Signora Sommer tanzt den Blues

Erschienen: Juni 2020

Bibliographische Angaben

- TB, 368 Seiten

Couch-Wertung:

80

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Lena Bräuer
Wild Women don’t get the Blues

Buch-Rezension von Lena Bräuer Jul 2020

Laura wagt einen Neuanfang: Sie verlässt Deutschland für Ihre große Liebe Fabio und zieht mit ihm in eine traumhafte Wohnung in Rom. Doch das Schicksal hat andere Pläne. Fabio verstirbt unerwartet und stürzt Laura in eine tiefe Depression. Dann drängen sich auch noch ganz unverhofft zwei Frauen in Ihr Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten und für die Trauernde sowohl Fluch als auch Segen darstellen. Laura beginnt, Freundschaften zu knüpfen, entdeckt neue Leidenschaften und findet ins Leben zurück - und das alles vor der wunderschönen Kulisse der Ewigen Stadt.

You gotta move!

Der Roman von Kirsten Wulf ist eine hervorragende Sommerlektüre. In Zeiten, in denen das Reisen nicht mehr ganz so einfach ist, entführt er uns in ein verträumtes Rom mit all seinen Facetten. Man schlendert durch alte Gassen, bestaunt die Monumente, der Geruch von selbst gemachter Lasagne liegt in der Luft und die zeitlose Romantik wie wir sie aus Filmen wie Roman Holiday kennen, bilden das Ambiente der Geschichte.

Im Mittelpunkt des Romans stehen Laura, Fran und Samy - drei sehr unterschiedliche und interessante Frauenfiguren. Da ist zum einen Laura, die verwitwete Deutschlehrerin, die in Ihrem Kummer vergeht; Fran, eine wohlbeleibte, tätowierte Bluessängerin, die die Nächte zum Tag macht, Männer am laufenden Band verführt und einen Hang zu schrillen Haarfarben und Kinderschokolade hat. Als ein Rohrbruch die Wohnung von Fran flutet, quartiert sich diese kurzerhand bei Laura ein. Laura ist von Ihrer Untermieterin ganz und gar nicht angetan, und die Lage verschlimmert sich zusehends, als auch noch die junge amerikanische Studentin mit einer Vorliebe für Social Media, morgendlichem Yoga und Ranch-Dressing bei Ihr einzieht. Mit der Zeit nähern sich diese drei Frauen an, sie lernen voneinander und finden einen Zusammenhalt, den sie so vorher nicht erlebt haben.

"Blues ist nicht die choreografische Vorstellung vom Leben. Blues ist das Leben. Ehrlich und niemals perfekt…"

Das Buch ist gleichzeitig auch eine Ode an die Bluesmusik, den Tanz und die immanente Kraft, die diesen Kunstformen innewohnen. Für jede Lebenslage gibt es den passenden Song. Der Blues zieht sich durch diesen Roman, untermalt die Situationen der Charaktere, ist Medizin, Selbstverwirklichung und Vergangenheitsbewältigung. Die Macht, die Musik haben kann, die Passion, das Verbotene, das Romantische, all diese Komponenten haben einen Platz in der Geschichte. Das Leben hat seine schweren Zeiten und nicht jede Romanze ein Happy End, so perfekt und so schön sie auch sein mag. Doch manchmal, das erkennt Laura, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich zurück ins Leben zu tanzen.

Der Roman lässt sich wundervoll und schnell lesen. Das Setting, die Nebenhandlungen, die Thematik der Musik und des Tanzes sind sehr einnehmend und runden das Buch ab. Auch die Charaktere wirken authentisch. Vor allem die Nebenfiguren sind wundervoll gestaltete Persönlichkeiten, bei denen man sich wünschen würde, sie selber zu kennen - oder in manchen Fällen froh ist, sie nicht im eignen Leben zu haben. Besonders die aufblühende Freundschaft zwischen Laura und Fran ist schön zu verfolgen; so verschieden die beiden sind, so sehr brauchen sie einander.

Fazit

Als Sommerlektüre ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Die Protagonistinnen sind liebenswürdige und interessante Charaktere, das Setting katapultiert einen in die malerischen Straßen von Rom. Dem Roman liegt eine Melancholie und bittersüße Stimmung zugrunde, und doch lässt er den Leser mit einem lebensbejahenden und hoffnungsvollen Gefühl zurück. Es ist die Schönheit und die Tragik der Liebe, die diese Geschichte ausmacht - wie der Blues eben. Comes love – nothing can be done.

Signora Sommer tanzt den Blues

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