Jemand wie du

Erschienen: Februar 2020

Bibliographische Angaben

- OT: Alguien como tú

- aus dem Spanischen von Petra Zickmann

- TB, 320 Seiten

Couch-Wertung:

65

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Lea Gerstenberger
Ein paar Momente können so wertvoll sein wie das ganze Leben

Buch-Rezension von Lea Gerstenberger Apr 2020

Gina ist eine ganz normale Jugendliche in Barcelona: rebellisch, neugierig, und mit ihrem Vater verkracht. Als sie gerade wutschnaubend die gemeinsame Wohnung verlassen will, begegnet sie einem Mann aus Wales, der ihre längst verstorbene Mutter sucht. Er hat eine Visitenkarte von Paulina Homs, auf der „Appelle-moi!“ steht: „Ruf mich an!“. Die Jugendliche weiß kaum etwas über ihre Mutter, und deshalb macht sie sich daran, die geheime Geschichte von Paulina Homs zu entwirren.

Was Paulina Homs in ihren jungen Jahren erlebt hat, welche große und tragische Liebesgeschichte hinter dem Fund steckt und wie die Visitenkarte in die Hände des Walisers gelangte, soll dem Leser an dieser Stelle nicht verraten werden. Es brauchte lediglich fünf Tage in Paris, die Paulinas Leben gehörig ins Wanken brachten und alles veränderten – Ginas Geschichte ist der Rahmen dafür, die Erlebnisse von Paulina zu erzählen. Hinter Liebe und Leidenschaft stehen noch andere Fragen: Welche Lebensentscheidungen treffen wir, können und wollen wir sie irgendwann ändern, und was ist uns wirklich wichtig? Muss alles für die Ewigkeit sein, oder genügt ein kurzer Zeitraum des absoluten, unumstößlichen Glücks, um für immer davon zu zehren?

Wortgewaltige Romantik statt großer Geheimnisse in Paris

Bosch beschreibt die Gefühle und Ereignisse - jene fünf Tage machen den Großteil des Romans aus – mit enormer Wortgewalt und Intensität. Die Liebe hat in diesem Roman eine große Kraft, aber dennoch geraten manche Passagen etwas zu schwülstig - vielleicht, weil die Liebe mehr Raum erhält als die Figuren selbst, die mitunter etwas undurchsichtig bleiben, obwohl wir ihre intimsten Gefühle erfahren. Insbesondere die Rahmenhandlung rund um Gina bleibt dabei eher nichtssagend, wozu auch der große Zeitsprung beiträgt, der zwischen dem Anfang und dem Ende des Romans erfolgt. Das Beiwerk dient dazu, das Rätsel um die Visitenkarten aufzulösen, was aber nicht übermäßig spannend zu verfolgen ist und vielleicht auch anders und mit mehr Fokus auf den Hauptfiguren hätte erzählt werden können.

Das Rätsel ist also nicht so groß, wie man anhand des Klappentextes erwarten könnte, sodass man sich eher auf eine romantische Liebesgeschichte vor lebensfroher Kulisse einstellen sollte, als auf große Geheimnisse. Dann ist die Story durchaus gelungen und liest sich größtenteils sehr atmosphärisch und stimmungsvoll. Das Pariser Künstlermilieu, französisches Savoir-Vivre und vor allem Bücher sorgen dafür, dass sich der Leser selbst ein bisschen verliebt – und zwar in Paris, die Stadt, die prädestiniert ist für Romanzen, welche zwar nicht die ganze, wohl aber die eigene Welt verändern können. So eröffnet der Roman Kurzweil und Sehnsucht nach der Stadt an der Seine.

Die im Kern ziemlich gelungene Idee vermittelt allerdings trotzdem den Eindruck, dass zu viel in den Roman gepackt wurde, um die Liebesgeschichte anzureichern – die zweite Handlungsebene, die wiederum nicht interessant genug ausgebaut wurde, das Schicksal des Walisers, das letztlich keine wirkliche Relevanz hat, und das Visitenkarten-Mysterium, das dann doch etwas schnell abgehandelt wird. Fast meint man, dass Paulinas fünf lebensverändernde Tage dem Autor für ein ganzes Buch nicht gereicht haben, obwohl es doch genau darum geht. Weniger wäre hier womöglich wieder einmal mehr gewesen und hätte nicht so sehr von der fesselnden Hauptstory abgelenkt, die den Leser am Ende sowohl glücklich als auch wehmütig zurücklässt.

Fazit

Jemand wie du bietet eine romantische, sehnsuchtsvolle und traurige Liebesgeschichte, die sich locker lesen lässt und dabei trotzdem große Fragen aufwirft. Obwohl das „Drumherum“ bisweilen zu viel wird, kann man sich von dem Roman wunderbar in eine Geschichte entführen lassen, deren Botschaft noch eine Weile nachhallt.

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