So also endet die Welt

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • München: Karl Blessing Verlag, 2018, Seiten: 304
  • Stockholm: NOK, 2017, Titel: 'Så här upphör världen', Originalsprache

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Monika Wenger

Buch-Rezension von Monika Wenger Sep 2018

Julia und ihr Mann Erik verbringen mit ihren Kindern Alice und Anton den Sommer an der Westküste Finnlands im alten Ferienhaus von Julias Familie. Irgendwie haben sie sich als Paar im Verlaufe ihres Ehelebens auseinander gelebt. Die Spannungen sind greifbar. Sie brechen auf, in der Hoffnung, dass dieser Sommer Klärung bringen wird. Das Sommerhaus hat Julias Grossvater in den siebziger Jahren gekauft. Julia war als Erwachsene nur einmal dort, um ihren Kindern das Haus zu zeigen. Nun wird die ganze Familie zehn Wochen Sommerferien hier verbringen.

Julia ist Schriftstellerin und hofft, dass sie in der Abgeschiedenheit der finnischen Küste an ihrem zweiten Roman schreiben kann. Ihr Mann Erik ist Informatiker und hat gerade eben, vor den Ferien, seinen Job verloren. Er kann sich nicht durchringen, Julia davon zu erzählen. Der Druck, welcher das Schweigen verursacht wird immer grösser und da das Paar bereits in einer beträchtlichen Krise steckt, macht das Schweigen die Sache nicht besser. Erik ertränkt seine Probleme im Alkohol und entzieht sich der Verantwortung.

Überraschend stellt Julia fest, dass im Nachbarhaus ihre Jugendfreundin Marika mit ihrem Partner Chris und dem gemeinsamen Sohn Leo eingezogen ist. Doch der dort existierende Lebensstil und die vorherrschenden Meinungen und Einstellungen sind doch etwas zu unkonventionell und weichen extrem von Julias Lebensvorstellungen ab. Chris, Marikas Partner, sieht sich als Umweltaktivist und Führer. Die Vorstellung der Gruppe von einer Rückkehr in eine vorindustrielle Welt scheint etwas gar abstrakt. Als eine Abendeinladung aus dem Ruder läuft, zieht sich Julia etwas zurück.

Dem Beziehungschaos der Erwachsenen zum Trotz verliebt sich Julia und Eriks dreizehnjährige Tochter Alice in Marikas Sohn Leo. Die beiden verbringen mehr und mehr Zeit zusammen und geben sich gegenseitig Trost und Kraft in den immer grösser werdenden Turbulenzen. Anton, der zehnjähre Sohn bräuchte eigentlich mehr Aufmerksamkeit. Weil jedoch jeder mit seinen eigenen Problemen beschäftigt ist und sich niemand wirklich um ihn kümmert, zieht er sich mehr und mehr zurück, ohne dass es jemand gross bemerken würde. Und dann erscheint eines Tages der Bruder von Erik und die Eltern von Julia reisen zu Alices Geburtstag an. Das Unheil nimmt weiter seinen Lauf.

Als wären all die zwischenmenschlichen Probleme nicht genug, stellen Julia und Erik fest, dass der Keller ihres Hauses sich langsam aber stetig mit Wasser füllt. Die Ursache ist unklar. Als dann das Wasser aus der Kellertür läuft und sich auf dem Hof verteilt, scheint dies wie der Höhepunkt all der Dramen zu sein. Die Situation hat Symbolcharakter.

Philip Teir erzählt in sehr präzisen Worten und sehr eindrücklich die Geschichte einer finnischen Familie. Die feinen Risse in den Beziehungen sind gut erkennbar. All die vielen kleinen menschlichen Tragödien und Schicksalsschläge bringt er überzeugend und eindringlich zur Sprache. Er beschreibt detailliert die Unfähigkeit jedes Einzelnen, seine Lebensumstände nicht ändern zu wollen beziehungsweise nicht ändern zu können. Gegenseitige Schuldzuweisungen, welche schlussendlich zu seelischen Verletzungen führen, sind die Folge. Ein bemerkenswertes Buch.

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