Wirf dein Herz voraus und spring hinterher

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • München: Penguin, 2018, Seiten: 368, Originalsprache

Couch-Wertung:

78

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Monika Wenger

Buch-Rezension von Monika Wenger Jan 2019

Liane ist eine absolut durchorganisierte Person. Als persönliche Assistentin des Geschäftsführers einer Eventagentur ein Muss. Stets korrekt und streng, versucht sie die kreativen Köpfe in der Firma vor den alltäglichen Herausforderungen zu schützen und allfällige Krisen zu vermeiden. Ihr Privatleben ist genau so durchgetaktet und geprägt von Disziplin. Geregelt bis ins kleinste Detail. Sie ist eine Hypochonderin und achtet deshalb stets auf jede kleinste Veränderung in ihrem Körper. Als ihr Hausarzt eine Überweisung zu einem Spezialisten anordnet, steht Lianes Welt Kopf.

Liane ist Ende dreissig und wird von ihren Arbeitskollegen als spiessig und bieder belächelt. Ihr Erscheinungsbild ist wirklich einer Chefsekretärin der alten Schule würdig: schmaler Rock und Dutt, immer streng und überkorrekt.

Als eingebildete Kranke rennt Liane ständig zum ihrem Hausarzt. Stets von Neuem ist sie überzeugt, ernsthaft erkrankt zu sein. Als sie dann wegen Kehlkopfbeschwerden an einen Facharzt überwiesen wird und auf einen Untersuchungstermin warten muss, bildet sie sich ein, dass es Kehlkopfkrebs sein muss. Sie ist erschüttert bei dem Gedanken, nicht mehr lange leben zu können. Dieser Schock verändert ihre Verhaltensweisen schlagartig. Ab diesem Zeitpunkt passiert etwas mit Liane und ihrer Einstellung zum Leben. Nach einer Panikattacke im Auto nimmt sie einen Autostopper mit. Das hätte sie früher nie gemacht. Sie geht nachts im Park allein spazieren – früher undenkbar. Bei einem dieser nächtlichen Spaziergänge lernt sie Nora kennen. Die beiden ungleichen Frauen freunden sich an und gemeinsam mit Nora erstellt Liane eine Bucket List. Eine Liste mit Dingen, die man noch nie gemacht hat, aber in seinem weiteren Leben gerne noch machen würde. Diese will sie bis zu ihrem vermeintlichen Ableben abarbeiten.

Mit der Abarbeitung der Liste stellt sich für Liane nach und nach eine ungekannte Freude am Leben ein. Sie wagt sich nun sogar an einen Brief, welcher ungelesen seit zwanzig Jahren in ihrer Kommodenschublade darauf wartet, geöffnet zu werden. Dieser Brief ist von Lianes Mutter, beziehungsweise Adoptivmutter. Dass Liane ein Adoptivkind ist, hat sie erst mit fast zwanzig erfahren. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr die Möglichkeit, ihre biologische Mutter kennenzulernen, da diese bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Dies verübelt sie ihrer Adoptivmutter Ruth und hat den Kontakt zu ihr abgebrochen. Doch der ungelesene Brief steht immer wieder im Raum. Mit der neu gewonnen Einstellung zum Leben stellt sich für Liane nun die Frage, ob der Bruch mit ihrer Adoptivmutter richtig war.

Der Roman beschreibt unterhaltsam die extreme Veränderung einer Person. Die Protagonistin stellt ihr Leben auf Grund der vermeintlichen Erkrankung komplett auf den Kopf. Eine Kehrtwende par excellence. Weil die definitive Diagnose lange auf sich warten lässt, bleibt ihr viel Zeit, um für die verbleibende Lebenszeit noch einmal so richtig Gas zu geben und auf die Pauke zu hauen. Sei es im Beruf, wo sie eine Auszeit nimmt, sei es in ihrem alltäglichen disziplinierten Verhalten, wo sie lockerer wird oder auch im sozialen Umgang, wo sie auftaut und für ihre Verhältnisse sogar äusserst mutig wird.

Die Geschichte hat einige holperige Stellen, ist aber gefühlvoll und mit einer guten Prise Humor geschrieben. Erstaunlich, aber auch erfreulich ist das um hundertachtzig Grad veränderte Verhalten von Liane und ihr neu erwachter Mut, sich der Vergangenheit zu stellen. Die damit verbundene Entdeckung des Lebens an und für sich ergibt sich dann wie von selbst. Spannend gestaltet sich auch die Abarbeitung der Bucket List und die daraus entstehenden Abenteuer und Bekanntschaften. Ein unterhaltsamer Roman mit einem Ende, das alles offen lässt.

Die Autorin Anna Paulsen möchte mit ihren Geschichten ihre Leser berühren. „Jemanden zum Lächeln oder zum Träumen gebracht zu haben, ist für sie das schönste Kompliment.“

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