Belmonte: Eine deutsch-italienische Familiensaga

Erschienen: Juni 2020

Bibliographische Angaben

- TB, 496 Seiten

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Julian Hübecker
Das Gegenteil von 'La Dolce Vita'

Buch-Rezension von Julian Hübecker Jul 2020

Simona reist in das malerische Belmonte, als sie erfährt, dass ihre Großmutter Franca ihr dort ein Haus vererbt hat. Mit ihrer italienischen Abstammung hat sie nicht viel am Hut, geht aber neugierig und unvoreingenommen die Reise an. Dort erfährt sie mehr über die Geschichte Francas und deren Mutter Teresa, die überschattet wird vom großen Krieg, unerwiderter Liebe und einem Geheimnis…

„Es war unglaublich. Heute früh war sie noch hinter Reutte in Tirol durch Graupelschauer gefahren, und hier stand sie nun in einer insektenschwirrenden, sonnendurchfluteten Welt, und es roch nach Minze.“

Teresa wohnt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges im malerischen Belmonte. Sie schließt sich gemeinsam mit ihrer Freundin Marta den Partisanen an und versorgt die Widerstandskämpfer mit Essen, während die deutsche Besatzung immer weiter vordringt. Obwohl das ihren Tod bedeuten könnte, lässt sie sich nicht davon abbringen. Teresa weiß allerdings nicht, dass die Deutschen ihr noch Schlimmeres bescheren werden…

Einige Jahre nach dem Krieg verschwindet Teresa schließlich spurlos und lässt ihre kleine Tochter Franca zurück. Von da an wächst Franca bei Marta und ihren Kindern auf, wohlbehütet und eine Schuldbildung genießend fehlt es ihr an nichts. Doch stets ist da ein Schatten, der sich über ihre Existenz legt, ohne dass sie genau benennen kann, woher dieser kommt. Daher beschließt sie als junge Frau, nach Deutschland auszuwandern und dort ihr Glück zu suchen.

Dies findet sie in Tobias, einem Deutschen, den sie heiratet und mit dem sie eine Tochter bekommt: Marina. Das Kind entwickelt sich zu einer sturköpfigen, egoistischen Schlange, für die Franca nicht viel übrig hat. Nur einen Lichtblick bringt Marina hervor: Töchterchen Simona, die fortan bei Franca und Tobias aufwächst, während Marina nur vorbeikommt, wenn sie Geld braucht.

Die vier Frauen eint nicht nur die gemeinsame Abstammung, sondern auch eine tiefe Verlorenheit, die sich durch ihre Leben zieht. Erst nach und nach findet Simona heraus, mit welchem Unglück sich Teresa konfrontiert sah, warum Franca sich nie zugehörig fühlte und wieso Franca und Marina sich immer mehr entzweiten – und am Ende ist es Simona selbst, die eine ganz bestimmte Lehre aus all dem ziehen wird…

Wie eine Tragödie sich auf vier Generationen auswirken kann

Das Cover fasst die Geschichte sehr gut zusammen: Im Hintergrund eine schlicht gekleidete Dame (vielleicht Teresa), hart arbeitend, in ständiger Sorge vor der deutschen Besatzung, und im Vordergrund eine lebenslustige Frau einer späteren Generation – überschattet von der Vergangenheit.

Antonia Riepp hatte die nicht leichte Aufgabe, den Geist der Tragödie über alle Generationen ziehen zu lassen. Dies gelingt aber insofern, da man Teresa zu Anfang kennenlernt, als junge Frau, die das Leben liebt und von einem freien Italien träumt. Doch schon bald ist sie plötzlich weg. Stattdessen übernimmt ihre Tochter Franca das Ruder und man fragt sich unwillkürlich, was mit Teresa geschah. Diese Frage verschwindet auch beim Weiterlesen nicht und legt sich schwer auf die Kinder und Kindeskinder.

Man sollte meinen, dass man bei dem vielen Hin und Her durcheinander kommt, jedoch verwebt die Autorin die Zeitepochen und Handlungsstränge übersichtlich. Ein Stammbaum zu Beginn hilft zusätzlich. Einziges Manko ist der Schluss, der dann doch sehr unpersönlich wird und keinen richtigen Platz in der Geschichte um Simonas Entwicklung finden will.

Fazit

In Belmonte spürt man weniger das süße Leben, über das die Italiener gerne sprechen, sondern vielmehr ein Flair der Leichtigkeit - obwohl insbesondere die Leben von Teresa und Franca keine leichten waren. Es ist eine spannende Familiensaga, der man Stück für Stück ihre Geheimnisse entlockt. Dennoch hat ein wenig Dramatik gefehlt.

Belmonte: Eine deutsch-italienische Familiensaga

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