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Sebastian Riemann
Zwei grandiose Meister und die Frage nach der Inspiration

Buch-Rezension von Sebastian Riemann Okt 2019

Andrea Mantegna und Giovanni Bellini waren zwei Meister der frühen Renaissance, die in besonderer Beziehung zueinander standen. Sie waren über familiäre Bande verknüpft und beeinflussten sich gegenseitig. Deshalb sind sie für die Forschung von großem Interesse und werden gern zusammen betrachtet. Ihre Werke werden nebeneinander gestellt und miteinander verglichen: auf markante Gemeinsamkeiten wird hingewiesen, aber auch auf die feinen Unterschiede. Und beständig schwebt die Frage in der Luft: wer hat hier wem nachgeeifert?

Der vorliegende Band zeigt das Schaffen der beiden Maler und eröffnet dem Leser zudem die aktuellen Diskussionen in der Forschung. Über die Zuordnung der Bilder wird gestritten, ebenso über das Geburtsdatum von Giovanni. Die unterschiedlichen Techniken werden verglichen und fachmännisch erklärt. Die Lebensgeschichten der beiden Künstler und ihre Heimatstädte – Padua und Venedig – werden kontextualisiert und ins Verhältnis gesetzt, um dem Leser ein großes, ganzheitliches Verständnis für diese beiden herausragenden Maler zu vermitteln. Ein beachtlicher Band für Liebhaber der Renaissancemalerei!

Mantegna und der Triumphzug Cäsars

Heute kennt man Mantegna vor allem als Historienmaler. Seine Darstellung des Triumphzuges Cäsars nach den gallischen Kriegen gilt als sein wichtigstes Werk. In neun großen Szenen stellte er die Prozession dar, die aus unzähligen Personen, Tieren und Beutegut bestand. Geschmückte Pferde, Ochsen und Elefanten finden sich darin, ebenso wie gut gekleidete Edelmänner und einfaches Fußvolk. Sie tragen prächtige Vasen, Goldschätze und bunte Standarten. Die Musiker blasen in die Trompeten, um den Ruhm des Cäsar in alle Welt zu tragen. Es ist eine Huldigung an den einstigen Herrscher des römischen Reiches und eine Glorifizierung der Antike, ihrer Kultur und Ästhetik.

Doch Mantegna war weit mehr als nur Historienmaler. Der vorliegende Band zeigt die Vielfalt, die sein Werk ausmacht. Dabei fällt stets seine Liebe zum Detail auf, die sich in zahllosen Ausschmückungen und haargenauen Linien zeigt. Aber auch die besonders plastische und lebensechte Darstellung der Figuren – wie in der Beweinung Christi – springt dem Betrachter ins Auge.

Squarcione und Nicolosia

Im Lebenslauf des Andrea Mantegna sind zwei Personen von herausragender Bedeutung: zum Einen sein Ausbilder und ausbeuterischer Ziehvater Francesco Squarcione, in dessen Werkstatt der junge Andrea das Handwerk der Kunst erlernte und bald seinen Meister in den Schatten stellte. Mantegna kam aus einfachen Verhältnissen und schätzte sich anfangs noch glücklich, unter der Obhut Squarciones als Maler reifen zu können. Später überwarfen sich die beiden und Mantegna verließ seinen einstigen Lehrer.

Die zweite wichtige Person war seine Ehefrau Nicolosia, zugleich eine Halbschwester von Giovanni Bellini. Sie schuf eine Verbindung zwischen den beiden Malern, die für ihr Schaffen wichtige Impulse geben sollte. Über Nicolosia fanden die ungleichen Männer zusammen und inspirierten sich gegenseitig.

Die Künstlerfamilie Bellini

Giovanni Bellini war Sohn des Jacopo Bellini, der zu seiner Zeit eine große und wichtige Werkstatt in Venedig unterhielt. Giovanni wuchs in guten Verhältnissen auf und wurde früh mit der Malerei vertraut. Die Kunst wurde ihm – anders als Mantegna – in die Wiege gelegt. Er konnte unmittelbar von seinem Vater, aber auch von seinem Bruder Gentile lernen. Ebenso hatte er Zugang zu den sehr reichhaltigen Skizzenbüchern Jacopos, aus denen er sich bedienen konnte. Seine Situation war überaus privilegiert und er wusste sie zu nutzen. Schon früh konnte er erste Erfolge feiern.

Bekannt wurde Giovanni Bellini für seine Porträts, aber auch für die Landschaften, die oft den Hintergrund bildeten und von ihm mit besonders viel Hingabe und Einfallsreichtum ausgestaltet wurden. Er ließ sich dabei von den Malern aus den Niederländern beeinflussen und experimentierte häufig mit den Lichtverhältnissen. Viele Experten sehen ihn in dieser Hinsicht als Vorbild für Mantegna.

Donatello

Großen Einfluss auf beide Maler übte ein anderer Künstler aus: Donato di Niccolò di Betto Bardi, genannt Donatello, erschuf zur Mitte des 15. Jahrhunderts zwei außergewöhnliche Werke in Padua - zum Einen das Reiterstandbild des Gattamelata, zum Anderen den Altar in der Basilica di Sant`Antonio. Er hatte sich an antiken Vorbildern orientiert und somit eine Wende in der Bildhauerei eingeleitet. Die ortsansässigen Künstler – unter ihnen der junge Andrea Mantegna – und auch Künstler aus der weiteren Region – darunter die Bellini Familie – wurden durch diese Werke stark geprägt.

Die Ausstellung in Berlin

Das vorliegende Buch ist verbunden mit der gleichnamigen Ausstellung in der Berliner Gemäldegalerie, die Werke der beiden Künstler vorstellte und miteinander in Verbindung setzte. Die Veranstaltung fand in den Monaten März bis Juni 2019 statt und lockte mehr als 190.000 Besucher in die Ausstellungsräume. Sie stand unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, der ebenfalls zu den Besuchern zählte.

Wer das Glück hatte, die Gemälde vor Ort betrachten und die Erklärungen hören zu können, findet im Buch die Erinnerungen zu neuem Leben erweckt. In höchster Qualität sind die Werke darin abgebildet und um zusätzliche Stücke ergänzt, die zum erweiterten Verständnis beitragen.

Fazit

Die Kunst der Meister Mantegna und Bellini wird prächtig dargestellt und mit großer Expertise erläutert. Ein Band zum Staunen und Diskutieren!

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