Juli verteilt das Glück und findet die Liebe

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • München: Heyne, 2018, Seiten: 336, Originalsprache

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Monika Wenger
Ein feiner und leiser Roman mit ganz vielen Zwischentönen.

Buch-Rezension von Monika Wenger Jan 2019

Wie gross muss die Einsamkeit sein, wenn ein Mensch sogar Staubfusseln sammelt und in Plastiktütchen aufbewahrt? Die Geschichte von Tanja Kokoska, «Juli verteilt das Glück und findet die Liebe», spielt das Thema Einsamkeit und die vielen verschiedenen Arten von Furcht eine grosse Rolle. Beim Lesen wird rasch klar, dass das Alleinsein und auch das sich fürchten nicht nur ältere Generationen, sondern auch junge Menschen betrifft. Denn Juli, die Hauptfigur in diesem Roman, ist erst Ende dreissig und kennt sich mit dem Schweigen aus.

Juli Mahlo lebt allein über dem familieneigenen Blumenladen. Sie hat keine abgeschlossene Ausbildung, weil sie ihre Grossmutter und ihre Mutter bis zu deren Tod gepflegt hat. Seither hat sie nichts mehr in der Wohnung verändert. Sie lebt zwischen all den Erinnerungsstücken und kann sich nicht von ihnen trennen. In dieser ganz eigenen Welt sind aber auch viele Ängste. Julis Einsamkeit ist überwältigend. Gerade durch das Alleinsein hat sie etliche Schrullen entwickelt. So führt sie ein Buch über die verschiedenen Arten von Ängsten. Vor allem der grosse dunkle Schrank im Flur flösst Juli grosse Angst ein. Obwohl sie gar nicht weiss, was sich darin befindet, hat sie nicht den Mut, der Sache auf den Grund zu gehen. Manchmal ist Hinnehmen auch eine Überlebensstrategie.

Juli hat den Blumenladen ihrer Grossmutter und Mutter an Marie Jacobi verpachtet. Marie wird für Juli im Verlauf der Geschichte das Bindeglied zur Aussenwelt. Sie registriert Julis Einsamkeit und lässt nichts unversucht, dies zu ändern. Eine erste Möglichkeit dazu ergibt sich, als Juli für den kranken Ehemann von Marie einspringen und Blumen ausliefern muss. Diese Botengänge helfen, dass sie mit anderen Menschen in Kontakt treten kann. Ihre Feinfühligkeit ermöglich ihr hinter die Fassaden der Leute zu blicken und sie nimmt deren Traurigkeit und Einsamkeit wahr. Als gute Zuhörerin erfährt sie mehr über deren Lebensgeschichten und die grossen seelischen Lasten, welche die Leute zu tragen haben. Die Probleme der Anderen lassen Juli keine Ruhe und sie versucht, diesen Menschen zu helfen. Dies erweist sich jedoch alles andere als leicht und verursacht zum Teil noch grössere Probleme.

Weil Juli vermehrt im Blumenladen anzutreffen ist, lernt sie Oskar kennen. Er ist ein Stammkunde und kauft immer mal wieder Blumen für seine Mutter. Juli verliebt sich in ihn. Dieses neue Gefühl muss Juli erst einordnen. Es ist unbekannt und nicht vertraut und macht auch ein wenig Angst. Oskar selber scheint eine grosse, unsichtbare Last zu tragen und Juli möchte ihn gerne davon befreien. Schlussendlich trägt Oskar auch dazu bei, dass ein grosses Geheimnis in Julis Leben gelöst werden kann.

Tanja Kokoska hat mit ihrer Geschichte «Juli verteilt das Glück und findet die Liebe» einen feinen und leisen Roman mit ganz vielen Zwischentönen geschrieben. Es fühlt sich an wie ein Märchen für Erwachsene, bietet aber sehr viel Stoff zum Nachdenken. Die schrulligen, eigenartigen Charaktere berühren das Herz. Bildhaft beschreibt die Autorin wie Juli an diesem grossen, schweren und dunklen Schrank vorbei zur Haustür muss. Oder wie sie immer wieder in der Plätzchendose schnuppert um über den Geruch Erinnerungen auferstehen zu lassen. Äusserst einfühlsam beschreibt sie, wie Juli beginnt, sich dem Leben draussen zu stellen. Wie sie ihren Kokon ganz langsam verlässt und zu leben anfängt. Vor allem dank der Unterstützung von Marie Jacobi, der Blumenladenpächterin. Das Buch ist mit einer gewissen Leichtigkeit geschrieben und ist trotzdem schwerer Lesestoff. Eine gute Mischung, damit die Melancholie und die schreiende Einsamkeit sowie die Lebensängste der Figuren den Leser nicht verschlingen.

Juli verteilt das Glück und findet die Liebe

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