Teufelstag

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Ullstein, 2018, Seiten: 352, Übersetzt: Yasemin Dincer
  • London: John Murray, 2107, Titel: 'Devil's Day', Seiten: 304, Originalsprache

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Julian Hübecker
Mut ist etwas, das man so lange zu haben glaubt, bis es von einem verlangt wird.

Buch-Rezension von Julian Hübecker Jan 2019

Der Gaffa ist tot, jener alte Griesgram, der die urigen Endlands und die Gemeinschaft am Laufen hielt. Daher zieht es seinen Enkel Jon zurück in seinen Geburtsort. Doch auf die Beerdigung folgt der Teufelstag, jenes Fest, an dem der Gehörnte vertrieben werden soll. Merkwürdigkeiten beginnen sich zu häufen, und bald schon verhält sich so mancher äußerst seltsam.

Der Teufel geht um – und diesmal möchte er nicht schlafengelegt werden

Endlands – ein verstecktes Tal, umgeben von dunstigen Mooren und nur wenigen Behausungen. Hier lebt eine kleine Gemeinschaft an Familien, die sich in ihrem Tagewerk gegenseitig unterstützen und helfen. Und dieses Werk ist wahrlich hart: das Hüten und Treiben der Schafe zu den Weiden, das Hacken von Holz oder das Jagen von Wild, um das eigene Vieh zu schützen. Doch die Menschen leben zufrieden und sind stolz auf das wenige, was sie tun und haben.

Die Endlands sind aber nicht nur Heimat dieser Leute, sondern auch des Teufels, der bereits seit vielen Generationen dort sein Unwesen treibt, die Lämmer sterben und die Milch sauer werden lässt sowie die Menschen krank macht. Um dem Einhalt zu gebieten, begeht man daher alljährlich den Teufelstag. Hierbei wird der Teufel mittels bestimmter Rituale verjagt und schließlich für ein Jahr schlafen gelegt. Doch der Leibhaftige ist verschlagen, und so schleicht er unbeirrt durch die Landschaft und um die Häuser herum, bereit, sein Spiel zu beginnen.

Zu dieser Zeit zieht es John mit seiner schwangeren Frau Kat zurück in die Endlands. Einst dort aufgewachsen, beschloss er wegen fehlender Perspektive von dort wegzugehen und Lehrer zu werden. Nun ist er zur Beerdigung seines Großvaters wieder da, auch, um seinen Vater bei den anfallenden Erledigungen zu entlasten. Doch je länger er dort verweilt, desto mehr wird ihm bewusst, dass er dorthin gehört – und dass auch dort die Zukunft seines Kindes liegt.

Atmosphärisch unvergleichlich, die Handlung jedoch flach

Die Idee Hurleys, den Teufel alljährlich mittels bestimmter Riten davonzujagen und dies als Fest zu veranstalten, ist an sich schon spannend. Das dazu ins tiefste Moor zu verlegen, kreiert einfach genau das richtige Setting, um dafür in Stimmung zu kommen. Und Stimmung schafft der Autor auch hervorragend einzufangen: seine Beschreibungen der Landschaft, vom feuchten Moos auf dem Torfboden bis hin zu den lärmenden Moorhühnern, ziehen einen in den Bann und bereiten perfekt auf die Handlung vor...

…die jedoch nicht beeindruckt. Denn es war gefühlt einfach kein Handeln da. Die Protagonisten haben viel geredet, ohne sich wirklich zu unterhalten, und zwischendurch hat Jon als Erzähler etwas über die Historie der Endlands und der eigenen Familie berichtet. Oftmals wirkten diese Beiträge so in die Geschichte hineingeworfen, dass man sich erstmal wieder sammeln musste, um den Richtungswechsel zu verarbeiten.

Der Teufel war hingegen nur eine Randerscheinung: Damit ist es Hurley gelungen, dass er stets nur im Hintergrund agiert, ohne dass dem Leser je ganz klar wird, ob er nun wirklich existiert oder aus dem Aberglauben einfacher Menschen entsprungen ist. Ein bisschen mehr teuflische Aktion hätte das Buch allerdings durchaus vertragen können.

Die Protagonisten selbst waren annehmbar, individuell ausgearbeitet und man konnte sie sich auch als reale Menschen vorstellen. Einzig Jon war wahnsinnig unsympathisch: seine Art, mit seiner schwangeren Frau umzugehen, war teilweise schon arg grenzwertig. Allein die Tatsache, dass er sich keine Sorgen machte, als er sie im nächtlichen Moor verloren hatte, war widerlich.

Fazit:

Teufelstag lädt zu einer gedanklichen Moorwanderung durch hügeliges Gelände und in durch Kaminfeuer geheizte Hütten ein. Doch darüber hinaus passiert wenig, sodass nur dies bleibt: ein kurzweiliger Trip durch beeindruckende Landschaften.

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