Stoner

Erschienen: Oktober 2019

Bibliographische Angaben

- aus dem Englischen von Bernhard Robben

- HC, 384 Seiten

Couch-Wertung:

86

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Sebastian Riemann
Ein Leben voller Härten

Buch-Rezension von Sebastian Riemann Mai 2020

In den 60er Jahren schuf John Williams mit der Figur des Stoner einen einprägsamen Charakter, der sich in unserer heutigen Zeit großer Beliebtheit erfreut. Es ist eine Lebensgeschichte voller Widerstände auf nationaler und persönlicher Ebene, über emotionslose Sturheit und wahre Leidenschaft. William Stoner ist ein widerspruchsvoller Charakter, der die Leser fasziniert und verzaubert.

Kindheit auf dem öden Land

William Stoner wächst auf einer Farm in Missouri auf. Seine Eltern sind einfache Leute, die viel und hart arbeiten, am Ende des Tages jedoch nur das nötigste haben, um zu überleben. Es ist ein entbehrungsreiches Dasein ohne Freuden und Abwechslung. Der Boden ist nicht sonderlich fruchtbar und gibt keinen Grund zur Hoffnung. Wer dies seine Heimat nennt, lebt und stirbt mit dem kargen Land.

Der junge William ist die harte Arbeit gewöhnt - er kennt nichts anderes. Umso erstaunlicher ist der Vorschlag des Vaters, den Jungen nach Columbia zu schicken, damit er dort Landwirtschaft studiere. Vielleicht können sich auf diese Weise die Lebensverhältnisse der Stoners verbessern.

Die Universität in Columbia

Nach kurzer Zeit an der Universität gibt es für Stoner ein besonderes Erlebnis: er, der dürre und wortkarge Bauernsohn, wird im Englischunterricht plötzlich von der Liebe zur Literatur ergriffen. Bald darauf meldet er sich für das entsprechende Studium an und lässt die Agrarwissenschaften hinter sich. Seinen Eltern sagt er nichts von der Entscheidung - sie erfahren es erst Jahre später, als sie zur Feier der Graduierten nach Columbia reisen. Sie sind erschüttert, da ihr Sohn nicht auf die Farm zurückkehren wird, nehmen seine Entscheidung aber ohne großes Aufhebens an. Sie wissen, wie wenig Leben auf dem öden Land wartet.

Stoner verfolgt nach erfolgreichem Abschluss eine Laufbahn an der Universität; er möchte Dozent für Englische Literatur werden und seine Leidenschaft mit anderen teilen. Doch tut er sich aufgrund seiner trockenen Art mit der Tätigkeit schwer. Wenn er zu seinen Studenten spricht, ist nichts von der Euphorie zu spüren, die er selbst für das Thema empfindet. Er klingt spröde, wie das Land seiner Eltern.

Sein gesamtes Leben verbringt Stoner an der Universität in Columbia. Er gewinnt Freunde und Feinde, erlebt endlose Routinen und aufregende Zeiten. Ohne sonderlich aufzufallen, ist er ein integraler Bestandteil des Lehrbetriebs.

Die lieblose Ehe mit Edith

In der Liebe ist Stoner kein glückliches Los beschieden. Er verliebt sich früh und heiratet Edith Bostwick, eine junge Frau aus gutem Hause. Allerdings kommen die beiden zu keinem Zeitpunkt ihrer langjährigen Ehe richtig zusammen, bleiben einander fremd und unverständlich. Edith ist von ihrem Leben enttäuscht und versucht sich mehrmals in alternativen Entwürfen, so z.B. sich als Künstlerin oder als sorgsame Mutter; aber letztendlich kann sie nichts befriedigen, schon gar nicht ihr langweiliger und spröder Mann. Denn mehr ist Stoner nicht: er ist und bleibt der Sohn zweier Bauern, der über wenig Lebensgefühl und Charme verfügt.

Zum Buch

Der Roman wurde 1965 erstmals veröffentlicht und in der Folgezeit wenig beachtet. Es ist allein Edwin Frank und seinen New York Review Books zu verdanken, dass wir heute diesem modernen Klassiker der nordamerikanischen Literatur die nötige Beachtung schenken. Er legte das Buch im Jahr 2006 erneut auf und machte es einem größeren Publikum zugänglich. Augenblicklich stellte sich der Erfolg ein und verschaffte Stoner den Platz, den er verdient.

Fazit

Stoner ist ehrlich und traurig: eine besondere Lebensgeschichte, die berührt und fasziniert.

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