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Sebastian Riemann
Gedankenblitze und Scheidewege

Buch-Rezension von Sebastian Riemann Okt 2019

Es gibt im Leben jedes Menschen Ereignisse und Geschehnisse, die sich nachhaltig auf den zukünftigen Werdegang auswirken. Entscheidende Momente, die sich von der Oberflächlichkeit und Fülle der alltäglichen Vorkommnisse unterscheiden. Manchmal sind es äußere Ereignisse, die das Schöne oder Grausame der Welt offenbaren und beim Beobachter einen tiefen Eindruck hinterlassen. Manchmal handelt es sich um persönliche Veränderungen, die plötzlich stattfinden und sich in einer Verschiebung des Charakters niederschlagen. Danach ist man nicht mehr dieselbe Person, geht verändert aus dem Erlebnis hervor und blickt anders auf die Welt.

Otto A. Böhmer hat sich im vorliegenden Band einer Reihe solcher Momente gewidmet, um der Leserschaft die geistige Entwicklung berühmter Persönlichkeiten aus Literatur und Philosophie verständlich zu machen. In kurzen und prägnanten Texten berichtet er von Platon, Rousseau, Kant, Goethe, Schiller und vielen anderen, die ihre Zeit maßgeblich prägten, und den Momenten, da ihnen eine Erkenntnis zuteil wurde, die ihr Denken veränderte und sie zu den Personen machten, als die sie heute bewundert werden.

Schillers Drang nach Freiheit

Friedrich Schiller, der Dichterfürst, musste viele Jahre im biederen Württemberg leben und sich den dortigen Verhältnissen anpassen. Militärische Strenge und konservatives Denken herrschten vor, machten ihm das Leben schwer und mitunter unerträglich. Denn schon früh verspürte der junge Schriftsteller einen inneren Drang zur Freiheit, der vom Landesfürsten nicht geteilt wurde. Es kam zu Konflikten, in denen Schiller unterlegen war. Es wurde ihm angeraten, sein Verhalten zu ändern und sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen, seine liberalen Ausflüge würden nicht geduldet werden.

Aus diesen Erlebnissen ging Schiller gestärkt hervor und wurde zu dem feurigen Verfechter der Freiheit, den wir heute kennen. Er konnte die Enge in Württemberg nicht ertragen, wollte sich nicht einschränken und einschüchtern lassen, und floh aus der Heimat in die Provinz Thüringens, wo er sich endlich der Arbeit an seinen Texten hingeben konnte und von niemandem behelligt wurde.

Die für seinen Geist bedrohliche Atmosphäre prägte ihn und trieb sein Schaffen noch lange Zeit an.

Hegels Gedanken beim Anblick der Berge

Georg Wilhelm Friedrich Hegel war kein geistiger Überflieger und kein Wanderer. Er mochte die Wälder und Berge nicht, die seinen Freunden von der Universität so am Herzen lagen. Trotzdem vermochten sie es, ihn zu einer Tour durch das Gebirge zu überreden. Er ging mit, um ihnen eine Freude zu machen, musste aber schnell einsehen, dass die Tage in den Bergen so langweilig waren, wie er es sich vorgestellt hatte. Er konnte dem Blick auf die kahlen Felsen einfach nichts abgewinnen.

Zum Glück für die Philosophie war diese Wanderung Hegels ein entscheidender Moment in seinem Denken. Aus dem bestenfalls mittelmäßigen Philosophen wurde dabei nämlich der Dialektiker, der sich in die Geschichtsbücher einschrieb. Aus der unerträglichen Langeweile im Angesicht der Berge wurde eine einzigartige Weltanschauung geboren, die heute noch viele Menschen begeistert und zum Nachdenken anregt.

Fazit

Otto A. Böhmer gibt in 30 kurzen und unterhaltsamen Texten Einblicke in das Leben und Denken großer Persönlichkeiten. Dabei werden die Werke präsentiert und in ihren Kernaussagen dem Leser vermittelt, damit er sich ein Bild davon verschaffen kann. Es ist ein leichtes Buch mit interessanten Anekdoten und schönen Zusammenfassungen. Für Kenner der europäischen Geistesgeschichte ist es eine willkommene Ergänzung, für Laien ein angenehmer Einstieg.

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