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Kathrin Walther
Glück, Meer und die große Liebe

Buch-Rezension von Kathrin Walther Jun 2019

Dass das Meer für Dänemark eine wichtige Rolle spielt, wird schnell deutlich, wenn man sich das Land auf der Karte anschaut. Durch seine geringe Breite liegt kein Punkt des Landes weiter als 55km von der Küste entfernt. Hinzukommen 405 Inseln und über 1000 Seen, die deutlich machen, dass Wasser und Meer tief mit dem kleinen Land im Norden verbunden sind. Schon seit der Zeit der Wikinger sind die Dänen auf dem Meer unterwegs und Dänemark ist mit seiner verhältnismäßig geringen Größe auch heute noch die siebtgrößte Seefahrt-Nation der Welt. Kein Wunder also, dass das Meer auch auf Line Henriksen eine hohe Anziehungskraft ausübt und sie sich auf der kleinen Ostseeinsel Strynø  sofort zuhause fühlt.

Neues Leben auf der Insel

Das Leben hat es mit der 26jährigen Line bisher nicht gut gemeint. Nachdem ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat, war ein altes Foto mit einer Mühle im Hintergrund das Einzige, was ihr bei der Suche nach ihrer Familie helfen konnte. Durch Zufall erkennt sie die Mühle in einem Fernsehbericht wieder, der sie direkt auf die kleine Insel Strynø führt. Dort angekommen lernt sie die spezielle Art der Inselbewohner kennen, mit deren Hilfe sie ihre Großmutter Louise findet, die sie herzlich bei sich aufnimmt. Sogar die alte Mühle von ihrem Foto existiert noch, doch wie sie von den Inselbewohnern erfährt, sollte man ihren Bewohner, der auch nach zehn Jahren Inselleben noch immer ein Fremder ist, lieber meiden. Wie es der Zufall will, schuldet Line ihm noch einen Autospiegel, da sie seinen bei der Überfahrt zur Insel versehentlich abgebrochen hatte. Und so lernt sie Adam kennen, von dessen abweisender Art sie sich nicht abschrecken lässt. Als ehemaliger Lehrer und Bücherliebhaber kommt er schnell hinter Lines Geheimnis, ihre Lese-Rechtschreibschwäche und hilft ihr, sich im Buchstabendschungel zurechtzufinden. Nach und nach kommen sich die beiden näher und lernen sich kennen und lieben. Mit Lines Hilfe überwindet er seine dunkele Vergangenheit und öffnet sich, erst nur ihr, dann auch den Inselbewohnern, sodass er mehr und mehr aus seinen Mauern ausbricht.

Ein ganz neues Leben mit neuen Möglichkeiten

Für Line läuft es endlich rund. Mit Lou hat sie nicht nur eine Verwandte auf der Insel gefunden, sondern mit Adam auch die Liebe und was sie selbst nicht für möglich gehalten hat, sie bekommt auf der Fähre zwischen Strynø und Festland sogar einen Job. Ein Traum geht in Erfüllung: Endlich kann sie den ganzen Tag auf dem Meer sein, sich den Wind um die Nase wehen lassen und verdient ihr eigenes Geld. Und das, obwohl sie keine Ausbildung hat und nur schlecht lesen kann. Dann kann sie auch noch ein Plakat entziffern, auf dem für eine Ausbildung auf einem Segelschiff geworben wird. Eine Vorstellung, die ihr Herz höher schlagen lässt. Sie bewirbt sich direkt, auch wenn die Chancen, dass sie genommen wird, schlecht stehen. Als dann tatsächlich der Anruf kommt, verändert dieser nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch ihre Beziehung zu Adam wird auf eine harte Probe gestellt...

Fazit:

Kim Henrys Werk enthält alle Zutaten, die für einen gelungenen „Love and Landscape“-Roman, wie Bücher mit einer Liebesgeschichte, die in einer besonderen Landschaft spielt auch bezeichnet werden, braucht. Eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst findet die Liebe fürs Leben, Hindernisse müssen überwunden werden, am Ende folgt das Happy End. Dabei spielt die Landschaft eine besondere Rolle, in diesem Fall eine kleine idyllische Insel, auf der jeder jeden kennt und die durch das Meer geprägt wird. Die Protagonistin, hier eine junge Frau, die als Waise von einer Pflegefamilie zur anderen weitergereicht wurde, ist auf der Suche nach ihren Wurzeln, um sich endlich irgendwo zugehörig und zuhause zu fühlen. Dabei findet sie nicht nur ganz zufällig auch ihren Traumjob sondern auch die Liebe ihres Lebens, mit der sie jedoch einige Hürden überwinden muss.

Die Autorin beschreibt größtenteils die Sichtweise Lines, wechselt im Laufe des Romans in kurzen Abschnitten aber auch zu Adam, was durch kleine Mühlensymbole zwischen den Absätzen gekennzeichnet wird. Kim Henry geht ausführlich auf die Gedanken und Gefühle ihrer Figuren ein, sodass es nicht schwerfällt, sich in die Personen hineinzuversetzen: „Bereits seit ihrer Anreise hatte sie beschlossen, dass sie bei der Mühle mit ihrer Suche beginnen müsste. Immerhin war die Mühle ihr einziger Anhaltspunkt und darüber hinaus leicht zu finden. Und wer wusste schon, vielleicht hatte sie ja einmal in ihrem Leben Glück. Alles, was ihre leibliche Mutter ihr hinterlassen hatte, nachdem sie sie in einem Kopenhagener Krankenhaus anonym zur Welt gebracht hatte, war ein Foto. Eine junge Frau, fast noch ein Mädchen, vor dem Hintergrund dieser Mühle direkt am Strand. Seit Line halbwegs auf eigenen Beinen stehen konnte, war sie auf der Suche nach dieser jungen Frau. Jetzt, da sie wusste, wo sich diese Mühle befand, hatte sie das Gefühl, ihrer Mutter so nah zu sein wie nie zuvor.“ Insgesamt lässt sich der Roman dank des unkomplizierten Satzbaus und der alltagsnahen Sprache zügig und ohne viel nachzudenken lesen. Die Charaktere sind sympathisch, die Landschaft weckt Urlaubsgefühle und die Geschichte ist zwar vorhersehbar, hat aber durch die ein oder andere kleine Überraschung auch ein paar Spannungsmomente. Etwas schade ist, dass das Schicksal von Lines Mutter nicht noch aufgeklärt wird, diese Stelle bleibt leider unerzählt.

Alles in allem ist „Mühle mit Meerblick“ ein gefälliger Roman, der sich gut zwischendurch, abends oder im Urlaub lesen lässt. Auch wenn diese Art von Erzählung nicht neu ist, hat sie durch Lines familiäre Vergangenheit und ihre Leseschwäche Aspekte, die nicht ganz so häufig in Liebesromanen aufgegriffen werden. Zudem gehört Dänemark nicht oft zu den Spielorten dieser Art von Lektüre, was dem Werk noch einen Bonuspunkt einbringt.

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