Sehnsucht so groß wie meine Einsamkeit

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • München: Knaur, 2018, Seiten: 320, Übersetzt: Claudia Feldmann und Elisabeth Liebl

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Lisa Reim
Liebe in Zeiten des Umbruchs

Buch-Rezension von Lisa Reim Nov 2018

Die Journalistin Xinran ist durch ihre Bücher über das Leben in ihrem Heimatland China berühmt geworden. In ihrem neuesten Buch widmet sie sich einem in China immer noch heiklen Thema – der Liebe. Dazu inspiriert hatte sie die Geschichte einer Frau namens Red, deren verstorbener Mann anordnete, die Jungfräulichkeit seiner Frau ärztlich attestieren zu lassen. Ein mysteriöser letzter Wunsch, waren die beiden doch 60 Jahre lang verheiratet. Als Xinran die alte Dame zu einem Interview überreden kann, erfährt sie nicht nur den Grund für ihre Jungfräulichkeit, sondern auch die Geschichte ihrer gesamten Familie.

Ausgehend von Red interviewte Xinran daraufhin auch deren zwölf Jahre jüngere Schwester Green, sowie deren Tochter und diverse Enkelinnen. Auf diese Weise setzt Xinran Stück für Stück das Schicksal einer Familie zusammen, das in hohem Maße geprägt ist von der turbulenten chinesischen Geschichte. Denn auch wenn die Frauen der Familie vornehmlich von ihren Erfahrungen mit der Liebe berichten sollen, sind diese doch stets verflochten mit Kriegen, Revolutionen und den damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüchen. So wächst Red während der 20er und 30er Jahre in turbulenten Zeiten auf. Reds Generation steht an der Wende von einer traditionsbewussten Kultur hin zu einer Welt, die neuartige, fremde Werte verkörpert. Das Ende der Monarchie läutet den Beginn der Volksrepublik China und einer gesellschaftlichen Neuausrichtung ein; das Volk lebt in unsicheren Zeiten, was sich auch auf das Liebesleben auswirkt. Dagegen ist das Leben von Reds Schwester Green und deren Tochter vermehrt geprägt von den Wirren der Kulturrevolution und der politischen Umbrüche, in denen das eigene Funktionieren in einem sich stetig wandelnden System im Vordergrund stand. Zu guter Letzt kommt die junge Generation zu Wort, die sich mit Online-Dating und mehr Offenheit in Liebesangelegenheiten vermehrt dem Westen annähert.

Geschichte spielt also eine große Rolle – sowohl im Leben der Erzählenden als auch in der schriftlichen Darstellung ihrer Schicksale. Das ist mitunter zwar interessant und aufschlussreich, wenn man sich bisher noch nicht allzu viel mit chinesischer Geschichte beschäftigt hat, die meiste Zeit jedoch sind diese Exkurse sehr trocken und zäh. Dass es sich eigentlich um Erzählungen über die Liebe handeln sollte, verliert man da schnell mal aus den Augen. Zumal sich viele Wiederholungen eingeschlichen haben, die den Leser auf der Stelle treten lassen. Das Thema der Liebe stellt somit vielmehr einen Ausgangspunkt dar, von dem aus sich die meist kontrastarmen Memoiren der Frauen entfalten.

Zu bedenken sei auch, dass die beschriebenen Einzelschicksale keineswegs repräsentativ sein können für die chinesische Gesellschaft, wie es von der Autorin immer wieder postuliert wird. Denn gerade die Konzentration auf eine Familie kann nicht gerade einen umfassenden Einblick in verschiedene Gesellschaftsschichten mit unterschiedlichen Wertauffassungen geben. Trotzdem bietet Xinrans Werk Beispiele dafür, wie die Geschichte eines Landes Einfluss nehmen kann auf das intime Leben zweier Menschen.

Insgesamt ein interessanter Einblick in die chinesische Historie am Beispiel einer Familie und deren Erfahrungen mit der Liebe. Allerdings muss man sich durch manche Abschnitte durchkämpfen, bis der Text sich wieder auf das Wesentliche konzentriert.

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