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Sebastian Riemann
Zurückgehen um voranzukommen

Buch-Rezension von Sebastian Riemann Okt 2019

Martin und Noah sind beste Freunde. Gemeinsam sind sie in der deutschen Provinz aufgewachsen und dann nach München gegangen, um in der ach so großen Hauptstadt Bayerns das Leben kennenzulernen. Martin studiert und führt ein unauffälliges Dasein. Noah wird Schauspieler und überraschend schnell eine Berühmtheit, da er in einem anspruchslosen, aber sehr erfolgreichen Film mitwirkte. Noah bewegt sich durch die High Society Münchens, kennt viele Stars und Sternchen. Er ist Teil dieser Gruppe aus schönen und reichen Menschen, die scheinbar über dem Leben stehen und zu Höherem bestimmt sind. Manchmal lädt er auch Martin zu einer Party ein, steht dieser auch meist nur am Rande, ohne Teil der Gruppendynamik zu werden - schließlich ist Martin sein Freund aus Kindertagen. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein.

Rückkehr in die Heimat

Im Rausch begeht Noah eine kleine Dummheit und will am nächsten Morgen aus München fliehen. Er steht mit einem Mietwagen vor Martins Haus. Sie müssen los, raus aus der Stadt. So hat es Noah beschlossen, und deshalb setzt sich Martin zu ihm in den Wagen. Noah bestimmt, wo es langgeht. Martin stellt kaum Fragen und Widerstand leistet er keinen, denn seine Rolle in dieser Freundschaft erfordert von ihm vor allem Gehorsam.

Die Flucht führt die beiden zurück in die Heimat, wo Noah das Beweismaterial seiner Münchner Schandtat verschwinden lässt und sich eine Auszeit gönnt. Martin überrascht die Eltern mit seiner Ankunft und hat eigentlich nichts zu tun. Es war schließlich nicht seine Idee, aus München zu fliehen und sich der heimatlichen Provinz samt Gartenzaun und Grillwürsten wieder in die Arme zu werfen.

Alte Liebe und alte Abneigung

Unwohl fühlt sich Martin in der alten Heimat, doch zugleich ist er hoch euphorisch. Der Grund dafür liegt bei Mugo, seiner einstigen Freundin, die er noch immer verehrt und in den Himmel hebt. Sie bringt ihn um den Verstand. Wenn er ihren Namen hört, schlägt sein Herz höher und er wird nervös wie ein kleiner Junge. Sie war es aber auch, die ihm damals zeigte, wie verlogen und falsch die Fassade der harmonischen Dorfzufriedenheit ist. Denn Mugo ist eine Rebellin, die sich mit dem Status Quo nicht zufrieden gibt. Mit viel Wut im Bauch lehnt sie sich gegen die Bürgerlichkeit und die Biedermeier auf, weil sie selbst nicht dazugehört und ausgeschlossen wird. Natürlich ist Martin ganz auf ihrer Seite, auch wenn er aus gutbürgerlichem Haushalt kommt und sein bester Freund zu den erhabenen Kreisen der Münchener Schickeria gehört. Denn Martin kann nicht anders, als jedes Wort aus Mugos Mund für bare Münze zu nehmen. Sie ist seine persönliche Chefideologin und er der gehorsame Messdiener.

Der unsichere Martin

Die beiden wichtigsten Personen im Leben von Martin sind auf den entgegengesetzten Extremen der Gesellschaft angesiedelt. Mugo ist die Außenseiterin aus ärmlichen Verhältnissen, die in einem dreckigen Haus am Dorfrand lebt, und Noah ist der Strahlemann, dessen Familie ein großes Anwesen mit modernem Haus besitzt und zur eleganten Grillparty einlädt. Den beiden ist gemein, dass sie Persönlichkeit und einen Weg vor sich haben, während Martin ihnen lediglich hinterher läuft und keine eigenen Entscheidungen treffen kann. Er ist unbeholfen und unsicher. Er wagt es nicht, einen Schritt nach vorne zu machen und sich selbst ins Leben zu werfen.

Fazit

Kristin Höller hat mit Martin einen greifbaren und lebendigen Charakter erschaffen, der den Leser mit seiner schüchternen und mitunter kindlichen Art zu berühren vermag. Man fiebert mit ihm mit und will ihn ermutigen, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Da die Ereignisse sich am Ende des Buches überschlagen, spürt man seine Energie und Entschlossenheit, endlich Herr seiner Selbst zu werden und seinen Weg im Leben zu suchen.

 

 

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