Ein Sonntag mit Elena

Erscheint vsl.: August 2020

Bibliographische Angaben

- OT: Una Domenica

- aus dem Italienischen von Verena von Koskull

- HC, 240 Seiten

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"Elena prostete ihm zu: 'Danke', sagte sie, 'Heute Morgen beim Aufwachen hatte ich den Kopf voller Schatten. Alle haben Sie nicht verjagt, aber ein paar schon. Danke dafür, wirklich.'"

Einst reiste er als Ingenieur um die Welt und baute riesige Brücken. Nach dem Tod seiner Frau aber ist es still geworden in der Turiner Wohnung am Fluss. Sein Sohn lebt in Finnland, mit der jüngeren Tochter hat er keinen Kontakt, nur die älteste sieht er ab und zu mit ihrer Familie. An einem Sonntag kocht der ältere Mann ein traditionelles Mittagessen für sie. Doch sie sagt kurzfristig ab. Im Park lernt er Elena und ihren Sohn kennen und lädt sie spontan zum Essen zu sich ein. Diese zufällige Begegnung wird alle drei für immer verändern.


Eine Geschichte voller Zuversicht und Wärme, die ein stilles Glück in den Herzen zurücklässt.

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Letzte Kommentare:
06.08.2020 23:29:14
hhal1985

Der Roman ist aus der Sicht einer Tochter, die sich nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem Vater entfremdet hat, erzählt und thematisiert die Schwierigkeit, als erwachsenes Kind eine tiefe Beziehung zum Vater aufzubauen.
Durch Begegnungen mit Fremden realisieren sowohl die Tochter als auch der Vater, dass ihnen der Kontakt fehlt und finden so wieder etwas näher zueinander.
Zwar bleiben die Charaktere etwas oberflächlich, sind aber durchaus interessant. Dass die Handlung in Italien spielt gibt dem Roman eine angenehme Atmosphäre und eine besondere Note.
Der Schreibstil ist unaufgeregt und passt zum ganzen Setting des Romans.
Insgesamt eine interessante und lesenswerte Familiengeschichte, die zwar nicht an die ganz großen Vertreter dieses Genres herankommt, aber durchaus über Tiefgang verfügt und zum Nachdenken anregt.

29.07.2020 21:27:43
Echse

Familiengeflecht

„Wenn ich eines begriffen habe, dann, dass Geschichten keine Probleme lösen: Sie erlauben uns lediglich, sie zu erkennen und ihnen einen Namen zu geben.“ (S.135f) Dieser Satz, ziemlich genau in der Mitte des Buches, ist für mich der zentrale Gedanke der Geschichte. Die Erzählerin im Buch berichtet vom Leben ihres Vaters, besonders von einem prägenden Sonntag, aber auch von früheren Erlebnissen und Dingen, die sich in ihrem Leben ereigneten. Diese Erzählperspektive ist ein Aspekt, der das Buch spannend macht. Der Leser bekommt nicht einfach nur das Geschehen geschildert, sondern sie werden durch einen Filter betrachtet, der die Erlebnisse, Gefühle und Gedanken der Erzählerin mit einbezieht.
Ein weiterer spannender Aspekt sind die Beziehungskorrelationen, die geschildert werden – zwischen Vater und Tochter, Vater und Mutter, Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Tochter und Sohn. Dabei ist die Familie keine besondere. Sie ist wie der absolute Großteil aller Familien und genau deswegen rückt die Erzählung näher an den Leser heran, gibt ihm die Chance Parallelen zum eigenen Leben zu ziehen.
Wie im obigen Zitat beschrieben, hilft einem die Geschichte viele Dinge zu begreifen. Bei manchen Erzählabschnitten erschließt sich mir der Hintergedanke des Autors jedoch nicht. Sie sind zwar- wie das gesamte Buch – sehr poetisch erzählt, aber sie lenken mich von anderen Aspekten ab, ohne mir einen Mehrwert zu bieten.
Auch der Erzählstil lenkt mich immer wieder ab. Ich stellte mir häufiger die Frage, wie es der Tochter möglich sein soll, so detailreich die Erlebnisse ihres Vaters zu schildern. Zwar sagt sie immer wieder, er habe es ihr im Nachhinein berichtete, aber so ganz realistisch finde ich das nicht. Doch ich verstehe, warum der Autor diese Perspektive gewählt hat. Sie erlaubt es das Geflecht an Gefühlen, Erlebnissen und Beziehungen innerhalb der Familie zu beschrieben und zu entwirren – die große Stärke des Buches.

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