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Julian Hübecker
Selbst im Paradies lauert der Tod.

Buch-Rezension von Julian Hübecker Feb 2019

„Manchmal will uns das Leben was beibringen, und das sollten wir annehmen.“

Vier Frauen auf einer spanischen Urlaubsinsel. Sie alle wollen dem Alltag entfliehen, sich eine Auszeit gönnen. Doch ist das wirklich möglich? Denn das Paradies verspricht nicht nur Erholung, sondern auch eine Auseinandersetzung mit den eigenen Problemen und Gedanken. Diese Gleichung mal vier ergibt eine explosive Mischung.

Selbst im Paradies lauert der Tod

Das Paradies: das verspricht die Broschüre eines Hotels auf einer malerischen spanischen Insel. „Sie werden am Ende nicht mehr der Mensch sein, als der Sie angekommen sind“ – klingt verheißungsvoll. Den Alltag hinter sich lassen, einmal richtig ausspannen. Vier Frauen folgen dem Ruf nach absoluter Erholung. Denn jede von ihnen ist sie auf der Flucht vor dem Alltag.

Petra ist Ehefrau und Mutter. Der Mann berufstätig, ist sie allein für den Haushalt und die Kinder zuständig. Sehnsüchtig erhofft sie daher einmal Zeit für sich. Suse, die jüngste aus der Truppe, setzt sich stets für andere ein. Daher will sie auch mal etwas für sich tun und die Stimmen in ihrem Kopf, die ihr ständig sagen, dass es nie genug ist, abschalten. Anka dagegen ist die Geliebte eines verheirateten Mannes, der ihr aber verspricht, seine Ehefrau für sie zu verlassen. Doch sie fühlt sich hingehalten und beschließt, den Urlaub zu nutzen, um mal ihn an der langen Leine zu halten. Jenny schließlich ist ein Energiebündel und mit ihren Mitte 50 noch lange nicht bereit, ihr fortgeschrittenes Alter einzugestehen.

Sie alle haben ihre Geheimnisse und Konflikte, die sie zu unterdrücken versuchen. Doch selbst auf einer Insel holen Alltagsprobleme einen irgendwann ein. Als ein Sturm naht, stürzt das Hotel ins Chaos, und die Frauen stehen schließlich vor einem persönlichen Showdown aus Konflikten, der sie mitzureißen droht.

Spannung Fehlanzeige, die Handlung ein einziges Durcheinander

Die Autorin Amelie Fried ist in der deutschen Medien- und Literaturlandschaft keine Unbekannte. Prominent wurde sie in den 90ern als Vertretung von Günther Jauch in „Stern TV“ und ihre Bücher verkauften sich über 4 Millionen Mal. Das macht sie zu einer der beliebtesten deutschen Autorinnen der Erwachsenenliteratur.

Paradies reiht sich ein in einige Bestseller. Hat auch dieses Buch das Zeug dazu? Nur bedingt. Obwohl die Autorin einen flüssigen Schreibstil hat, arbeitet sie zu sehr mit Stereotypen, ein Ausbrechen daraus hat sie nicht geschafft. Dadurch wirken ihre Protagonisten sehr festgefahren.

Während die vier Frauen und ihre Geschichten noch ordentlich eingeführt werden, werden sie durch die genannte Stereotypisierung vorhersagbar. Fast allen war ein Mangel an Selbstreflektion gegeben, die sie unter Umständen zur Bewältigung ihrer Probleme veranlasst hätte. Einzig Jenny war sehr interessant und hat verschiedene Seiten ihrer Seele offenbart. Ihr Leben und ihr Schicksal verdienen ein eigenes Buch – leider kam sie in der Geschichte entschieden zu kurz.

Störend war vor allem auch die Überzeichnung von Personen: sei es die junge Frau, die zu Engeln spricht und deren Wahn immer drastischere Züge annimmt oder ein Herr aus Berlin, dessen Dialekt einfach nur grauenvoll zu lesen war – dann doch lieber von Dialektsprache absehen.

Nun aber zum Positiven: Schon zu Beginn des Buches wusste Fried Stimmung zu erzeugen. Die Begegnung der Frauen, ihr Kennenlernen, das Entdecken von Neuem, das sie aus ihren Komfortzonen herausgeholt hat – man hatte glatt Lust, selbst einmal mehr auszuprobieren. Auch hatte jede von ihnen etwas zu erzählen, ihre Leben und Probleme wurden so Schritt für Schritt offenbart.

Das Ende war dann tatsächlich unvorhersehbar, obwohl im Prolog ein Ausblick auf das unglückliche Finale gegeben wurde. Dieser Twist hat dem Buch aber doch noch ein paar Pluspunkte eingebracht.

Fazit:

Es ist keine Meisterleistung der Autorin. Die vier Protagonisten hatten keine Dynamik, sondern waren in ihren Stereotypien gefangen. Ein Einlassen auf die Geschichte war vor allem aufgrund der passenden Atmosphäre möglich, das Ende war überraschend.

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