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Lisa Reim
Sollen sie doch bitte meine Scheiß-Bücher lesen

Buch-Rezension von Lisa Reim Mai 2020

Das Kurhotel Reichenshoffer lädt zu seinem jährlichen Kulturevent: Der nervöse Juniorchef des Hauses stimmt die Zuschauer auf den Ehrengast ein, während Moderatorin Mariella Brem ebenso nervös auf ihren Auftritt wartet. Sie soll Schriftstellerlegende Frederic Trömerbusch interviewen, den berühmten Romancier, der schon seit Längerem nichts mehr publiziert hat und von solchen Veranstaltungen nichts hält. Ein Umstand, den Mariella selbst zu spüren bekommt, als Trömerbusch sie während des Interviews vorführt und sich selbst als Arrogantling inszeniert. Der alternde Schriftsteller scheint jegliche Muse verloren zu haben - und das durchaus wörtlich, wie sich später herausstellen wird.

Der Kulturbetrieb in der Mangel

Vier Stern Stunden – ein Titel, der sich sowohl auf das Vier-Sterne-Hotel, das dortige Kulturevent „Sternstunden“ und auf die vier Dramatis Personae bezieht, und der gleichzeitig suggeriert, dass es sich bei dem Interview-Abend um eine qualitativ hochwertige Veranstaltung handelt. Stattdessen wird der eitle Kulturbetrieb durch den Kakao gezogen. Jede Figur in Daniel Glattauers Kabinettstück verkörpert ein bestimmtes Klischee: Der Juniorchef ist der schmierige Hotelmensch, der verzweifelt versucht, den Schein eines Luxushotels mit kultureller Relevanz aufrechtzuerhalten; Moderatorin Mariella ist voll und ganz überzeugte Anhängerin Trömerbuschs, genießt den vom Juniorchef aufgerufenen Glanz einer elitären Gemeinschaft und nimmt sich dabei selbst viel zu ernst; entblößt werden beide durch Trömerbusch, der zwar mit seinen Werken zum Selbstbild dieser Szene beigetragen hat, nun jedoch einer Midlifecrisis verfallen ist und von allem die Nase voll hat; für ihn verschlimmert sich die Lage, als seine Muse Lisa, die sich in ihrem Zimmer verstecken muss, einsieht, dass sie nicht in dieses System passt und Trömerbusch kurzerhand verlässt. Selbst das jenseits der 60 angesiedelte Publikum des Abends, das eigentlich nur zugegen ist, weil das Bridge-Turnier gerade zu Ende gegangen ist, betont den angestaubten Charakter einer irgendwie entbehrlichen Kulturszene.

Natürlich ist es schön zu sehen, dass ein gefeierter Bestseller-Autor in literarischer Selbstreflexion die Hybris des Kulturbetriebs mit Witz und Ironie selbst aufdeckt. Doch eine gnadenlose Abrechnung ist das hier nicht. Das Stück ist mit seinen 108 Seiten zwar sehr kurz und komprimiert, kommt aber trotzdem recht fad daher. So ganz nehmen einen die vier Figuren nicht mit, und auch der Witz bleibt häufig auf der Strecke. Vermutlich würde das Stück auf der Bühne besser rüberkommen - einige Pointen können gespielt mit Sicherheit mehr punkten, als gelesen.

Fazit

Eine nette Kultursatire, die ein wenig mehr Witz und Spannung vertragen könnte. Als Theaterinszenierung ist das Werk aber bestimmt zugänglicher.

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