Gold Ruhm Zitrone

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • New York: Riverhead, 2015, Titel: 'Gold Fame Citrus', Originalsprache
  • Berlin: Ullstein, 2016, Seiten: 416, Übersetzt: Susanne Höbel

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Kathrin Plett
Zukunftsapokalypse

Buch-Rezension von Kathrin Plett Dez 2016

Dass der Klimawandel kein Gerücht ist und unsere Welt verändern wird, ist inzwischen wohl jedem klar. Naturkatastrophen häufen sich, Wetterextreme wie starke Regenperioden, Kälteeinbrüche oder Hitzeperioden nehmen zu und verändern Landschaften und Lebensräume. Dadurch, dass der Meeresspiegel ansteigt, drohen einige Länder irgendwann vollkommen überschwemmt zu werden und unterzugehen. Aber auch die andere Seite, dass Länder durch Trockenheit und ausbleibenden Regen aufgrund von Wassermangel unbewohnbar und zur Wüste werden, wird immer realer. Schon heute ist in manchen Teilen Amerikas das Bewässern von Rasenflächen verboten, um die knappen Wasserreserven nicht unnötig zu strapazieren. Wie eine solche Welt aussehen könnte und wie die Natur das gesellschaftliche Leben und unsere Zivilisation verändern könnte, erzählt Claire Vaye Watkins in ihrem Roman Gold Ruhm Zitrus.

Eigentlich sind Luz und Ray ein glückliches Paar, das sich liebt. Doch leben sie in einem Amerika, das sich von dem Amerika, welches wir kennen, stark unterscheidet. Wenn Luz abends die Berge betrachtet, die von der untergehenden Sonne bestrahlt werden, scheinen sie zwar in Flieder, Pflaume, Lavendel, Orchidee, Maulbeere oder Veilchen, doch all diese Lilatöne existieren in der Natur nicht mehr, denn die zugehörigen Pflanzen sind längst Opfer der seit langer Zeit andauernden Dürre geworden. Wann es das letzte Mal in Kalifornien geregnet hat, daran kann sich schon lange keiner mehr erinnern. Die Menschen, die noch nicht aus dieser sich immer weiter ausbreitenden Wüste geflüchtet sind, werden teils durch undurchsichtige bürokratische Vorschriften, teils durch Waffengewalt, davon abgehalten, in fruchtbare Regionen zu ziehen. Luz und Ray sind geblieben. Sie leben mal hier mal dort, beispielsweise in den verlassenen Villen der längst geflohenen Hollywood-Stars. Obwohl der Alltag viele Entbehrungen erfordert, haben sie sich an ihr Leben gewöhnt. Als eines Tages ein kleines Mädchen namens Ig zu ihnen stößt, ändert sich alles. Gemeinsam beschließen sie, sich auf eine gefährliche Reise in den fruchtbareren und zivilisierteren Osten zu machen, wobei sie das gefährliche Dünenmeer durchqueren müssen...

Claire Vaye Watkins wurde 1984 in Death Valley geboren und ist in Nevada aufgewachsen. Ihre Erzählungen und Essays sind bereits in mehreren großen Zeitungen erschienen. Ihr 2012 erschienener Erzählungsband Geister, Cowboys wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Story Prize und dem Dylan Thomas Prize. Derzeit unterrichtet sie kreatives Schreiben an der Univerity of Michigan.

Mit ihrem neuesten Roman skizziert Claire Vaye Watkins eine unheimliche Zukunfsvision, die hoffentlich nicht eintreten wird. Nicht nur die Natur Kaliforniens ist zerstört, auch unter den dort noch lebenden Menschen herrscht eine Art Anarchie, die keinerlei gesellschaftliche Struktur mehr erkennen lässt. Jeder ist sich selbst der nächste und in erster Linie für sich selbst, eventuell noch für einen Partner verantwortlich. Familien oder gar Kinder gibt es so gut wie nicht. In diese Welt setzt die Autorin ihre Protagonisten Ray und Liz, die anders als die meisten Menschen noch in der Gegend geblieben sind. Aus der Erzählersicht berichtet sie, wie es den beiden ergeht, wie sie denken und fühlen und vor allem, zueinander stehen. Dadurch, dass sie immer wieder ihren Erzählmittelpunkt wechselt, werden die Charaktere ihrer Figuren besonders deutlich. Auf diese Weise erfährt der Leser unausgesprochene Gedanken und Gefühle, die die beiden jungen Menschen einander nicht sagen, kann hinter die Fassade der Beziehung blicken. Als dann auch noch die kleine Ig hinzustößt, ändert sich das Verhalten der beiden. Mit ihr machen sie sich auf eine Reise, die zur Schicksalsfahrt der beiden werden soll. Spannend und unvorhersehbar erzählt die Autorin, wie es mit den beiden weitergeht, wobei viele Überraschungen und Wendungen auf den Leser warten. Durch die vielen Erzählsprünge und Exkurse wird der Roman dabei jedoch auch unübersichtlich. Stellenweise scheint es, dass sich die Watkins in endlose Beschreibungen verstrickt, die überhaupt nicht zur Story beitragen, was dem Roman abbremst. Vor allem das Ende wirkt abrupt und unpassend, sodass die Frage aufkommt, was die Autorin mit diesem Finale aussagen möchte.

Alles in allem eine interessante und spannende Idee für einen Roman, die leider an vielen Stellen nicht so gut umgesetzt wurde. Die zu Beginn aufgebaute Spannung verpufft gegen Ende und wird durch zähe Exkurse ersetzt.

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