Der Mann, der seinem Gewissen folgte

Erschienen: November 2019

Bibliographische Angaben

- OT: The Trial of Sören Qvist

- aus dem Englischen von Susanne Höbel

- HC, 272 Seiten

 

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Sandra Dickhaus
Ein Kriminalfall nach einer wahren Begebenheit

Buch-Rezension von Sandra Dickhaus Mär 2020

Was bringt einen unbescholtenen Mann dazu, einen Mord zu gestehen, den er nie begangen hat? Die bereits 1998 verstorbene Schriftstellerin Janet Lewis geht dieser Frage in ihrem zweiten Roman auf den Grund. Hier geht es um einen strittigen, berühmten Justizfall. Aufgearbeitet wird nämlich ein Indizienprozess in Jütland aus dem Jahre 1625 handelt: Pastor Sören Qvist, bekannt für seine Empathie, seine Güte, aber auch seinen schwer zügelbaren Jähzorn, ist das hochgeschätzte Gemeindeoberhaupt des Dorfes. Nun steht er vor Gericht. Doch wie konnte es dazu kommen? In einer Rückschau gibt Lewis wieder, was geschah und wie die Gemeinde und der Pastor mit dem unwiderruflichen Schicksal umgehen. Sie erzählt stringent ruhig und beginnt mit der Ankunft eines Wanderers im Ort, der die Gegend scheinbar kennt. Er gibt sich als Niels, den Bruder des reichen, nicht wirklich beliebten Mortens aus. Aber ist Niels nicht schon vor 22 Jahren auf dem Dorffriedhof begraben worden? Zweifel tun sich auf, es ergeben sich Fragen über Fragen. Und dann beginnt die Rückschau: Der Leser weiß von Beginn an, dass Sören Qvists Schicksal besiegelt ist, und erfährt nun die Geschichte rund um Niels und den hingerichteten Pastor.

Eine Mordanklage für ein Verbrechen, das der Beschuldigte nie begangen hat

Der Pastor wird des Mordes angeklagt. Er soll seinen Knecht Niels getötet und anschließend in seinem Garten begraben haben. Die Gemeinde ist geschockt: Das kann nicht wahr sein! Doch er bekennt sich schuldig. Es ist schon von Beginn an klar, dass er verurteilt wird – und das zu Unrecht. Qvist gibt ein Verbrechen zu, das er nie begangen hat. Seine Freunde wollen ihn entlasten, seine Kinder bieten ihm sogar die Möglichkeit der Flucht aus dem Gefängnis, aber er bleibt dabei: er habe den Mord begangen. Daraufhin wird er hingerichtet.

Verantwortung, Schuld und Moral spielen eine große Rolle

Doch, welche Beweggründe stecken dahinter? Warum bekennt sich jemand eines solch schweren Verbrechens für schuldig, das er nie getan hat? Es geht um Verantwortung, Schuld und Moral – das versteht der Leser schnell. Doch wer einen aufgeregten Erzählstil erwartet, der irrt. Die historisch belegte Grundidee bietet die Möglichkeit zur Diskussion, aber dennoch vermag der Roman nicht zu fesseln. Der Zugang zum Geschehen gelingt nicht sofort und auch nicht in Gänze. An Erzählstoff und Aufbau liegt es nicht - die Langsamkeit lähmt den Leser, will ihn aufschreien lassen, es solle doch jetzt weitergehen. Für Ungeduldige ist dieser Roman nicht wirklich geeignet. Auch bleibt man am Ende immer noch ratlos zurück, was dem einen oder anderen recht unbefriedigend erscheinen dürfte.

Fazit

So interessant der Gedanke ist, einen historischen Justizfall literarisch aufzuarbeiten, so kann der Roman doch nicht vollständig überzeugen. Zu leise und unauffällig schildert die Autorin die Ereignisse rund um einen wirklich spektakulären Indizienprozess mit fatalem Ausgang und wird damit dem Geschehen nicht gerecht.

Der Mann, der seinem Gewissen folgte

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