Madame Curie und die Kraft zu träumen

Erschienen: August 2020

Bibliographische Angaben

- TB, 464 Seiten

Couch-Wertung:

75
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Monika Wenger
Wegbereiterin und Wissenschaftlerin

Buch-Rezension von Monika Wenger Okt 2020

Marie Curie wächst in Warschau während der russischen Besatzungszeit auf. Schon als Kind muss sie lernen, sich zurückzunehmen, zurückzustehen und dennoch ihren Weg zu gehen. Dieser Weg ist steinig und erfordert viel Ausdauer von ihr im Dienst der Wissenschaft und als Wegbereiterin der Frauen …

Polen und Frankreich

Ihre Jugend verbringt Maria Salomea Sklodowska mit ihren Geschwistern und ihrem Vater in Warschau. Sie hat keine einfache Kindheit: Geprägt durch die Krankheit der Mutter und deren frühen Tod neigt Mania (wie Maria genannt wird) zu Depressionen. Glück und Halt gibt es für sie in der großen Familie und Verwandtschaft.

Weil Frauen in Polen nicht studieren dürfen und die finanziellen Mittel der Familie beschränkt sind, verdient sich Mania nach dem Abitur ihren Lebensunterhalt vorerst als Hauslehrerin. Während dieser Zeit nimmt sie am Unterricht der heimlichen «Fliegenden Universität» teil; die Mitglieder dieser Organisation ermöglichen der hoch talentierten Mania das Studium an der Sorbonne in Paris.

Hier in Paris lernt Mania Pierre Curie kennen. Die beiden ergänzen sich außergewöhnlich gut und sind Wissenschaftler mit Leib und Seele. Sie werden ein Paar und forschen zusammen über Jahre im Bereich der Radioaktivität. Gemeinsam erhalten sie für ihre Entdeckung der Elemente Polonium und Radium den Nobelpreis für Physik. Marie, wie sie sich nun nennt, erhält später auch den Nobelpreis für Chemie. Nach dem Unfalltod ihres Ehemanns übernimmt Marie Curie als erste Frau eine Professur an der Sorbonne und setzt sich zeitlebens für weibliche und ausländische Studierende ein.

«Wir sollten lieber weiterhin mit Ausdauer und Selbstvertrauen an unsere Begabungen glauben. Unser Leben steht doch auf dem Spiel, lass uns also um jeden Preis versuchen, das zu erreichen, wofür uns das Leben begabt hat.»

Susanna Leonard schreibt in diesem Roman über das Leben der zweifachen Nobelpreisträgerin Marie Curie-Sklodowska auf eine einfache, aber dennoch spannende Art und Weise, ohne auf das schwierige Themengebiet der Physik und Chemie allzu wissenschaftlich einzugehen. In drei Zeitspannen, ausgehend vom Jahr 1926, erzählt sie von der genialen Wissenschaftlerin und ihrem Leben. Sie beginnt mit der nicht ganz einfachen und doch behüteten Kindheit und Jugend im russisch besetzten Polen, fährt dann fort mit der Zeit des Studiums an der Sorbonne, wo Mania den vielfältigsten Hindernissen begegnet - gerade weil sie eine Frau und eine der Besten auf ihrem Gebiet ist -, und schließt mit der Zeit mit Pierre Curie und dem Leben als Ehepaar und Wissenschaftler. Bildhaft versteht es die Autorin, von den arbeitsintensiven Forschungen, den Herausforderungen und auch von den vielen Anfeindungen durch Konkurrenten zu erzählen. Berührend sind die Episoden aus dem privaten Leben der Curies; Pierre Curie hat seine Ehefrau stets selbstlos unterstützt.

Eindrücklich schildert die Autorin diese verschiedenen Lebensstationen und den unermüdlichen Kampf von Marie Curie im Dienste der Wissenschaft, für die Rechte der Frauen und deren Anerkennung in der Gesellschaft. Sie beschreibt aber auch die Schattenseiten der Forschung mit radioaktivem Material, deren Auswirkungen und Folgen. Ein biographischer Roman, gut verständlich und flüssig geschrieben, ohne den Leser mit allzu vielen wissenschaftlichen Details zu ermüden.

Fazit

Susanna Leonard hat die Lebensgeschichte von Marie Curie-Sklodowska sehr gut und verständlich beschrieben, wie auch den nicht einfachen Weg von Polen nach Paris und von dort an die Spitze der Wissenschaft. Eine interessante, etwas romantisierte Lektüre über das Leben einer hoch motivierten und unermüdlichen Wissenschaftlerin und Wegbereiterin.

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