Das Flüstern der Freiheit

Erschienen: Juni 2019

Bibliographische Angaben

Alex Wolf (Übersetzung)

Couch-Wertung:

75

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Monika Wenger
Eine tolle Geschichte mit viel geschichtlichem Hintergrund und gutem Unterhaltungswert

Buch-Rezension von Monika Wenger Aug 2019

Mei Ling stammt aus einer armen chinesischen Familie. Die Eltern mussten ihr Haus in der Stadt Guangzhou aufgeben und aufs Land ziehen. Wie auch bei anderen Familien in der Provinz Guangdong haben Krieg, Hunger und Krankheit das Familienvermögen schmelzen lassen. Die Armut ist gross und so sehen sich die Eltern von Mei Ling gezwungen, ihre älteste Tochter Jah Jeh mit einem Gam Saan Haak zu verheiraten. Ein Gam Saan Haak ist ein Chinese, welcher nach Amerika reiste, um Gold zu schürfen. Wir schreiben das Jahr 1923.

Mei Lings Familie bleibt, wenn sie überleben wollen, nichts anderes übrig als die älteste Tochter so gut wie möglich zu verheiraten. Dazu nehmen sie die Dienste einer Heiratsvermittlerin in Anspruch. Sie präsentiert der Familie einen Wittwer mit einem zweijährigen Sohn. Augenscheinlich gibt es keine Alternative. Wer so arm ist, muss nehmen was geboten wird. Doch dann wird Jah Jeh sehr krank und um die Mission nicht zu gefährden, übernimmt Mei Ling an Schwester statt.

Mei Ling hofft inbrünstig, dass sie in der Nähe ihrer Familie bleiben kann. Viele Chinesen, welche in Amerika arbeiten, lassen ihre Angehörigen in China zurück und besuchen sie von Zeit zu Zeit. Vielleicht ist das bei ihr ja auch der Fall? Doch dieser Wunsch zerschlägt sich überraschend schnell. In Amerika wird das Einwanderungsgesetz geändert, deshalb versuchen die chinesischen Männer ihre Familien noch vor dem Inkrafttreten nach Amerika zu holen. Das heisst: Mei Ling muss mit ihrem unbekannten Ehemann und dessen Sohn als Papierfrau, d.h. unter dem Namen der verstorbenen Ehefrau, nach San Francisco reisen und dort leben. Aus diesem Grund muss alles schnell gehen.
Die Hochzeitszeremonie ist kurz und schon bald findet sich Mei Ling zusammen mit ihrem Mann Kai Li und dem Sohn Bo im neuen Zuhause. Die Vorbereitungen für die Auswanderung laufen und schon bald geht es nach Hong Kong zur Einschiffung. Die Zeit bis dahin nutzt Mei Ling um ihren Mann und Sohn besser kennen zu lernen. Sie hofft, dass er ein guter Mann sein wird. Zu Bo, dem kleinen Jungen, fasst sie schon bald eine grosse Zuneigung.
Auf der vierwöchigen Überfahrt lernen Mei Ling und Bo Shiya kennen, ein Waisenmädchen, welches sie beide ins Herz schliessen. Nach ihrer Ankunft in San Francisco darf Kai Li bereits an Land, da er in Amerika registriert ist. Mei Ling, Bo und Shiya müssen mehrere Wochen auf Angels Island, dem Einwanderungszentrum vor San Francisco, verbringen. Lange Zeit ist nicht klar, ob sie überhaupt ins Land gelassen werden. Die Verhörmethoden sind streng. Die Beamten überprüfen jedes noch so kleine Detail. Für Mei Ling bedeutet dies eine grosse Tortur. Sie darf nichts falsch machen. Ausserdem hofft sie, das Waisenmädchen Shiya zu sich nehmen zu können. Mit der endlich erteilten Erlaubnis, amerikanischen Boden betreten zu dürfen, warten grosse Ereignisse auf Mei Ling.

Laila Ibrahim erzählt in ihrem Buch «Das Flüstern der Freiheit» über das beschwerliche Leben der chinesischen Einwanderer in Amerika. Ausgehend von den grossen politischen Umwälzungen in China, welche Krieg und Hunger in der Bevölkerung verursachten und so viele dazu veranlassten, das Land zu verlassen. Die schwierigen Anpassungsbedingungen, die Sprache und die Kulturunterschiede, waren Ausgangslage für das Entstehen der heute berühmten Chinatowns. Die Strukturen und der Zusammenhalt der einzelnen Clans schützen die Angehörigen und bieten ein grosses Netzwerk. Unabdingbar in einer so anderen, fremden Umgebung. Die Autorin beschreibt mit grosser Sachkenntnis und detailliert das in der Vergangenheit übliche Einreiseprozedere für gewisse Gruppen von Einwanderern in die USA. Ein nicht unwesentlicher Teil der amerikanischen und chinesischen Geschichte. Faszinierend sind auch die Schilderungen der chinesischen Gesellschaft. Die Familienstrukturen, die religiösen Einflüsse und selbstverständlich auch das politische Geschehen, welches mit dem Sturz der Qing-Dynastie eine neue Auswanderungswelle verursachte.

Fazit:

Die Geschichte wird aus Sicht von Mei Ling erzählt und ist über mehr als die Hälfte des Buches interessant, spannend und mit der richtigen Mischung aus Tatsachen und Erzählung. Im letzten Teil schwächelt der Plot ein wenig und das Ende ist eher überraschend, unkonventionell und schnell. Nichts desto Trotz eine tolle Geschichte mit viel geschichtlichem Hintergrund und gutem Unterhaltungswert.

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