Das Hotel am Meer

Erschienen: Juni 2020

Bibliographische Angaben

- OT: Argentineren der kom sejlende på en cedertræsplanke

- aus dem Dänischen von Frank Zuber

- TB, 496 Seiten

Couch-Wertung:

79

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Monika Wenger
Das Wichtigste ist die Glaubwürdigkeit

Buch-Rezension von Monika Wenger Jun 2020

An einem schönen Frühlingstag im Jahr 1954 wird Victor de la Vega in Malaga an Land gespült. Er wird in ein Kloster gebracht und dort von Nonnen gesund gepflegt. Dort lernt er Sofia kennen; sie ist eine Laienschwester und hat sich noch nicht entschieden, ob sie ihr Leben definitiv im Kloster verbringen will. Mit dem Auftauchen von Victor und seinen fantastischen Erzählungen entscheidet sie sich für eine Existenz außerhalb der Klostermauern: Die beiden werden ein Paar, heiraten und gründen eine Familie.

Victor ist ein Mann voller Tatendrang, Überzeugungskraft und Visionen. Er glaubt an die Entwicklung des Tourismus in Spanien. Gemeinsam mit Sofia und deren Familie eröffnet er eines der ersten Hotels in Malaga. Als Hotelier ist Victor in seinem Element. Doch die Vergangenheit holt ihn ein, und als das Hotel durch ein Feuer stark beschädigt wird und sein Sohn und sein Schwiegervater in den Flammen umkommen, verändert sich alles. Die Familie droht zu zerbrechen und Victor sieht sich gezwungen, weitere Details aus seinem Leben preiszugeben.

«Meinen Sie nicht, dass Sie der Welt von größerem Nutzen sein könnten, wenn Sie etwas anderes als Nonne werden?»

Victor ist ein großartiger Geschichtenerzähler. Man weiß jedoch nie, wie nahe er der Wahrheit wirklich kommt. In verschiedenen Kapiteln erzählt Victor aus seinem Leben, und bald fügen sich diese Einzelteile zu einem Ganzen: angefangen mit seiner Kindheit in Argentinien, seinem Abenteuer auf einem Walfänger am Südpol bis hin zum Schiffbruch und seiner Ankunft in Malaga.

Der Roman umfasst eine Zeitspanne von rund achtzig Jahren und spielt sowohl im Nachkriegsargentinien wie auch im Spanien vor und nach dem Franco-Regime. Wichtig und prägend im Leben von Victor scheinen die angeblichen Begegnungen mit dem Schriftsteller Borges und dem Revolutionär Che Guevara zu sein: Che wird Victors großes Vorbild und versinnbildlicht für ihn den Mythos vom Macher, dem kein Weg zu weit und keine Mauer zu hoch ist. In Victors Leben gibt es nur ein Richtig oder Falsch, Glück oder Pech. Er ist der Überzeugung, dass man sein Schicksal in die Hand nehmen muss, dann würde schon alles gelingen und gut werden.

«In Wirklichkeit kommt es auf einzelne, entscheidende Situationen an, die es in jedem Leben gibt. Dann hast du die Wahl, entweder das Richtige zu tun oder fortzulaufen. Du selbst entscheidest, ob du als Held oder als Feigling in Erinnerung bleibst»
 

Die Geschichte hinterlässt die vielfältigsten Eindrücke. Geschickt verwendet Morten Vittrup unterschiedlichste Themen und spielt mit ihnen. Immer wieder steckt man als Leser in der Zwickmühle: ist das nun Wahrheit oder eine Räubergeschichte? Wie viele von diesen Gegebenheiten entsprechen dem tatsächlich Geschehenen? Nach und nach gibt Victor seine Lebensgeschichte preis und wird Stück um Stück vom Helden zum liebenswerten Patriarchen.

Fazit

Eine äußerst interessante Zeitreise in verschiedene Länder, in denen große gesellschaftliche und politisch motivierte Veränderungen stattfinden. Ein spannender und unterhaltsamer Roman voller Familiengeheimnisse, Lügen, Zweifel, tiefer familiärer Verbundenheit und Liebe - die Geschichte eines Geschichtenerzählers.

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