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Sebastian Riemann
Auf der Jagd nach dem neuen Gesellschaftsmodell

Buch-Rezension von Sebastian Riemann Mär 2019

Im Kapitalismus dreht sich alles um die Maximierung des Gewinns. Mit möglichst wenig Ausgaben will man die meisten Einnahmen erzielen. Dabei versucht man sich Vorteile zu verschaffen. Man will den anderen Wettbewerbern einen Schritt voraus sein, will sie überlisten und in den Schatten stellen. Überhaupt will man sich gegenüber allen anderen behaupten und sich auf die Spitze des Olymps katapultieren. Einer gegen alle. Es ist die Wirtschaftsform, die den Stärkeren alles gibt und den Schwächeren nur ein beklagenswertes Dasein zuspricht. Die großen Fische fressen die kleinen Fische. Es ist ungerecht und von Feindseligkeiten geprägt.
So zumindest wird der Kapitalismus von vielen Menschen wahrgenommen. Er wird als Ungleichheit bei den Einkommen gesehen, als Ausbeuter und seelenloser Anti-Humanist. Krisen und Kriege verursacht er, um weiter zu wachsen und einigen wenigen immer mehr Geld in die Taschen zu scheffeln. Die Leidtragenden sind die normalen, ehrlich arbeitenden Leute. Sie wollen nicht reich werden, sondern ein würdiges, akzeptables Leben führen. Aber das System macht es ihnen schwer. Sie sollen schuften, damit andere mehr und mehr Gewinn machen können.

Bei der nächsten Finanz- und Wirtschaftskrise knallt es richtig, noch schlimmer als 2008. Große, internationale Unternehmen und Banken stehen vor dem Zusammenbruch. Investoren und Staatsmänner werden nervös. Auf den Straßen kommt es zu Massendemonstrationen, da die Leute ihre Arbeit verlieren. Allerorts drohen Entlassungswellen und Sparprogramme. Außerdem sind sie wütend, sie ertragen dieses ungerechte System nicht mehr. Es muss sich etwas ändern.
Während in Berlin die wichtigsten Persönlichkeiten zusammenkommen, um die Krise zu meistern, überfluten die Demonstranten die Straßen der Hauptstadt. Überall ist die Polizei unterwegs und versucht Herr der Lage zu werden. Die Stimmung ist angespannt.
Ein Nobelpreisträger ist auf dem Weg zur Krisenkonferenz. Er soll dort eine Rede halten. Bevor es dazu kommt, wird er jedoch von einem Team spezialisierter Auftragsmörder umgebracht. Echte Profis, die sich aller Mittel zu bedienen wissen und keine Fehler machen. Spuren hinterlassen sie keine und Zeugen erst recht nicht.
Jan, ein Berliner Krankenpfleger in Ausbildung, durchkreuzt jedoch die Machenschaften der Mörder und ihres Auftraggebers. Er ist zur falschen Zeit am falschen Ort, wird Zeuge des Mordes und erhält vom Begleiter des Nobelpreisträgers Hinweise, die nicht nur die Auftragsmörder, sondern auch den aktuellen Kapitalismus in Bedrängnis bringen.
Als die Polizei eintrifft, will sie Jan nicht glauben, dass er Männer in schwarzen Anzügen und einen kaltblütigen Mord gesehen hat. Vielmehr wird Jan zum Verdächtigen erklärt. Also flüchtet Jan vor der Polizei.

Marc Elsberg hat die allgemeine Kritik am gegenwärtigen Kapitalismus in einen rasanten Roman verwandelt. Der Krankenpfleger Jan ist dabei die stets anklagende Stimme des einfachen Volkes. Er verdächtigt die Eliten und das System, ungerecht und ausbeuterisch zu sein, sich nicht um die Menschen zu kümmern. Auftragsmörder und Polizei verfolgen ihn, obwohl er kein Unrecht begangen hat. Begleitet wird er von Fitzroy, einem ungewöhnlichen Experten in Finanzfragen. Er hilft ihm, den Kapitalismus besser zu verstehen und auch bei der Beschaffung eines Manuskripts, das der ermordete Nobelpreisträger verfasst hatte. Darin wird dem aktuellen Gesellschaftsmodell eine Alternative entgegengestellt, die auf Miteinander, Kooperation und Teilen basiert. Eine radikale Abkehr vom Gewinn optimierenden Kapitalismus, der den Einzelnen über das Gemeinwohl stellt und die Schwächeren nicht berücksichtigen will. Eine Vision, die den Menschen und die Mitmenschen in den Fokus rückt, nicht alles für die höchste Rendite opfern will. Ein neuer Entwurf für die Menschheit, mit dem Ungerechtigkeit und Krisen vermieden, Gier und Feindseligkeiten eingeschränkt werden sollen.  

Der Roman lebt von seiner Aktion und seiner Hoffnung auf eine bessere Zukunft, wie sie vielerorts herbeigesehnt wird. Mit einfacher Sprache und Struktur breitet der Autor die Thematik aus, diskutiert sie anhand verständlicher Beispiele. Die offensichtlichen Makel der aktuellen Wirtschaftsform werden dabei als treibende Kraft eingesetzt, um Verfolgungsjagden zu inszenieren und die Handlung voranzutreiben. Dabei beschwert sich Jan und Fitzroy versucht, alles zu verstehen. Die beiden sind ein Duo, wie es Herz und Verstand sind, Intuition und Logik. Gemeinsam können sie alles erreichen.

GIER - Wie weit würdest du gehen?

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