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Monika Wenger
Eine Geschichte, welche sich intensiv mit dem heutigen Rollenverhalten von Mann und Frau befasst.

Buch-Rezension von Monika Wenger Feb 2019

Gerda und Yann, beide Mitte dreißig, sind ein Vorzeigepaar. Sie hat als Grafikerin gearbeitet, ist im Moment jedoch ohne Job und engagiert sich deshalb im gemieteten Haus als Handwerkerin. Er arbeitet in einem Thinktank-Unternehmen. Ein strebsamer Zeitgenosse, der abends gerne zurück ins gemütliche Heim kommt. Rein äußerlich gesehen entsprechen die Beiden dem Gesellschaftsbild: modern, kreativ und emanzipiert. In den eigenen vier Wänden jedoch verliert sich dieses Rollenbild und ein gewisses althergebrachtes, eher langweiliges Paarleben kommt zum Vorschein.

Die Arbeitskollegen von Yann glauben, dass Gerda sich eine Auszeit nimmt, unbezahlten Urlaub macht. Es soll schließlich niemand wissen, dass sie ihren Arbeitsplatz verloren hat. Das wäre irgendwie uncool. Doch irgendwie genießt Yann das Nachhause kommen in ein behagliches Heim. Schritt für Schritt hat Gerda das Häuschen renoviert, verschönert. Ihre ganze Energie steckt sie in das Haus- und Gartenprojekt. Ein durch und durch traditionelles Paarleben. Abends sitzen sie vor dem Fernseher und schauen den Anderen beim Leben zu.

Eigentlich hätte Yann gerne Kinder, doch Gerda scheint in dieser Beziehung noch nicht soweit zu sein. Sie genießt ihr Hausfrauendasein sehr. Irgendwie altbacken und doch so passend. Als es nichts mehr zum Verschönern gibt, leistet sie sich eine imaginäre Affäre mit Alex, einem Arbeitskollegen von Yann.

Aber auch Yann entflieht auf seine Weise dem Alltag. Gerade weil dieser so unaufgeregt ist. Auf einer Dienstreise nach Berlin lernt er eine junge Game-Designerin kennen und flirtet mit ihr, kehrt dann aber wieder zu Gerda zurück. Hier weiß er, was er hat und taucht wieder ein in ein ganz normales Alltagsleben. Dann beginnt er sich für seine Nachbarin Valerie zu interessieren.

Valerie ist Journalistin und ein Stück älter als Gerda und Yann. Sie kämpft mit dem Älterwerden. Von ihrem Ehemann hat sie sich vor Jahren getrennt und lässt nun keine Nähe und keine großen Gefühle zu. Obwohl sie hin und wieder eine Affäre hat, stellt sich ihr in letzter Zeit die Frage, ob ein Paarleben nicht doch auch seine Vorteile hat. Im Moment jedoch genießt sie ihre Freiheit und ihre Unabhängigkeit noch sehr. Als ein junger Unternehmer nach einem One-Night-Stand weiterhin hartnäckig um eine Fortsetzung der Beziehung bittet, steht Valerie vor der Entscheidung sich darauf einzulassen oder zu gehen.

Als Yann dann eines Abends nicht nur seinen sondern auch den Gartenweg von Valerie vom Schnee befreit, läuft plötzlich alles aus dem Ruder.

Fazit:

Simone Meier fordert in ihrem neuen Roman «Kuss» den Leser. In einer klaren, deutlichen und emotionslosen Sprache erzählt sie die Geschichte von Gerda und Yann. Eine Geschichte, welche sich intensiv mit dem heutigen Rollenverhalten von Mann und Frau befasst, aber auch mit den allgegenwärtigen virtuellen Welten. Erschütternd ist es mitanzusehen, wie bei Gerda plötzlich der Drang entsteht, das bestehende häusliche Glück und die Partnerschaft aufs Spiel zu setzen, gar zu zerstören. Schwer nachvollziehbar die gnadenlose Besessenheit, eine Affäre eingehen zu wollen. Warum gibt sich das Paar solchen Tagträumen, welche einem Betrug gleichkommen, hin? Ist es der Überdruss? Gibt es keine positiven Spannungen mehr in der Beziehung? Ist man als Paar doch altmodischer als angenommen und entspricht man nicht dem aktuellen Rollenbild? Schonungslos zeigt die Autorin, was passiert, wenn sich gewisse Vorkommnisse nur im Kopf abspielen, die Auswirkungen jedoch schwerwiegend sind. Eine anspruchsvolle Geschichte, welche noch eine Weile nachklingt.

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