Bekenntnisse eines englischen Opiumessers

Erschienen: Februar 2019

Bibliographische Angaben

- OT: Confessions of an English Opium Eater

- aus dem Englischen von Leopold Heinemann

- HC, 96 Seiten

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80

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Jörg Kijanski
200 Jahre später immer noch ein Erlebnis

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Feb 2020

Thomas De Quincey (1785-1859) war ein bekannter Schriftsteller, der als einer der führenden Romanciers und Essayisten seiner Zeit galt. Seinen Ruhm verdankte er vor allem zwei Werken: dem 1827 veröffentlichten Essay „Der Mord als schöne Kunst betrachtet“ („On Murder Considered as One of the Fine Arts“) und dem hier besprochenen „Bekenntnisse eines englischen Opiumessers“ („Confessions of an English Opium-Eater“), der 1822 erstmals in Buchform erschien. Beide Werke sind auch rund zweihundert Jahre später problemlos erhältlich und immer noch lesenswert. De Quincey beeinflusste viele bekannte Autoren, darunter Wilkie Collins, der als einer der Erfinder der Detektivgeschichte gilt, sowie später Edgar Allen Poe, um allein im Sektor der Spannungsliteratur zu bleiben. Aktuell setzte ihm vor wenigen Jahren der in Kanada geborene Bestsellerautor David Morrell ein literarisches Denkmal, indem er De Quincey zu einer Hauptfigur in einer Trilogie historischer Kriminalromane machte, von denen zwei Teile („Der Opiummörder“, „Die Mörder der Queen“) bereits hierzulande erschienen sind. Morrell seinerseits („Rambo“, „Creepers“, „Level 9“) gilt als Begründer des modernen Actionromans.

Jugend- und Schuljahre

„Bekenntnisse eines englischen Opiumessers“ beschreibt das Leben des Protagonisten bis in den Mai 1818 und unterteilt sich in zwei Sektionen: Zunächst berichtet er von seiner Jugendzeit, anschließend von seinem Umgang mit Opium. Als der Vater, ein einfacher Kaufmann, stirbt, ist der junge Thomas erst sieben Jahre alt. Insgesamt sieben Erben teilen sich dreißigtausend Pfund, doch der Junge hat davon erst einmal nichts. Gleich vier Vormünder kümmern sich um ihn, drei davon sind ihm verhasst. Mit siebzehn Jahren verlässt er fluchtartig die Schule und macht sich auf Richtung Wales, doch sein Erspartes reicht nicht lang. Er ernährt sich teils nur von Waldfrüchten und kehrt entkräftet nach London zurück. Hier könnte er um Geld betteln, doch hat er Angst, sein Vormund würde ihn wieder zur Schule schicken. So lebt er zunächst unter elenden Umständen ständig hungernd in der Oxford Street, wo ihm ein dubioser Mann immerhin Unterschlupf in seinem weitgehend leerstehenden Haus gewährt. Ein junges Mädchen und zahlreiche Ratten leisten ihm Gesellschaft.

Vom hungerleidenden Schüler zum Opiumesser

Es ist der Herbst 1804, in dem Thomas De Quincey erstmals eine Opiumtinktur zu sich nimmt. Drei Wochen hatte er unerträgliche Schmerzen, auf einen Schlag sind diese verschwunden. Eine verhängnisvolle Offenbarung nimmt ihren Lauf. De Quincey genießt zunächst die berauschende Wirkung des Opiums, welches er meist in flüssiger Form einnimmt. Später wird er bis zu achttausend Tropfen Laudanum pro Tag trinken, dabei gilt bereits ein Esslöffel als lebensgefährlich. Dieser zweite Teil der „Bekenntnisse“ gliedert sich folgend in drei Etappen: Die Freuden, die Einleitung zu den Leiden und schließlich die Schrecken des Opiums.

„Dies ist die Lehre der wahren Kirche des Opiums und ich selbst bin der einzige Gläubige dieser Kirche – ihr Alpha und Omega.“

Thomas De Quinceys biografische Lebensauszüge sind interessant, wenngleich er darauf hinweist, dass ja nicht der Autor, sondern das Opium und dessen Wirkung den Leser am meisten fessle. Sein Blick auf die Droge ist zunächst wenig differenziert; erst später, als ihn Tagträume und Wahnvorstellungen begleiten, ändert sich seine Sicht - da ist er schon seit Jahren abhängig. De Quincey war – wie erwähnt – ein großer Schriftsteller seiner Zeit, was sich in seinen knapp hundert Seiten langen „Bekenntnissen“ niederschlägt. Bereits mit dreizehn Jahren konnte er griechisch lesen und schreiben, war seinen Lehrern haushoch überlegen. Später lebte er jahrelang in einem kleinen Bauernhaus - zusammen mit einem jungen Dienstmädchen und fünftausend Büchern. Die deutschen Metaphysiker wie Kant und Fichte taten es ihm besonders an, die großen griechischen und lateinischen Klassiker sowieso.

Fazit

Thomas De Quincey schreibt nicht nur über Opium, er hat es weite Teile seines Lebens selbst in Übermengen zu sich genommen. Seine Erkenntnisse bieten ein komplexes, aber stets literarisch ansprechendes Bild. Kurzweilige Einblicke in eine abgründige Welt!

Bekenntnisse eines englischen Opiumessers

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