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Lena Bräuer
Geschichten wie ein Fiebertraum

Buch-Rezension von Lena Bräuer Okt 2020

In seiner Novelle Nach der Sonne schreibt Jonas Eika in fünf verschiedenen Erzählungen von den Folgen kapitalistischer Ausbeutung und dem Wunsch, sich davon loszusagen. Der junge dänische Schriftsteller erzählt von den Sehnsüchten seiner Protagonisten in einer Welt, die nimmt und zermürbt - eine Welt, die zwischen Realität und Fiktion verschwimmt …

Orte jenseits der Wirklichkeit

Die Geschichten wirken wie Fieberträume: Manchmal zart, voller Sehnsucht, unentdeckter Möglichkeiten und der Hoffnung auf ein anderes Leben, um dann im nächsten Moment albtraumhaft über den Leser hereinzubrechen. Eika spielt mit Realität und Fiktion, und nach eigener Aussage versucht er, den Realismus mit Aspekten der Mystik, Science-Fiction und dem Horror zu verknüpfen. Die Zeit in den Kurzgeschichten ist oft nicht linear und es besteht immerwährend die Gefahr, sich in diesem Dickicht aus Sprache zu verlieren. Immer wieder wird man vor die Frage gestellt, welche Teile der Erzählungen der Wirklichkeit entspringen, oder ob man gerade einem Phantasma, einer Fata Morgana zum Opfer gefallen ist.

Zwischen Hoffnung und Verzweiflung

Die Protagonisten in Jonas Eikas Geschichten sind ambivalente Wesen: Es handelt sich bei Ihnen um Persönlichkeiten auf ewiger Suche, voller Einsamkeit und dem Drang nach echten Verbindungen in einer harten, mechanischen Welt. Die Erzählungen der Novelle spielen an verschiedenen Orten der Erde: Wir begleiten einen IT-Berater, der in Kopenhagen feststellen muss, das die Bank, für die er arbeitet, in einem Krater versunken ist und dieses Ereignis ihn zu neuen Möglichkeiten führt; in Cancún arbeiten Beach Boys unter der flirrenden Sonne Mexikos, um den Touristen ein perfektes Urlaubserlebnis zu bescheren - doch unter der so prachtvoll glimmenden Oberfläche tummeln sich düstere Geheimnisse; ein Paar versucht in der Wüste Nevadas, einen Trauerfall zu verarbeiten; und ein obdachloser Mann in London findet ein Zuhause in zwei Menschen und muss die Fragilität dessen erkennen.

Liebe, Hoffnung und Verzweiflung spielen in all diesen Erzählungen eine Rolle. Auch die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Und die Möglichkeit der Veränderung hinweg von mechanischen Lebensweisen hin zu echter Zwischenmenschlichkeit. Menschen, die sich und anderen fremd geworden sind, versuchen sich zu finden oder eine echte Verbindung in einer unechten Welt zu schaffen.

Fazit

Die Erzählungen sind nicht immer einfach zu verstehen und obwohl es kurze Geschichten sind, sind sie voller Komplexität. Einige von Ihnen sind schwer verdaulich, was mit Sicherheit auch der Sinn sein soll. Manchen Lesern mögen die fantastischen Elemente zu viel sein und es kann sich das Gefühl einstellen, das man den Faden zu verlieren droht oder die Geschichte gänzlich missversteht. Man erwischt sich oft dabei, einen tieferen Sinn in allem zu suchen, und nimmt sich damit selber etwas die Freude am Lesen dieser Novelle. Im besten Fall lässt man sich treiben, anstatt dem Drang nachzugehen, jedes Geschehnis interpretieren zu müssen. Alles in allem ist Jonas Eika eine interessante Stimme der Literaturwelt, modern und provokativ.

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