Die sardische Hochzeit

Erschienen: August 2020

Bibliographische Angaben

- HC, 384 Seiten

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Monika Wenger
Ereignisse mit nachhaltigen Folgen

Buch-Rezension von Monika Wenger Sep 2020

Leo Lanteri hat sich zu Hause in Sant’Amato in Ligurien mit Faschisten angelegt und muss nun seine Heimat fluchtartig verlassen. Sein Vater nimmt ihn aus der Schusslinie und schickt ihn nach Sardinien, bis sich die Lage beruhigt. Dort soll Leo sich auf die Suche nach der uralten Olivensorte «pecora nera» machen. Doch die Sarden sind ein vorsichtiges Volk und ihr Vertrauen will verdient werden: «Wer vom Meer kommt, der will uns bestehlen… Zu lange waren Fremde übers Meer gekommen. Fremde, die mordeten, plünderten……»

Auch Sardinien ist im Umbruch

Herbst 1922: Leo ist soeben mit der Fähre in Porto Torres auf Sardinien angekommen. Er sucht eine Fahrgelegenheit nach Sassari ins Landesinnere und muss bei dieser Gelegenheit feststellen, dass auch hier die Faschisten bereits zu Gange sind und das Straßenbild prägen. Die sich anbahnende Machtübernahme durch Mussolini ist in aller Munde, und die sogenannten Schwarzhemden sind überall - und kampfbereit. Leo ist von seinem Kriegseinsatz traumatisiert und kämpft immer wieder gegen seine Albträume an. Die Stimmung auf Sardinien erschüttert ihn und weckt unangenehme Erinnerungen. Doch der Auftrag des Vaters, die seltene Olivensorte zu finden, hilft, sich abzulenken.

Auf der Suche nach dieser speziellen Olive wird Leo auf das Landgut der Sorigas eingeladen und lernt die Tochter des Gutsbesitzers kennen: Gioia ist eine aufgeweckte, moderne und musikalische junge Frau, welche sich aber den Traditionen der Insel beugen und den Jugendfreund Gavino heiraten muss. Für Leo und Gioia ist es Liebe auf den ersten Blick unter sehr unglücklichen Vorzeichen.  

«Sardegna»

Die Autorin lässt den Leser eintauchen in die Geschichte, die Traditionen und Bräuche Sardiniens im Jahr 1922. Der Erste Weltkrieg hat seine Spuren hinterlassen und ist nach wie vor sehr präsent: «Die Sarden, in den Augen der meisten Italiener nur Banditen und Hirtentölpel, hatte man stets an vorderster Front eingesetzt. Als Kanonenfutter für die Österreicher.»

Die Wunden sind noch nicht verheilt und wieder überschlagen sich die politischen Ereignisse in Italien; auch Sardinien wird nicht verschont. Der Autorin gelingt es, mit ihrem Protagonisten Leo diese alten Wunden und deren Folgen, sowie die neuen Herausforderungen äußerst bildlich und glaubhaft darzustellen. Eindrücklich beschreibt Grit Landau das Leben im Landesinnern und in der Stadt Sassari.

Unter den sozialen Strukturen und der politischen Entwicklung leiden die unteren Bevölkerungsschichten am meisten. Da erstaunt es nicht, wenn Mythen und Sagen zum Alltag gehören; die wichtigen sardischen Sagengestalten werden deshalb jeweils zu Beginn eines Kapitels detailliert erklärt. Obwohl dies den Lesefluss verlangsamt, sind diese Beschreibungen wichtig für das Verständnis der nachfolgenden Handlungen. Das gilt auch für die italienischen Begrifflichkeiten, welche im ganzen Buch zu finden sind, und die Einblicke in die Kriegserlebnisse von Leo Lanteri.

Grit Landau ist mit Die sardische Hochzeit ein vielschichtiger und geschichtlich sehr gut recherchierter Roman gelungen.

Fazit

Mythen und Sagen, Tradition, Politik und Liebe - alles ist im Roman von Grit Landau enthalten und gewährt einen vielseitigen und eindrücklichen Einblick in das Leben auf Sardinien im Jahr 1922, kurz vor der Machtergreifung Mussolinis. Eine ganz besondere Zeitreise!

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