Die Tanzenden

Erschienen: Juli 2020

Bibliographische Angaben

- OT: Le Bal des Folles

- aus dem Französischen von Julia Schoch

- HC, 240 Seiten

 

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Eine Hymne auf die Courage aller Frauen

Ganz Paris will sie sehen: Im berühmtesten Krankenhaus der Stadt, der Salpêtrière, sollen Louise und Eugénie in dieser Ballnacht glänzen. Ob die Hysterikerinnen nicht gefährlich seien, raunt sich die versammelte Hautevolee zu und bewundert ihre Schönheit gerade dann, wenn sie die Kontrolle verlieren. Für Louise und Eugénie aber steht an diesem Abend alles auf dem Spiel: Sie wollen aus ihrer Rolle ausbrechen, wollen ganz normale Frauen sein, wollen auf dem Boulevard Saint-Germain sitzen und ein Buch lesen dürfen, denken und träumen und lieben dürfen wie die Männer.


Mit verblüffender Lebendigkeit erzählt Victoria Mas in »Die Tanzenden« vom Aufbruch derer, die sich nicht zufriedengeben, von berührender Solidarität und unbeirrbarem Mut.

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Letzte Kommentare:
27.07.2020 11:15:19
Kerstin1975

Buchinhalt:

Paris im ausgehenden 19. Jahrhundert: die junge Eugénie aus einem wohlhabenden Elternhaus am Boulevard Haussmann ist rebellisch und möchte aktiv mitreden in der Gesellschaft. Als sie eines Tages das Buch eines in der Bourgeoisie verpönten Mystikers liest und ihre Gabe, die Geister Verstorbener sehen zu können offenbart, verstößt sie ihr Vater und lässt sie in die Salpêtriere einweisen, eine Nervenheilanstalt für verrückte Frauen. Doch Eugénie ist normal und hat nur ein einziges Ziel: sie muss da raus, koste es, was es wolle….



Persönlicher Eindruck:

Vorab: Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen, es hat mich genauso überrascht und fasziniert, wie die Kommentatoren auf dem Rückendeckel.

Schon auf den ersten Seiten taucht man ein in eine vergangene Welt, die noch gar nicht lange zurück liegt – in völlig andere Denkweisen und Strukturen, als die unsrigen. In eine Welt, in der Frauen weggesperrt werden, nur weil sie sich eine eigene Meinung zu politischen Dingen erlauben, emanzipiert sind oder sonst wie einfach nicht dem konventionellen Bild einer Frau im 19. Jahrhundert entsprechen.

Im Ganzen hat der Roman zwei Hauptakteurinnen, die unterschiedlicher nicht sein können – zunächst. Da wäre einerseits Eugénie, zu Unrecht in der Nervenheilanstalt, beraubt jeglichen Rückhalts und Ärzten und Pflegepersonal hilflos ausgeliefert. Und zum anderen Geneviève, Oberaufseherin und Krankenschwester, mit eigenem Familienschicksal, in der sich nach Eugénies Ankunft langsam aber sicher Zweifel am Status Quo regen.

Der Stil der Autorin, das 19. Jahrhundert lebendig werden zu lassen, ist leicht und angenehm, man mag den Roman schnell nicht mehr aus der Hand legen und fliegt als Leser nur so durch die Seiten. Der trostlose Alltag der Insassen in der Anstalt, die Menschenversuche und die Ärzte, die in ihren Patientinnen nur Studienobjekte sehen kommen dabei genauso zur Sprache, wie die einzelnen Schicksale der eingewiesenen Frauen. Denn nicht alle in der Salpêtriere gehören wirklich dort hin. Ich bin sicher, viele ihrer Anfälle sind eher den fragwürdigen Medikationen geschuldet, als einer echten Erkrankung.

Die Spannung steigt kontinuierlich innerhalb der etwas mehr als 200 Seiten und der Schluss lässt auf eine etwaige Fortsetzung hoffen. Alles in allem eine wirkliche Buch-Überraschung, die ich gerne weiter empfehlen möchte.

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