Von der Notwendigkeit, den Weltraum zu ordnen

Erschienen: März 2018

Bibliographische Angaben

Übersetzung aus dem Englischen: Zoë Beck

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Sebastian Riemann
Wissenschaft mit Gefühl

Buch-Rezension von Sebastian Riemann Apr 2019

Im wissenschaftlichen Betrieb geht es nüchtern und berechnend zu, die Leute sind von Vernunft und den Gesetzmäßigkeiten ihres Faches getrieben. Die Räume sind steril und kühl, ebenso die Mentalität der Angestellten. Es werden Beobachtungen angestellt, Daten notiert, in große Tabellen oder Gleichungen übertragen. Resultate werden mit Prognosen abgeglichen, Abweichungen analysiert und neue Rechnungen aufgestellt. Die Arbeit ist wichtig, aber selten spektakulär. Einigen Wissenschaften haftet dabei der Ruf an, besonders emotionsarm und geradezu langweilig zu sein. So etwa der Astronomie. Die Beobachtung der Sterne gilt als weltfremd und als Betätigungsfeld von Einsiedlern, die in der Nacht stundenlang durchs Teleskop schauen und sich am nächsten Tag stundenlang über die Analysen der nächtlichen Betrachtungen beugen. Ihre Arbeit befasst sich nicht mit dem Menschlichen, sondern mit Dingen, die weit entfernt von unserer Welt geschehen. So kühl wie der Raum zwischen den Sternen so kühl glaubt man auch die Astronomen. Jedoch belehrt Pippa Goldschmidt ihre Leser eines besseren. In den Forschungseinrichtungen geht es keineswegs langweilig zu.

In zwanzig Storys erzählt die Autorin von den Menschen, die auf die eine oder andere Art mit der Erforschung des Weltraums in Verbindung stehen oder sich den Geheimnissen unserer Welt widmen. Zum einen sind es die Wissenschaftler wie Albert Einstein, der sich den Kopf über die Gravitation zerbricht und dabei mit den Auswirkungen seiner außerehelichen Affäre zu kämpfen hat. Aber auch die unscheinbaren Personen im wissenschaftlichen Alltagsbetrieb kommen zu Wort. Die Rechnerinnen eines Observatoriums werden in ihrer grauen und wenig beneidenswerten Arbeitsroutine gezeigt, wie sie Handlanger ihrer männlichen Vorgesetzten sind und wenig Achtung erfahren. Als es einen Anschlag auf die Einrichtung gibt, müssen sie sogar feststellen, dass die Vorgesetzten Zweifel an ihrer Loyalität und Integrität haben, sie als mögliche Verursacherinnen des Anschlags in Betracht ziehen. Die Achtung, die sie vor den ausgezeichneten und angesehenen Männern des Observatoriums hatten, verwandelt sich in Furcht um ihre Anstellung. Frauen aus einem einfachen Umfeld wird nicht getraut, die Herren Astronomen halten sich für etwas besseres und vermuten die Feinde im einfachen Volk.

Zwischen Wissenschaftlern gibt es vielmehr als nur ergebnisorientierten Informationsaustausch. Sie sprechen nicht nur über die Ergebnisse ihrer Forschung und die neuesten Entdeckungen auf ihrem Feld, sondern auch über die emotionalen Facetten ihres Daseins. Sie leiden und freuen sich wie all die anderen Menschen, sind verliebt, eifersüchtig und misstrauisch. Pippa Goldschmidt erschafft in ihren Erzählungen die perfekten Situationen, um das Vernünftige und das Gefühl miteinander kollidieren zu lassen. Hinter dem Habitus der Wissenschaftler steckt mehr als auf den ersten Blick ersichtlich ist und die Autorin holt es geschickt aus den Figuren heraus. Sie zeigt das Innere der kühlen Köpfe, die unruhigen Gedanken neben den analytischen Schlussfolgerungen.

Auf einer Forschungsstation im ewigen Eis, fernab der restlichen Welt, muss sich Joe damit abfinden, die nächsten Monate zusammen mit Smith zu verbringen. Smith hat ihm die Freundin ausgespannt und wird nun sein Kollege. Die Umgebung besteht aus Eis und Dunkelheit, es herrscht antarktischer Winter und die Forscher sind für längere Zeit von der Außenwelt abgeschnitten, ähnlich einer Raumstation. Joe starrt meistens auf einen Bildschirm und sucht nach Anzeichen von Neutrinos. Keine sonderlich spannende Aufgabe. Vielleicht hat ihn seine Freundin deshalb verlassen. Vielleicht wollte sie mehr Unterhaltung und Spaß. Smith ist ein Idiot und Draufgänger, der nicht zu viel nachdenkt und sich leichtfertig auf Abenteuer einlässt. Wahrscheinlich hatte sie daran Gefallen gefunden, wollte lieber lachen als Joes ernstes Gesicht anschauen. Quälende Gedanken drängen sich in Joes Kopf, immer schwieriger und unerträglicher wird ihm die Gegenwart Smiths. Also überredet er ihn zu einem Ausflug in die Weiten des erbarmungslosen Eises.

Von der Notwendigkeit, den Weltraum zu ordnen

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