Meine Schwester, die Serienmörderin

Erschienen: März 2020

Bibliographische Angaben

- OT: My Sister, the Serial Killer

- aus dem Englischen von Yasemin Dinçer

- HC, 240 Seiten

Couch-Wertung:

89

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Lisa Reim
Eine mordende Sexbombe und ihre fürsorgliche Schwester

Buch-Rezension von Lisa Reim Mai 2020

Korede ist Krankenschwester und weiß deshalb eine Menge über Desinfektionsmittel, Reinheit und gründliches Saubermachen - Wissen, das ihr und ihrer Schwester Ayoola regelmäßig zugutekommt, denn Letztere hat die Angewohnheit, ihre Männerbekanntschaften umzubringen. Schon zum dritten Mal räumt Korede hinter ihrer jüngeren Schwester auf, welche mal wieder behauptet, aus einer Not heraus das Messer ihres verstorbenen Vaters eingesetzt zu haben. Korede macht da bereitwillig mit, ist sie doch als ältere der beiden für Ayoolas Schutz verantwortlich. Während Korede sich zunehmend Sorgen macht, dass ihre Schwester sich zu einer Serienmörderin entwickelt und sie beide erwischt werden könnten, sorgt sich diese nur um ihr perfektes Aussehen und dessen Präsentation auf Instagram. Für Korede verschlimmert sich die Situation, als Ayoola etwas mit dem Arzt Tade anfängt - denn auf diesen hatte Korede selbst ein Auge geworfen. Doch gegen ihre wunderschöne Schwester kommt sie (mal wieder) nicht an. Nun muss Korede sich entscheiden: Warnt sie Tade vor ihrer mörderischen Schwester oder deckt sie Ayoola weiterhin?

Blut ist dicker als Bleiche

Die Nigerianerin Oyinkan Braithwaite hat mir ihrem Debüt für enorme Aufmerksamkeit gesorgt und schaffte es mit Meine Schwester, die Serienmörderin auf die Longlist des Booker Prize. Dass sich der Roman zum internationalen Bestseller gemausert hat, ist ohne Zweifel Braithwaites wunderbarem Erzählstil zu verdanken, wenn auch der Inhalt etwas vorhersehbar und mit weniger Tiefgang daherkommt, als der Hype vermuten lässt.

Die Handlung um die ungleichen Schwestern klingt zunächst hochdramatisch: Beide verstricken sich immer mehr in ihre fragwürdige Vergangenheit und noch dazu in eine verzwickte Liebesgeschichte. Doch von Herzschmerz oder Thriller-Abenteuer ist diese Story meilenweit entfernt. Stattdessen hat Braithwaite das Buch vollgepackt mit schwarzem Humor, den Ich-Erzählerin Korede zusätzlich mit ihrem Zynismus befeuert. Und so findet man sich beinahe in einer Komödie wieder, in der die Absurdität von Ayoolas Handeln auf das pragmatische Denken ihrer Schwester trifft, und in der Männer nicht besonders gut wegkommen, sollten sie die Handlung überhaupt überleben.

Aber auch dem Ernst der Sache räumt Braithwaite durchaus Relevanz ein: Korede und Ayoola kommen aus einer traumatisierten Familie, die unter dem strengen und brutalen Regiment des Vaters zu leiden hatte. Hier hat sich Korede ihre Opferbereitschaft für ihre Schwester angeeignet und diese wiederum womöglich ihren Hang zur Ermordung von Männern. So witzig Koredes Erzählung auch geschildert sein mag, begreift man als Leser doch recht schnell, dass es sich bei den Geschehnissen um Bewältigungsstrategien zweier zutiefst verletzter Schwestern handelt. Denn so gut sich Korede auch mit der Beseitigung von Blut auskennt – manche Dinge der Vergangenheit lassen sich nicht mit Bleiche übertünchen. Den Text treibt deshalb auch eine spürbare Traurigkeit um, die zusammen mit Koredes ironischem Erzählstil eine faszinierende Mischung ergibt.

Fazit

Spannende Familiengeschichte mit einem Hauch Krimi und Romantik. Knapp gehalten, toll erzählt und zu jedem Zeitpunkt enorm unterhaltsam.

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