Die Ladenhüterin

Erschienen: September 2019

Bibliographische Angaben

- OT: Konbini Ningen

- aus dem Japanischen von Ursula Gräfe

- TB, 145 Seiten

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86

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Monika Wenger
Im Konbini hatte stets Normalität zu herrschen, notfalls musste sie erzwungen werden

Buch-Rezension von Monika Wenger Okt 2019

Keiko ist bereits über 30, hat studiert, arbeitet jedoch seit 18 Jahren in einem japanischen 24/7-Supermarkt - einem Konbini - als Aushilfe. Sie liebt die Arbeit und lebt nur dafür. Der Tagesablauf ist genau geregelt und diese Gleichförmigkeit gibt Keiko alles, was sie braucht.

Bereits als Kind beschließt Keiko, zu schweigen und damit der Normalität zu entsprechen. Ihr Verhalten eckte oft an und brachte ihre Eltern und ihre Schwester an den Rand der Verzweiflung. Ihr fehlte und fehlt es eindeutig an Empathie. Das Verhalten ihres Umfeldes kann Keiko oft nicht verstehen. Sie handelt aus Gründen der Vernunft; Emotionen sind ihr nicht geheuer. Keiko zieht sich deshalb immer mehr zurück, um nicht aufzufallen. Mit dieser Strategie meistert sie ihr Studium, und mit der Arbeit im Konbini findet sie endlich ihre Bestimmung.

Ihr Privatleben ist ausgerichtet auf ihre Arbeit. Ihre seltenen Treffen mit ehemaligen, mittlerweile verheirateten Mitschülerinnen und ihrer Schwester hinterlassen stets einen schalen Nachgeschmack. Immer wieder wird Keiko gefragt, wann sie endlich heiraten und Kinder kriegen, wann sie endlich der Norm entsprechen wird.

Die Entlassung eines Konbini-Mitarbeiters bringt dann das Leben von Keiko auf eigenartige Weise durcheinander, und sie erhält eine Chance auf Normalität.

«Der Mensch hat die Pflicht, ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu werden, indem er einen Beruf ergreift oder eine Familie gründet. Oder beides...»

Die Autorin beschreibt in diesem Roman, wie die Erwartungshaltung einer ganzen Gesellschaft das Leben einer einzelnen Person, welche nicht der Norm entspricht, beherrschen kann - eine Gesellschaft, in der Arbeitseifer und Familienplanung das Wichtigste sind und eine Abweichung davon nicht willkommen ist, ja sogar als Provokation gilt.

Sayaka Muratas Roman ist gesellschaftskritisch. Das macht einerseits betroffen, bringt aber Dank den satirischen Einlagen den Leser zeitweise auch zum Schmunzeln. Das Buch ist lesenswert, unterhaltsam und gewährt interessante Einblicke in die japanische Gesellschaft.

FAZIT

Klare, schnörkellose Sätze zeichnen den Roman aus, der uns Europäern einen Einblick in die japanische Gesellschaft gewährt. Eine unterhaltsame, geradlinige und auch tiefgründige Geschichte auf knapp hundertfünfzig Seiten.

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