Die letzten Worte von dir

Erschienen: April 2020

Bibliographische Angaben

- OT: The Thing about Clare

- aus dem Englischen von Katja Rudnik

- TB, 360 Seiten

Couch-Wertung:

85

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Monika Wenger
Geschwister und Geheimnisse

Buch-Rezension von Monika Wenger Jun 2020

Die vier Bliss-Kinder könnten unterschiedlicher nicht sein. Beim Tod ihrer Mutter stehen sie mitten im Leben, jeder mit sich selbst beschäftigt: Miriam, die Älteste, ist die Vernünftige, die Organisierte und die Anlaufstelle für ihre jüngeren Geschwister; Clare, die Zweitgeborene, ist das Sorgenkind der Familie - eigenwillig, aufbrausend, uneinsichtig und aufmüpfig kämpft sie sich durchs Leben; das jüngste Mädchen, Anna, ist der Liebling der Mutter - sie ist angepasst, unauffällig und sehr einsam; der Nachzügler Sebastian ist Hahn im Korb bei seinen Schwestern - er ist vor kurzem Witwer geworden und macht gerade eine schwere Zeit durch.

Zu all den alltäglichen Sorgen der Geschwister kommt nun die Nachricht, dass die Mutter nach einem Schlaganfall in ein Pflegeheim muss. Sie erholt sich nicht von dessen Folgen und stirbt wenige Wochen später. Kurz vor ihrem Tod nimmt sie Anna das Versprechen ab, das Testament und einen Brief ungelesen zu vernichten. Die anderen Geschwister sollen von diesen Dokumenten nichts erfahren.

Anna hat die Dokumente auf Geheiß der Mutter bereits aus dem Elternhaus geholt und bewahrt sie bei sich zu Hause auf. Noch ist sie unschlüssig, ob sie die Schreiben sofort verbrennen oder erst lesen soll. Sie entscheidet sich fürs Lesen, in der Überzeugung, dass sie danach ja immer noch alles, dem Wunsch der Mutter entsprechend, zerstören könne.

Was wäre, wenn?

Das Lesen des Testaments und des beiliegenden Briefes haben Anna in eine tiefe Gewissenskrise gestürzt. Soll oder muss sie gar ihre Geschwister über den Inhalt informieren? Sie ist hin- und hergerissen und zögert die Entscheidung immer wieder hinaus. Doch dann entdeckt ihre Schwester Miriam das Testament durch Zufall auf Annas Küchentisch.

Imogen Clark ist es hervorragend gelungen, die unvergleichlichen Charaktere der einzelnen Familienmitglieder zu zeichnen. Nicht weniger interessant sind die Gedankenspiele der Autorin in Bezug auf die verschiedenen Veranlagungen der aus ein und derselben Familie stammenden Personen. Sie regen an, den Faden spielerisch weiterzuspinnen und sich Fragen wie «Was wäre, wenn..?» zu stellen. Das ist gut gemacht und trägt dazu bei, dass die Spannung während der ganzen Geschichte erhalten bleibt.

Die Autorin widmet jedem der Kinder sowie der Mutter eigene Kapitel. So können rückblickend die Kindheit und das heutige Leben der Bliss-Geschwister aus den verschiedensten Blickwinkeln betrachtet werden und die Charaktere erschließen sich dem Leser noch besser. Das trägt auf jeden Fall dazu bei, dass die individuellen Sichtweisen sehr deutlich erkennbar werden.

Während der ganzen Geschichte ist stets die große Bindung zwischen den einzelnen Familienmitgliedern spürbar. Das Zusammengehörigkeitsgefühl vermag auch stürmischen Zeiten Stand zu halten. Dennoch haben auch negative Gefühle wie Neid, Misstrauen und Ablehnung Platz.

Einziger Kritikpunkt: Schade, dass für die deutsche Übersetzung der Titel Die letzten Worte von dir gewählt wurde. Im Englischen lautet dieser The Thing about Clare und ist wesentlich aussagekräftiger.

Fazit

Die Geschichte der Familie Bliss ist ein überaus gelungenes Familienporträt. Präzise und dennoch feinfühlig zeichnet die Autorin die ganze familiäre Gefühlspalette. Der Roman setzt ausserdem viele Denkanstöße und ist ein Plädoyer für die Geschwisterliebe.  

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