „The Crown“ nicht verwundert. Die dritte Staffel markiert allerdings einen Umbruch: Die Royal Family ist in den 60er-Jahren angekommen und viele Rollen werden neu besetzt, da auch die Blaublüter nicht vor dem Altern gefeit sind. Titel-Motiv: © Des Willie / Netflix

zur Film-Kritik