Die Züchtigung

Erschienen: Mai 2020

Bibliographische Angaben

- TB, 256 Seiten

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Sandra Dickhaus
Was immer zu Hause vor sich ging, nach außen durfte es nicht dringen, die Fassade musste lückenlos bleiben. Wir waren eine anständige Familie, in der Harmonie herrschte ...

Buch-Rezension von Sandra Dickhaus Jun 2020

Genau so und nicht anders präsentiert sich Marie, als sie ihre eigene Familie hat. Ihr Mann, den sie nur heiratet, damit er seinen Liebeskummer überwindet und ihre Tochter, die sie perfekt erziehen will, wohnen mit ihr in dem kleinen, heruntergekommenen Häuschen in der Stadt. Es soll so aussehen, als habe sie es zu etwas gebracht, denn ihre eigene Geschichte ist wahrlich nicht einfach...

Marie wächst in einer hartarbeitenden Bauernfamilie auf, kann zunächst weder laufen noch sich äußern und ist das Sorgenkind der Familie. Ungeliebt, geschlagen und ausgebeutet wird sie nirgends respektiert. Als es ihr gelingt, endlich den Hof zu verlassen, kann sie selbst auch keine richtige Liebe geben. Ihre Ehe ist geprägt von Demütigung und Hass, in der sie die dominante Rolle spielt. Ihrer Tochter gibt sie all das weiter, was auch sie erlebt hat: Kälte und unbarmherzige Gewalt. Egal, was die Kleine angeblich falsch macht, sie wird geschlagen, muss in einer Atmosphäre der Unzufriedenheit und des Neides aufwachsen und nach außen hin die perfekte fleißige Arbeitertochter spielen, die es mit einem Kind aus einer höheren Gesellschaftsschicht aufnehmen kann.

Ein Klassiker mit aktueller Thematik

Der Klassiker einer der bedeutendsten österreichischen Autorinnen wurde hier neu aufgelegt und wieder in Erinnerung gerufen. Ende der 80er Jahre war der Roman schon ein Erfolg und hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Es geht um Liebesentzug, körperliche Gewalt gegenüber Kindern und die dazugehörige Hilflosigkeit derer, die es doch mitbekommen, aber nichts sagen. Man möchte selbst schreien: Schaut hin, helft doch endlich! Hierbei wird ganz auf Anführungszeichen der wörtlichen Rede verzichtet - sie verschmilzt mit der Gesamterzählung, wird verwoben in den Hypotaxen. Lange Absätze, unterschiedliche Erzählperspektiven und eine poetische Ausdrucksweise machen den Roman zu etwas Besonderem, bei dem man mitfiebern, mitfühlen, aber auch nachdenken kann bzw. sogar muss. Man ist gefesselt von der Intensität und beklemmenden Atmosphäre der Mutter-Tochter-Beziehung sowie der Eindringlichkeit der Situationen körperlicher wie seelischer Grausamkeiten. Doch auch diese werden von Generation zu Generation weitergegeben als verquerer Ausdruck einer erlernten Art von Liebe. Die Folgen dieser Taten werden ausführlich geschildert: Essstörungen, Selbsthass, Angstzustände und das Ausgeliefertsein als Opfer, um dann später selbst zum Täter zu werden.

Fazit

Ein unglaublich fesselnder Roman rund um eine Mutter-Tochter-Beziehung, die Generationen überdauert, in der die Mutter ihrer Tochter doch eigentlich immer nur das Beste mitgeben möchte. Bedrückend, düster und erschüttert lässt es einen zurück, immer noch auf der Suche nach dem eigentlichen Happy End.

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