Der Junge, der zu viel fühlte

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • München: Europa Verlag, 2018, Seiten: 216, Originalsprache

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Julian Hübecker
Kai liebte die Menschen. Und es war nicht schwer, Kai zu lieben.

Buch-Rezension von Julian Hübecker Jan 2019

Kai ist anders, er beobachtet, er ist laut, er ist leise, er scheint zu verstehen und dann wieder nicht. Lange Zeit wissen seine Eltern nicht, was ihrem Kai fehlt. Warum er so ist, wie er ist. Warum er alles wörtlich nimmt, sodass man genau aufpassen muss, was man zu ihm sagt. Auch liebt er die Menschen, begrüßt jeden überschwänglich – was im Kleinkindalter noch süß ist, aber irgendwann nur noch befremdlich wirkt. Irgendwann finden sich seine Eltern damit ab: Kai ist einfach Kai.

„Erst Kai ließ ihn verstehen. Der Junge, der alles verändert.“

Doch sein Vater ist nicht irgendwer, sondern Henry Markram, einer der bekanntesten Hirnforscher weltweit. Die Geburt von Kai ändert für ihn alles. Als angesehener Forscher zweifelt er umso mehr an sich, da er als Vater eine besondere Verantwortung seinem Kind gegenüber hat. Von nun an stürzt er sich immer mehr in seine Arbeit, bis er schließlich seine Befürchtungen bestätigt sieht: Kai ist Autist. Und das schlimme: bis dato konnte sich keiner erklären, woher Autismus kommt und wie man es heilen kann. Doch als Vater will er sich nicht damit abfinden und treibt damit die Autismus-Forschung an. Dabei revolutioniert er die Sicht auf diese Entwicklungsstörung grundlegend und schafft eine neue Sicht darauf, wie Autismus ausgelöst wird.

„Geliebter Kai.“

Die Liebe zu seinem Kind vermag alles zu verändern. Diese Botschaft trifft einen unmittelbar, wenn man das Buch liest. Dabei schreibt mit Lorenz Wagner nur ein Beobachter und dennoch spürt man diese besondere Verbindung, die doch so viel spezieller ist.

Es ist interessant zu lesen, wie sich das Bild vom Autismus mit der Zeit (und vor allem durch Markrams Forschung) gewandelt hat – vom gefühlslosen Menschen zur Hyperfunktionalität, die stets emotional überfordert. Dabei werden immer wieder Beispiele an Henry festgemacht, wie dieser auf bestimmte Kleidung reagierte, weil diese sein überlastetes Gehirn in Rage versetzte, oder wie dieser einer giftigen Schlange den Kopf streichelte, einfach weil er nicht verstand. Man konnte förmlich spüren, wie sein Verhalten seine Eltern täglich aufs Neue herausforderte.

Man merkt, dass Lorenz Wagner sich intensiv mit der Familie auseinandergesetzt hat. Er muss viel Zeit auch mit Henry verbracht haben, um seine Geschichte so intensiv einzufangen. So gut er es auch tat, so wenig strukturiert wirkte jedoch das Buch. Ein so interessantes und tiefgreifendes Thema verdient diese Struktur, um dem beim eigenen Grübeln gerecht zu werden. Es ist zu komplex, um zwischen den Jahren und dem jeweiligen Stand der Forschung hin und her zu wechseln. Doch man darf dankbar sein für dieses Buch, für Henry und für die Familie Markram, die ihren Sohn nie aufgegeben hat.

Fazit:

Tiefgreifend erzählt die Geschichte über Henrys Leben. Sein Autismus gibt seinem Vater den Anlass, über diese Krankheit zu forschen. Bewegend und spannend

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