Der Report der Magd

Erschienen: November 2017

Bibliographische Angaben

- OT: The Handmaid's Tale (ursprünglich erschienen 1985)

- aus dem Englischen von Helga Pfetsch

- Hardcover, 416 Seiten

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In der Republik Gilead lässt man Desfred keine Wahl: sie muss gebären. Sonst wird sie, wie alle Abweichler, entweder an der »Mauer» gehenkt oder in einen langsamen Strahlentod geschickt. Aber kein noch so totalitärer Staat kann das Begehren auslöschen – weder das von Desfred noch das der beiden Männer, die ihre Zukunft in der Hand haben ... Brillant erdacht und geschrieben: Margaret Atwoods messerscharfer Blick und ihr beißender Witz machen diese beängstigende Beschwörung eines Amerikas des 21. Jahrhunderts zu einem beunruhigenden und vielschichtigen Meisterwerk, das längst zum Kultbuch avanciert ist...

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Letzte Kommentare:
12.10.2019 14:09:42
leseratte1310

Dieses Buch wurde bereits 1985 geschrieben und ist immer noch aktuell. Frauen haben dafür gekämpft, dass sie gleichberechtigt sind. Nicht alles war geschafft, aber wir befanden uns auf einem guten Weg. Doch in letzter Zeit wendet verändert sich diese Entwicklung und orientiert sich rückwärts. Es ist erschreckend.
Aber genauso erschreckend ist es, was Desfred in der Republik Gilead erlebt. Man hatte sie vor eine Wahl gestellt, die kaum eine war. Entweder sie wurde an der Mauer gehenkt oder sie fügt sich in das Leben als Magd. Als Magd hat sie Kinder zu gebären für Frauen, denen es nicht möglich ist, ein Kind auszutragen. Nur dafür ist sie da, ansonsten hat sie keine Rechte. Alles in Gilead ist Regeln unterworfen und diese Regeln verbieten Frauen, dass sie Lesen und Schreiben dürfen. Sie müssen seltsame Kleidung tragen, an der man erkennen kann, was sie sind und die den Blick einschränkt. Es gibt Wächter, Tanten, Marthas und Mägde. Aber eines kann man nicht verhindern, dass Frauen denken.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, die Atmosphäre aber bedrückend und düster. Wir erfahren diese Geschichte aus der Perspektive von Desfred. Sie hat nicht viel zu tun und daher Zeit, Zeit zum Nachdenken. Ihre Gedanken schweifen immer wieder ab in die Zeit vor Gilead, als sie noch über sich selbst bestimmen konnte und Mann und Kind hatte. Diese Gedanken sind nüchtern und sehr sprunghaft. Die Charaktere blieben mir zu fremd, als dass ich hätte mit ihnen fühlen können.
Auch wenn ich finde, dass das Buch Längen hat, so war es durchaus auch spannend. Das Ende lässt einen etwas ratlos zurück, denn es bleibt vieles offen.
Es ist eine bedrückende Geschichte über eine Gesellschaft, die totalitär und patriarchalisch geprägt ist und mich eigentlich nur wütend gemacht hat.

02.09.2019 20:32:05
K.-G. Beck-Ewerhardy

In einer nicht allzu fernen Zukunft hat sich das äußere Bild der USA stark verändert und die Bundesstaaten sind nicht mehr wieder zu erkennen. In einer alttestamentarisch-grundgelegten aber im Anspruch christlichen Republik mit dem Namen Gilead sind die Städte durch Stra-ßensperren kontrollierbar gemacht worden, religiöse oder ideologische Abweichler wurden außer Landes gebracht oder werden hingerichtet und Lesen ist nur noch einigen Privilegierten erlaubt.

In dieser Kultur lebt Offred – so zumindest lernen wir die Erzählerin dieser Geschichte ken-nen. Sie ist eine Magd – was in Gilead bedeutet, dass sie als staatlich verpflichtete Leihmutter hoch gestellten Ehepaaren zur Verfügung gestellt wird, die selber auf Grund der Unfruchtbar-keit der Frau keine Kinder bekommen können. Die Mägde sind zu erkennen an ihrer roten Nonnentracht und in ihren reproduktiven Phasen müssen sie auf den Schenkeln ihrer jeweili-gen Herrinnen den Samen der jeweiligen Ehemänner empfangen. Durch eine Geburt vor der Entstehung des Staates Gilead hatte Offred ihre Zeugungsfähigkeit bereits unter Beweis ge-stellt und in der durch Umweltverschmutzung und –katastrophen größtenteils steril geworden Weiblichkeit der Republik ist sie zu einer nationalen Ressource geworden, deren eigener Wille keine Rolle mehr spielen darf.

Durch die Augen der Magd lernen wir zunächst die Welt von Gilead mit ihrer sehr klar gefüg-ten Struktur, ihren Gesetzen und ihren Kriegen kennen. Daneben werden den Leserinnen und Lesern in regelmäßigen Flashbacks die Vorgeschichte Offreds und der politische und soziale Weg zu Gilead vorgestellt, einer totalitären Gesellschaft auf der Grundlage der evangelisti-schen Fernsehpredigt. Eindringlich und erschreckend wird hier eine Welt gezeichnet, wie sie sich speziell keine Frau wünschen kann und wie sie auch für die beteiligten Männer immer mehr Schwierigkeiten bringt.

In einer Zeit in der die Menschen in den westlichen Zivilisationen sehr viele Rechte und Frei-heiten als selbstverständlich erachten, die teilweise für bestimmte Teile der Bevölkerungen erst in den letzten 100 bis 50 Jahren Gültigkeit bekommen haben, vergessen die Menschen gerne, dass diese Rechte und Freiheiten lange und hart erkämpft wurden und deswegen eben nicht selbstverständlich sind. Gerade in einer Zeit, in der der internationale Terrorismus Staaten dazu treibt, bürgerliche Freiheiten und Grundrechte einzuschränken – im Namen einer verbesserten Sicherheit für alle – darf man nicht aus dem Auge verlieren, wie viel Freiheit man wirklich bereit ist für die eigene Sicherheit aufzugeben und wo die Grundlagen der Ge-sellschaft selbst durch die Einschränkung in Gefahr gerät. Dies kann im Endeffekt natürlich nur jeder für sich selbst entscheiden – doch dieser Roman zeigt sehr deutlich, was geschehen kann, wenn zu viele Menschen in einem Gemeinwesen die eigene Entscheidung allzu lange hinaus zögern. Denn Gilead ist sicherlich ein hervorragendes Beispiel für einen Polizeistadt.

02.09.2019 11:23:19
MarySophie

Eigentlich lese ich nicht wirklich Dystopien oder Ähnliches, weshalb ich doppelt so gespannt auf den Roman war. Gleichzeitig hatte ich Angst, dass mich das Buch einfach nicht überzeugen kann und ich mich durch die Handlung quäle. So war es zum Glück nicht, aber richtig umhauen konnte mich das Buch auch nicht. Ich habe extra ein paar Tage gewartet, bis ich die Rezension schreibe. Erst musste ich meine Gedanken sortieren, dann sind mir einige Tage lang keine Worte dazu eingefallen. Mir ist es schwer gefallen, dazu etwas zu schreiben.

Herausragend war auf jeden Fall die Schreibweise. Anspruchsvoll, mit vielen Details und tiefen Gedanken, Rückblicke in die Vergangenheit und trotzdem äußerst angenehm zu lesen. Der tolle Schreibstil der Autorin hat stark dazu beigetragen, dass ich das Buch so schnell ausgelesen hatte und das Buch auch recht gerne in die Hand genommen habe. Hier konnte die Autorin viele Pluspunkte sammeln und allein aus diesem Grund kann ich das Buch empfehlen. Auch wenn ich vieles schräg fand und nicht mit allem zufrieden war, war die Schreibweise ein Highlight für mich und hat den ganzen Charakter des Buches ausgemacht.

Ich muss sagen, dass ich überraschend schnell und gut in die Handlung reingekommen bin. Es gibt einen recht langsamen Start, vieles wird erklärt und man wird schnell über die Welt und verschiedene Umstände informiert. Ich war wirklich gespannt auf das Folgende und ich fand es richtig gut, dass ein Ich-Erzähler gewählt wurde. Dadurch fand ich die beschriebenen Dinge und Handlungen etwas lebendiger und wahrheitsgetreuer.
An sich war die Handlung meist ohne viel Spannung. Es gibt nur wenige Momente, in denen die Spannungskurve etwas nach oben geht, meist bleibt sie auf einem gleichbleibenden Niveau. An sich hat mich das absolut nicht gestört, ich fand es sogar ganz angenehm, ein Buch ohne zu viel Drama zu lesen. Doch ab und an hätte ich mir schon ein Ereignis gewünscht, welches aufrüttelt und den Geschehnissen einen neuen Lauf gibt.

Das eigentliche Ende nach dem letzten Kapitel fand ich gar nicht so schlecht. Man kann sich seine eigenen Gedanken machen und für mich war es einfach passend zu dem Roman. Doch leider folgt darauf noch ein Abschnitt mit Historischen Anmerkungen, die mir absolut nicht gefallen haben. Ich fand sie weder interessant, noch unterhaltsam und habe wirklich nur die ersten drei Seiten davon vollkommen gelesen, den ganzen Rest nur kurz überflogen. Ich war mir dem eigentlichen Ende so zufrieden und dann hat das letzte Kapitel alles zerstört...

An sich fand ich das Setting wirklich interessant, auch wenn es unglaublich große Dimensionen hat. Die Orte scheinen riesig zu sein, was in Wirklichkeit aber gar nicht so krass erscheinen dürfte, immerhin erledigt die Hauptprotagonistin so gut wie alle Wege zu Fuß. Und auch das Haus, in dem sie zusammen mit dem Kommandanten, seiner Frau und den Dienstmädchen lebt, ist schwer vorstellbar. Es tauchen plötzlich Treppen auf, die vorher nicht erwähnt wurden und auch die räumliche Aufteilung war schwer nachvollziehbar. Für das Haus, als auch für die Stadt hätte mir eine Karte gefallen.

Mit der Zeit fand ich es sehr schwierig zu erkennen, wie viel Zeit im Lauf der Handlung vergangen ist. Es gab keine Erwähnung von Jahreszeiten, die dabei hätten helfen können, gefühlt immer wurde beschrieben, wie unglaublich warm es ist. Regnerische oder winterliche Tage kamen nie vor. Keine Ahnung, ob es in der Republik Gilead nur noch eine Jahreszeit gibt. Auf jeden Fall sind nicht nur wenige Tage vergangen, sondern einige Wochen, was sich nur schwer erkennen lassen hat.
Häufiger gibt es Rückblicke in die Vergangenheit und ich glaube, dies hat es noch zusätzlich erschwert, eine zeitliche Einordnung vorzunehmen. Manchmal fand ich diese Blicke in die Vergangenheit wirklich gut und hilfreich, einiges zu verstehen. Manchmal waren sie aber auch leicht überflüssig und etwas zu lang geraten. So sind dort kleine Längen entstanden.

Ich finde es schwierig, zu den Protagonisten etwas zu sagen. Sie sind besonders, wirken durchdacht, lassen sich aber nicht in die Karten blicken. Trotz der vielen Zeit, die wir mit Desfred verbringen, wird sie nicht menschlich. Sie ist und bleibt für mich, genau wie die anderen Figuren, nur eine Puppe oder eine Maschine. Ich habe weder Sympathie, noch Mitgefühl für sie gehabt, hatte aber auch keine negativen Gedanken über sie. Es fühlt sich fast an wie eine Begegnung mit einem fremden Menschen, man plaudert ein wenig und nach dem verabschieden denkt man nie wieder an die Person.
Noch schwieriger waren die anderen Charaktere. Sie blieben erst recht blass, wirkten wie Erscheinungen, die einfach nicht menschlich wirken. Vielleicht war das von der Autorin so gewollt, gefallen hat mir das nicht.

Fazit:
Leider kann ich mich den ganzen positiven Meinungen so nicht anschließen. Zeitweise fand ich das Buch richtig gut, ich habe es wegen der fabelhaften Schreibweise gern in die Hand genommen und habe es schnell ausgelesen gehabt. Doch es gibt auch so einige Punkte, die ich schwierig fand und die meine Lesefreude etwas getrübt haben. Dazu zählen u.a. die Protagonisten, die etwas zu monotone Handlung, wo es nur sehr wenig Spannung gibt und auch die Verortung von verschiedenen Gebäuden. Ich bin trotzdem froh, dass ich das Buch gelesen habe, es scheint ja fast schon zum Kanon der Literatur zu gehören.