Wild Game: Meine Mutter, ihr Liebhaber und ich

Erschienen: April 2020

Bibliographische Angaben

- OT: Wild Game. My Mother, Her Lover and Me

- aus dem Englischen von Dr. Nicole Seifert

- HC, 272 Seiten

Couch-Wertung:

89

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Monika Wenger
Viele Jahre lang war es meine Aufgabe, Sand aufzuschütten – mit Händen, Schaufeln, Eimern, was immer gerade erforderlich war -, damit das Geheimnis meiner Mutter verborgen blieb

Buch-Rezension von Monika Wenger Mai 2020

Rennie ist gerade vierzehn Jahre alt, auf dem Weg, die Welt zu entdecken, als ihre Mutter Malabar sie mitten in der Nacht aufweckt und erzählt, dass Ben Souther sie geküsst habe. Ben ist der beste und älteste Freund ihres Stiefvaters Charles, Malabars Ehemann.

Geheimnisse

Nach der ersten Verwirrung bemerkt Rennie als Erstes das Glück in der Stimme ihrer Mutter. Ein längst vergessener Klang, eine ferne Erinnerung an die Zeit vor Charles’ Schlaganfällen. Die Bitte der Mutter, ein Treffen mit Ben möglich zu machen, ihr den Rücken zu decken, erfüllt sie gerne. Endlich braucht ihre Mutter sie. Die zwischendurch dunklen Tage Malabars würden durch Ben vielleicht vorbei sein. Ein Lichtblick. Glücklich, eine wichtige Rolle im Leben der Mutter erhalten zu haben, unterstützt sie sie ab sofort auf jede erdenkliche Weise und bewahrt das Geheimnis über Jahre mit ungeahnten Folgen für sich selber.

Ungewöhnliche Mutter-Tochter-Beziehung

Geschickt und absolut egoistisch benutzt Malabar ihre vierzehnjährige Tochter als Mitwisserin und Komplizin für die Jahre dauernde Affäre mit Ben. Ohne Hemmungen und immer wieder emotionalen Druck ausübend, nutzt sie die Ergebenheit ihrer Tochter für das Ausleben ihrer Liebschaft.

Malabars eigene Kindheit spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Geprägt durch eine egozentrische Mutter, hat sie deren Verhaltensmuster übernommen und perfektioniert.

Sich keiner Schuld bewusst und auf ihren eigenen Vorteil bedacht, benutzt sie die heranwachsende Tochter und später die junge Frau für die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse.

Doch je älter die Tochter wird, desto mehr belasten sie die Geheimnisse. Der Betrug am liebenswerten, gesundheitlich angeschlagenen Stiefvater sowie an Bens gutmütiger Ehefrau Lily lassen sie zweifeln. Und selbstredend kämpft sie nach wie vor um die Liebe und Anerkennung der Mutter.

Der Autorin gelingt es meisterhaft, die Geschichte mit Spannung, Schwung, einer gewissen Dramatik und dennoch distanziert zu erzählen. Überzeugend spiegelt sich die Wortwahl in der Gedankenwelt des Teenagers und dessen Naivität in Bezug auf die Handlungen der Mutter und passt sich im Schreibstil dem schrittweisen Erwachsenwerden der jungen Frau an.

Die allmählich sich verändernde Einstellung zu den Handlungen ihrer Mutter, die Erkenntnis, dass ihre Liebe zu Malabar nicht auf Gegenseitigkeit beruht, ist hervorragend dargestellt und lässt den Leser mit Rennie leiden. Immer wieder bleibt eine gewisse Fassungslosigkeit zurück. Die leise, erst zögerlich einsetzende Erleichterung, als Rennie die ganze Tragik zu begreifen beginnt und anfängt, ihr Leben Stück für Stück unter enormem Kraftaufwand zurückzugewinnen ist groß.

Am Ende ist sie sogar in der Lage, ihrer Mutter mit Milde zu begegnen. Was für eine Geschichte!

Fazit

Spannend, ergreifend, bewegend, aber auch erschütternd. Eine außergewöhnliche Mutter-Tochter-Beziehung, geprägt von Egoismus, Loyalität und dem Wunsch nach Liebe und Anerkennung. Eine großartige Lektüre: Einmal begonnen, mag man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Wild Game: Meine Mutter, ihr Liebhaber und ich

Wild Game: Meine Mutter, ihr Liebhaber und ich

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