Die Telefonistin: Mrs. Dalton hört mit

Erschienen: Mai 2020

Bibliographische Angaben

- OT: The Operator

- aus dem Englischen von Janine Malz

- TB, 400 Seiten

Couch-Wertung:

69

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Julian Hübecker
Klatsch und Tratsch in der gutbürgerlichen Kleinstadt

Buch-Rezension von Julian Hübecker Jun 2020

Vivian Dalton lebt in den 50ern ein bescheidenes, aber glückliches Leben: verheiratet mit einem wunderbaren Mann, gesegnet mit einer intelligenten Tochter und respektiert auf ihrer Arbeit als Telefonistin. Hier hört sie manchmal heimlich mit, wenn sie Telefonate verbindet. Doch ein belauschtes Gespräch soll ihr Leben gehörig umkrempeln…

„Vivian hatte all diese Anrufe durchgestellt, und obwohl ihr Inhalt wenig spektakulär war, hatte sie mitgehört und sich eine eigene Meinung gebildet.“

In Wooster, Ohio, geht alles seinen geregelten Gang: Hier kennt jeder jeden, machen Gerüchte schnell die Runde, besonders wenn sie von Betty Miller, der Tochter des Bürgermeisters, verbreitet werden. Diesmal ist jedoch Vivian Dalton das Opfer des Gerüchts, dass ihr Gatte Edward bereits verheiratet gewesen sein soll – ein Skandal in der christlichen Gemeinde, die Tochter nun als Bastard verschrien und Vivian bemitleidet.

Doch stimmt das überhaupt? Vivian macht sich auf Spurensuche, fahndet sogar nach ihrer Vorgängerin und versucht, ihre Ehe zu retten. Dies ist alles andere als einfach, will sie gleichzeitig ihr Gesicht wahren. Währenddessen versucht Betty alles, um das skandalöse Treiben der Familie Dalton weiterzuverbreiten, ohne zu ahnen, dass der größte Skandal in der eigenen Familie vor sich geht...

Die Absicht der Autorin ist klar, doch die Umsetzung weit verfehlt

Ja, tatsächlich lässt sich kaum mehr zum Inhalt des Buches sagen. Obwohl mit 400 Seiten doch recht umfangreich, wusste Gretchen Berg ihre Geschichte nicht recht zu erzählen. Dabei ist die Idee klasse von der kleinstädtischen Engstirnigkeit der 50er Jahre, wo es wichtiger war, die Familie als höchstes Gut im richtigen Licht erstrahlen zu lassen, wo der Mittelpunkt der Hausfrauen Klatsch und Tratsch war und sich Skandale dementsprechend schnell verbreiteten. Der Versuch der Autorin, diese Stimmung aufleben zu lassen, ist auch erkennbar, jedoch manchmal tierisch danebengegriffen. Zum einen wurde ein Bild von der hausfräulichen Vivian geschaffen, die sich um ihre Familie kümmert, indem sogar ein paar Rezepte zum Nachkochen und Backen eingestreut werden. Die sind jedoch so unpassend, dass man sie glatt ignoriert. Zum anderen ist da die naive Vivian, die keinen richtigen Schulabschluss hat und eher ungebildet daherkommt, weshalb sie immer wieder ein paar Wörter nachschlagen muss, deren Bedeutung sie dann lernt. Um das zu unterstreichen, werden mehrfach Wörterbucheinträge sinnlos im Text genannt, die völlig nutzlos daherkommen.

Neben dieser Kritik ist es aber doch sehr interessant, in die damalige Zeit einzutauchen. Am liebsten möchte man ein paar Geschichten der eigenen Oma lauschen, da die Mentalität und der Familiensinn noch ein ganz anderer gewesen zu sein scheinen. Schließlich ist es auch der Wirbel um die Daltons sowie die Bewohner von Wooster an sich, die zumindest unterhalten können und den Lesespaß nicht komplett vermiesen.

Fazit

Gerüchte und Skandale – die verspricht das Buch, und die bringt es auch. Gretchen Berg hat versucht, mit Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit den 50er Jahre-Charme aufleben zu lassen. Das funktioniert nur bedingt, ist aber dennoch eine witzige Unterhaltung für zwischendurch.

Die Telefonistin: Mrs. Dalton hört mit

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