Die Känguru-Apokryphen

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Ullstein, 2018, Seiten: 208, Originalsprache

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Lisa Reim
Das Kult-Känguru ist zurück!

Buch-Rezension von Lisa Reim Dez 2018

Vier Jahre sind seit dem Erscheinen des letzten Bandes der „Känguru-Trilogie“ vergangen. Vier lange Jahre, in denen sich die Fans des kommunistischen, geschwätzigen und philosophischen Beuteltiers zum Glück mit Marc-Uwe Klings komischer Dystopie „Qualityland“ über Wasser halten konnten. Nun hat das Warten jedoch ein Ende: Die „Känguru-Apokryphen“ machen der Sehnsucht nach mehr Abenteuern von Kleinkünstler Marc-Uwe und seinem tierischen Mitbewohner vorerst ein Ende.

Doch wie der Name schon sagt, sind die Apokryphen nicht als eine Fortsetzung der Känguru-Trilogie zu verstehen. Vielmehr beinhaltet das Buch eine Sammlung unveröffentlichter, neu erdachter und wiederaufgefundener Anekdoten. Wo die Kapitel in den jeweiligen Bänden der Trilogie noch durch einen losen Handlungsrahmen zusammengehalten wurden, handelt es sich hierbei um eine Auswahl weitestgehend zusammenhangloser Alltagsschnipsel: Einzelepisoden, bei denen man manchmal doch die inhaltliche Verknüpfung vermisst, zumal einige Kapitel sehr kurz gehalten sind und der Gag nicht richtig zünden will.

Dafür haben es andere Kapitel wiederum dermaßen in sich, dass der Lektüre bzw. dem Hören des Hörbuches im öffentlichen Raum abzuraten ist, möchte man nicht irritierte Blicke seiner Mitmenschen nach plötzlichen Lachkrämpfen, inklusive Tränen, auf sich ziehen. Denn dem typischen Zynismus, schwarzen Humor, der Gesellschaftskritik und Tiefgründigkeit ist Kling treu geblieben. Genauso konnte er auch in diesem Band nicht auf altbekannte Figuren wie Herta, Krapotke und Otto von verzichten. Und auch auf etablierte Elemente wie die verbalen Schlagabtäusche mit Nazis, Aktionen des Asozialen Netzwerkes und das vom Känguru aufgemotzte Schnick-Schnack-Schnuck können Fans sich freuen. Skurrile Situationen gespickt mit intelligenter Kritik, etwas anderes ist man von Klings Känguru-Büchern nicht gewohnt.

Gerade deshalb sei Känguru-Neulingen geraten, lieber mit der Trilogie anzufangen um auch alle Anspielungen und Insider-Witze zu verstehen. Legendär sind mittlerweile auch die Hörbuch-Fassungen, welche Live-Lesungen des Autors beinhalten. Es gibt niemanden, der die Känguru-Geschichten so vorzutragen weiß, wie Marc-Uwe Kling. Auch das Hörbuch der Apokryphen transportiert nochmal jede Menge zusätzlichen Witz und Charme, besonders der frechen Stimme des Kängurus wird sich wohl kaum jemand entziehen können. Klings sprachliche Gewandtheit, sowohl schriftlich als auch mündlich, ist ein wahrer Glücksfall für die satirische Literaturlandschaft.

Für Fans ist dieser neue Band selbstverständlich ein Muss. Wer noch kein Känguru-Anhänger ist, sollte schleunigst mit der Trilogie anfangen, wobei er sich durch die Känguru-Apokryphen auf eine gelungene Zugabe freuen kann.

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Letzte Kommentare:
26.03.2019 21:55:08
K.-G. Beck-Ewerhardy

Eigentlich hatte ich nicht mehr damit gerechnet, dass es noch ein weiteres Känguru-Buch geben würde. Nach „Quality-Land“, in dem das Känguru ja auch eine gewisse Rolle spielt, erschien die letzte Schnapspraline eigentlich gegessen. Natürlich tauchte das Känguru immer mal wieder in Bühnenprogrammen auf, wie etwa „Wenn alle Stricke reißen, kann man sich nicht mal mehr aufhängen“ oder aus Büchern wie „Über Wachen & Schlafen“ und „Über Arbeiten & fertig sein.“ Aber vielleicht sind das auch nur Fake News. Auf jeden Fall gibt es auf diesem Hörbuch jede Menge neue Episoden mit dem anarchistischsten Beuteltier der Welt und die haben es mal wieder so richtig in sich: Voller Schnapspralinen, antiterroristischen Anschlägen, Kampf gegen Nazis auf ganz andere Art und Weise, Kapitalismuskritik und Praktikantenausbeutung, Futterneid und Probleme der Arbeitsteilung im Haushalt, Prominenz und der Mangel daran, Gefahren der Kleinkunst und Marien- und Jesus-Erfahrungen. Also ist für jeden wieder etwas dabei.

Dabei wird das Nerdometer bis zur äußersten Ausschlaggrenze ausgenutzt, was bereits mit dem Klappentext beginnt, in der Autorenvorstellung fortgeführt wird, um dann innerhalb der Faltverpa-ckung auf vier CDs bis an die Grenze des Wahnsinns geführt zu werden. Und es sind Episoden dabei, die es sich lohnt wieder und wieder zu hören, wie etwa „Der Tod des Marquis de Camenbert“ oder „Stroganoffs 9. Symphonie.“ Und auch Technik-Tourette verdient es in den Duden aufgenommen zu werden, denn man erlebt dieses KRnakheitsbild oft genug und die KIs werden dies sicherlich noch verstärken.

Es bietet sich selbst als eine Art „Restessen“ der Känguru-Saga an, aber irgendwo kommt die Idee eines Films auf. Und das Beuteltier ist immer noch am Leben. Wir werden sehen. Und bis dahin den alten Stoff wieder und wieder hören.

13.01.2019 10:45:40
Circlestones Books Blog

"Wenn du so vehement die Ursachenforschung unterbindest, musst du dich nicht wundern, dass sich das Problem nicht lösen lässt." (Zitat Seite 58)

Inhalt:
Nach der Känguru Trilogie gibt es nun neue Episoden aus dem Alltag des Kleinkünstlers und seinem Mitbewohner, dem Känguru. Gleichsam als roter Faden zieht sich eine neue, sehr kreative Variante des bekannten Schere, Stein, Papier Spiels, auch als Schnick, Schnack, Schnuck bekannt, durch das Buch, das Open-Schnick. Eine Erfindung des Kängurus, Regeln, wie immer, die des Kängurus.

Thema und Genre:
Das Buch nennt sich "Ratgeber für alle Lebenslagen", es finden sich darin auch interessante neue Geschäftsmodelle des Kängurus. Die Lektüre fördert mit Sicherheit auch die Gesundheit, denn Lachen ist gesund und dieses Buch bringt uns zum Lachen, und wie.

Charaktere:
Was ist an einem kommunistischen, frechen Känguru nicht zu mögen, das ungern das Bad putzt und viele Tricks auf Lager hat. Wir Wiener würden es mit liebevollem Augenzwinkern als "Schnipfer" bezeichnen. Gegen dieses Känguru kann der Kleinkünstler einfach nicht gewinnen - das Bad putzt immer er.

Handlung und Schreibstil:
Es sind einzelne Episoden, zeitlich aufeinander folgend. Dem Autor gelingt es perfekt, uns Lesern unsere menschlichen Schwächen mit Humor und umwerfend komisch aufzuzeigen. Wir erkennen uns wieder, dies aber herzhaft lachend.

Fazit:
Der vielen Worte kurzer Sinn: ein Buch für alle, die ein liebenswertes Känguru kennen lernen wollen, das seinen Mitbewohner, einen Autor, der sich selbst als Kleinkünstler bezeichnet, entweder um die Pfote wickelt, oder austrickst. Man muss die Trilogie nicht gelesen haben, das Buch ist selbsterklärend, aber man wird sie, so wie ich, nach diesem Buch unbedingt lesen wollen.