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Julian Hübecker
Unergründlich, stürmisch, eine endlose Weite.

Buch-Rezension von Julian Hübecker Feb 2019

„So ist es hier: Alles ist nichts und wenig viel. Und Einsamkeit das tröstlichste Gefühl.“

Warum ging Fido? Das fragt sich Hanna Zeit ihres Lebens, seitdem ihre beste Freundin plötzlich den Kontakt abbrach. Nun, als erwachsene Frau, hat sie sich ihren Traum vom Forschen erfüllt – sie führt eine Expedition ins ewige Eis. Ausgerechnet hier ereilt sie das erste Zeichen von Fido: Sie ist tot.

Zwischen Zweifeln und dem Versuch, mit der Vergangenheit abzuschließen

Die Kälte der Antarktis, ihre unendliche Weite, das Weiß des Schnees und mittendrin Hanna mit ihrem Forscherteam im Nirgendwo. Hier versucht sie das Weltklima zu verstehen, den Planeten zu retten. Weitab von jeglicher Zivilisation kämpft sie mit sich selbst und der Ungewissheit, ob ihre Forschung zu einem Ergebnis führen wird. Eine scheinbar harmlose Nachricht von ihrem Bruder Jan bringt sie eines Tages vollends aus dem Konzept: „Lieber Amundsen, Scott ist tot. Melde dich, Wilson.“

Was kryptisch klingt, führt Hanna zurück in die Vergangenheit, als sie mit ihrem Bruder und ihrer besten Freundin Fido von einer Zukunft als Entdecker und Forscher träumt. Die drei in der Mail genannten Namen sind bekannte Polarforscher, die alle im ewigen Eis starben. Nun ist auch Fido alias Scott tot und das nachdem Hanna zwanzig Jahre nichts von ihrer Freundin gehört hatte. Von jetzt auf gleich brach sie damals den Kontakt ab und ließ Hanna mit Vorwürfen, Selbstzweifeln und ein bisschen Hoffnung zurück.

Zurück in der Gegenwart hat Hanna an der Frage nach dem Warum zu knabbern, was dem Team nicht unverborgen bleibt. Der Stress führt schließlich zu Spannungen und gefährdet so die ganze Expedition.

Und wo führt die Geschichte hin? Ins Nichts!

Anne von Canals Buch ist recht dünn gehalten, ein Buch, in dem der Whiteout wütet – jenes meteorologische Phänomen, wo Lichtverhältnisse, Schnee und Eis ein weißes Nichts bilden, ein Vakuum ohne Struktur und Horizont. Fehlen jegliche Anhaltspunkte, ist es ein Leichtes, sich darin zu verirren und den Bezug zur Realität zu verlieren.

Der Whiteout ist jedoch nicht nur ein physisches Phänomen, das die Arbeiten im ewigen Eis für Hanna und ihr Team schwierig macht. Es zieht sich auch für den Leser als großes Fragezeichen durch das Buch. Wohin führt die Geschichte? Was ist damals geschehen? Warum verschwindet Fido plötzlich? Antworten wird es keine geben – darauf muss sich der Leser einstellen.

Whiteout spielt auf zwei Zeitebenen, die abrupt, nur durch eine Leerzeile getrennt, wechseln. In der Vergangenheit begleitet man die Geschwister, wie sie Fido kennenlernen und sich mit ihr anfreunden. Etwas, das Hanna zeitlebens verändern sollte.

Fido an sich stellt von Anfang an ein sehr unbeständiger Charakter dar. Sie ist undurchschaubar, unnahbar und geheimnisvoll. Angst scheint ihr fremd zu sein, ihr weniger liebevolles Elternhaus ist streng und dominant. Ihre Motive bleiben stets verborgen und so auch ihr Verschwinden. Sie passte absolut in das Thema des Whiteout, als beständiges Rätsel, das sich durch das gesamte Buch zog. 

Hanna selbst war absolut unsympathisch. Sie hätte das Gegenstück zu Fido sein müssen, wirkte jedoch planlos und unreif. Die Vergangenheit hatte sie fest in ihrem Bann. Insgesamt waren ihre Gefühle Fido gegenüber klar, andersherum jedoch weniger. Fido schien die Geschwister mehr zu dulden, um den Alltag abwechslungsreicher zu gestalten. Dass Hanna dies über die Jahre hinweg nicht gemerkt hat, verrät einiges über ihren Charakter. Im krassen Gegensatz ist da die Forschungsleiterin der Zukunft, eine Aufgabe, die viel Verantwortung mit sich bringt.

Doch dann kommt diese eine Nachricht und wirft sie zurück in die Vergangenheit. Zwanzig Jahre haben nicht gereicht, um darüber hinwegzuhelfen. Wie Fido das geschafft hat, bleibt ebenfalls ungelöst. Vielleicht steckt eine tiefere Bedeutung in der Geschichte, die einfach nicht übergesprungen ist. Aber es fehlt der Zusammenhang, eine Erklärung, ein Durchkommen durch das Whiteout des Buches. So bleibt ein unbefriedigter Leser zurück.

Fazit:

Das Phänomen des Whiteout ist hier Programm: unergründlich, stürmisch, eine endlose Weite. Ein paar mehr Verknüpfungspunkte wären hilfreich gewesen, ein klärendes Ende gnädig. So jedoch bleibt die Vergangenheit im endlosen Weiß gefangen.

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