Bell und Harry

Erschienen: Mai 2019

Bibliographische Angaben

Isabel Bogdan (Übersetzung)

Couch-Wertung:

95

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Carola Krauße
Eine wunderbare Sommerlektüre

Buch-Rezension von Carola Krauße Aug 2019

Die englische Originalausgabe zu „Bell und Harry“ erschien bereits 1981 unter dem Titel „The Hollow Land“. Jane Gardam, in Deutschland durch ihre Old Filth Trilogie bekannt, hat hier ein wahres Kleinod erschaffen, dass zugegebenermaßen ein bisschen realitätsfern ist, aber gerade dadurch seinen eigenen Zauber bewahrt.

Freunde für‘s Leben

Harrys Familie will in den Ferien dem lauten und stressigen London entfliehen. Ihre Wahl fällt auf ein einsam gelegenes Farmhaus in den Yorkshire Dales im Norden Englands. Bell Teesdale ist der Sohn ihrer Vermieter. Hineingeboren in eine Familie von Schafbauern, werden er und der Stadtjunge Harry enge Freunde für das ganze Leben. Zusammen erkunden sie als Kinder die Umgebung, erleben so manches gefährliche Abenteuer und sind auch als Erwachsene immer noch so mit dem Land und den darauf lebenden Menschen verbunden, dass sie mit deren Hilfe eine existenzielle Krise überstehen.

Jane Gardam erzählt die Geschichte mit viel Witz und Humor und erinnert damit ein bisschen an die bekannte britische Fernsehserie „Der Doktor und das liebe Vieh“. Wir lernen Menschen kennen, die so typisch englisch verschroben sind, dass es einfach eine Freude ist an ihrem Leben teil zu haben. Und obwohl jeder einzelne auf seine ganz spezielle Weise tickt, bilden sie eine Gemeinschaft, auf die man sich immer verlassen kann. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten integrieren sich Harry und seine Familie in diese Gemeinschaft und wir lernen mit ihnen so einiges über das Landleben und -überleben in den Yorkshire Dales. Wir werden bekannt mit der Eierhexe, Granny Crack, der „Institution“ und natürlich den Schwierigkeiten der Heuernte und dem Bindeband John Robert.

Eine Geschichte über viele Jahre auf wenige Seiten gebannt

Die Freundschaft von Bell und Harry beginnt zu einer Zeit, in der es noch Transistorradios, Sensen und Telefonhäuschen statt Smartphones gab. Sie endet 1999 in einer Welt, die zum Zeitpunkt der englischen  Erstveröffentlichung noch utopische Zukunft war und, die gezeichnet ist von Ölknappheit und damit einhergehend mit Dampfloks, Pferdekutschen und natürlich der Suche nach dem begehrten Rohstoff.

Diese Jahrzehnte hat Jane Gardam auf nicht einmal 190 Seiten gebannt. Da sind große Zeitsprünge unabdingbar und so begleiten wir Bell, Harry und ihre Familien nur stichprobenartig und in Episoden während dieser Zeit. Aber mit Fortschreiten der Jahre wird die Verbundenheit der beiden zueinander und zu dem Land auf dem sie wohnen immer deutlicher. Auch ihre Familien nähern sich immer mehr an, werden trotz der unterschiedlichen Herkunft zu einem Clan, der auch in Krisenzeiten zusammenhält.

Ein Buch, wie gemacht für den Sommer

Es macht einfach Spaß dieses Buch zu lesen und ist traurig, wenn es schon so bald endet. Die Autorin schafft es mit einer wunderbaren Erzählweise und einer ausdrucksstarken Sprache den Leser in den Bann zu ziehen. Man befindet sich zusammen mit Bell und Harry in dem „Hohlen Land“, riecht das Heu, spürt den Regen und schmeckt den unvermeidlichen Tea. Das alles ein bisschen zu schön ist, wird schnell verziehen, überwiegt doch das wohlige Gefühl beim Lesen und die Sehnsucht in wohl allen von uns nach Geborgenheit, Freundschaft und Familie.

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Letzte Kommentare:
13.09.2019 19:30:52
Frau mit Hut

1981 hat man diesen Roman sicherlich völlig anders wahrgenommen und interpretiert alt heute. Ich habe dieses Buch gelesen, bin aber irgendwie nicht ganz warm geworden mit den Protagonisten. Die Abenteuer, die die beiden Jungs erlebt haben, fand ich noch recht gelungen und warmherzig erzählt, aber das letzte Drittel habe ich dann zu politisch empfunden. Hier ging es ja in erster Linie um das Thema Heimat, Enteignung und Bebauung. Das mag damals ein hoch brisantes Thema gewesen sein, ich habe es aber als störend und unnötig empfunden.