Die Vergangenheit

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Barcelona: Anagrama, 2003, Titel: 'El pasado', Seiten: 551, Originalsprache
  • Stuttgart: Klett-Cotta, 2009, Seiten: 558, Übersetzt: Christian Hansen
  • München: Deutscher Taschenbuch-Verlag, 2011, Seiten: 558, Übersetzt: Christian Hansen

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Nach zwölf Jahren absoluter Liebe, die die Welt nach ihrem Ebenbild zu formen schien, trennen sich Rímini und Sofía.

Es sind die Achtziger in Buenos Aires, und für den dreißigjährigen Rímini ist alles wieder so funkelnd wie zu Beginn. Er entdeckt das Begehren neu und wirft sich mit einer jüngeren Frau in eine rauschhafte Suche nach der verlorenen Zeit.

Aber seine Liebe zu Sofía ist nicht gänzlich erloschen, sie hat nur ihre Form verändert. Und als Sofía überraschend in sein Leben zurückkehrt, trägt die frühere Liebe das Antlitz des Entsetzens. Ein ums andere Mal erscheint sie ihm als Rachegespenst, um ihn zurückzueobern, zu quälen, vielleicht zu retten. Und so gerät Rímini in ein Inferno aus emotionaler Erpressung, Verrat und Drogen. Am Ende droht ihm, dass er alles verliert. Oder gibt es eine Liebe nach der Liebe?

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Letzte Kommentare:
15.01.2016 12:30:45
Sebastian Knight

Selten in den letzten Jahren hat mich ein Roman so ambivalent zurück gelassen wie "Die Vergangenheit" von Alan Pauls. Animiert von den vielen positiven Kritiken und Lobpreisungen habe ich mich auf dieses Leseerlebnis eingelassen und dabei viele Höhen und Tiefen erleben dürfen/müssen.
Die klaren Pluspunkte des Romans liegen meiner Meinung nach zuallererst in der ungewöhnlichen, literarisch herausragenden Sprache des Autors. Wie er in oft sehr langen, vielfach verschachtelten Sätzen voller Einschübe und Nebensätze, Abschweifungen und komplizierten Wendungen detailreich und kunstfertig erzählt, hat ganz große Klasse und höchstes Niveau. Für den Leser ist es nicht immer einfach, dabei den (grammatischen und semantischen) Überblick zu behalten - aber es ist ungemein lohnend und führt immer wieder zu atemlosen Lesehöhepunkten (In meiner Lieblingspassage, erklärt er in einem einzigen, kaum enden wollenden, fast 1 1/2 Seiten langen Satz die Namenswahl für den neugeborenen Sohn Riminis).
So faszinierend die Sprache, so enttäuschend und wenig nachvollziehbar war oft die Handlung - für mich zumindest. Über weite Strecken ist es mir nicht gelungen, mich in das Denken, Fühlen und Handeln, in die Motive und Obsessionen der Protagonisten wirklich einzufühlen. Weder wird klar, warum sich Rimini und Sofia (das scheinbar perfekte Paar) trennen, noch warum sie über die Jahre nicht voneinander loskommen. Der absolute Tiefpunkt war für mich aber immer dann erreicht, wenn es um die für die Haupthandlung völlig belanglose und überflüssige Geschichte des Künstlers Riltse (Stichwort "sick art") ging. Was ich fast nie tue, dazu hat mich Alan Pauls auf den Seiten 360 - 430 gezwungen: Seiten querzulesen und nur flüchtig zu überfliegen, weil hier nun sein verschachtelter Sprachstil bei mir zu gähnender Langeweile geführt hat. Wäre diese Passage früher im Buch aufgetaucht, hätte ich es sicherlich nicht zu Ende gelesen.
Mein Fazit: Ein sicherlich ganz großer, sprachlich faszinierender Autor hat einen 200 Seiten zu langen Roman geschrieben, den man abwechselnd an die Wand werfen und dann wieder in die Reihe der ganz besonderen Bücher einsortieren möchte.

07.04.2015 12:18:55
cl.borries

Der Roman entführt uns in die Welt der Gefühle, der Liebe und des Schmerzes. Man fühlt sich schnell an Proust erinnert, der in seinem Lebenswerk " Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" in ähnlichen Gefilden wandelt.

Rimini und Sofia sind ein Liebespaar, das sich trennen wird. Der Entschluss ist gefasst, wenn auch niemand verstehen kann, warum es zur Trennung kommen soll. Bizarr und unerklärlich erscheint sie, bis man unter der Oberfläche sieht, wie zerbrechlich die Beziehung war.

Das Paar lebt in den achtziger Jahren in Buenos Aires; die Militärdiktatur beherrscht die Zeitgeschichte, aber nichts davon ist in ihrem Leben zu spüren.

Genauso, wie sie ihre Liebe zelebriert haben, bereiten sie ihren Abschied und die Trennung vor.
Tief emotional und reflektierend erinnert sich Rimini bei seinem Fortgang an seine Ehe mit Sofia, die genau 12 Jahre gedauert hat. Von Jugend an waren er und Sofia verbunden: Schule, Freunde und gemeinsames Aufwachsen haben sie mit einander durchlebt.
Unsicher und tastend begibt sich Rimini auf seinen Weg in die Freiheit, die ihm verlockend erscheint, denn er benimmt sich wie ein flügge gewordener Vogel.
Jetzt begegnet uns ein neugieriger Mann von dreißig Jahren. Zu Beginn ist die Geschichte arm an Handlung aber reich an inneren Erlebnissen und Zuständen.
"Manche Menschen fliehen vor einem Vulkan, vor einem Erdbeben, vor einer Epidemie. Rimini, auf seine unkluge und abtrünnige, lieblose und geradezu lächerliche Art, floh vor einer so banalen häuslichen Szene wie dem Aufteilen von Erinnerungen." Gemeint sind hier die Fotos, in denen sich das gemeinsame Leben des Paares dokumentiert findet.

Rimini stürzt sich in neue Affären, genießt die gewonnene Freiheit und Unabhängigkeit, nimmt Kokain und geht allen Versuchen Sofias, auf lose Weise in Kontakt zu bleiben, aus dem Weg.

Fasziniert folgt man seinen Gedankengängen und seiner inneren Zerrissenheit. Glück sieht anders aus!
Doch sein weiteres Leben birgt immer neue Veränderungen und zeigt zugleich Stillstand. Im Hintergrund lauert die Erinnerung an Sofia und ihre Allgegenwart, die aus seinem Gedächtnis und seinem Leben nicht weichen will, als sei die erste Liebe ein prägendes Zeitmaß, das nicht abzuschütteln ist.

Die übergroße Erwartung an das nie versiegende Glück, das in seiner Reinheit und Vollkommenheit nicht zu verwirklichen ist, haben Sofias und Riminis Beziehung zerstört. Sie erwarteten das verlorene Paradies der Kindheit und mussten an der Realität scheitern.
Man begibt sich in dem Roman auf eine Zeitreise, an deren Ende man erkennt, wie sehr Menschen sich in ihren Hoffnungen täuschen können, um beim Erwachen in der krassen Realität anzukommen.
Wenn man zuerst noch fasziniert ist von der Dynamik des Geschehens, so weicht die Begeisterung einer gewissen Ermüdung, wenn man über die ausufernden Orgien, Liebesräusche und sexuellen Exzesse Riminis liest. Sein Mäandern durch die Zeit scheint ohne Ziel. Wo wird dieses chaotische und vermeintlich in die Freiheit führende Leben enden?

Man muss einige weitschweifige Ausführungen durchstehen, um das Ende der Geschichte zu erreichen.
Dennoch ist dem Autor Alan Pauls eine opulentes Werk mit dem Roman gelungen. Er gilt als einer der größten lebenden Autoren Südamerikas.

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