La Oculta

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Berenberg, 2016, Seiten: 304, Übersetzt: Peter Kultzen
  • Bogotá: Alfaguara, 2014, Titel: 'La Oculta', Seiten: 250, Originalsprache

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Sebastian Riemann
Kolumbiens Idylle und Trauma

Buch-Rezension von Sebastian Riemann Okt 2016

Die alte Finca in den Bergen Kolumbiens. Sie liegt inmitten eines Paradieses, ist umgeben von ursprünglicher Schönheit und Ruhe, weit weg von den Städten, in denen die Menschen sich beeilen, sich wichtig nehmen und alles auf einmal erledigen wollen. Die Finca La Oculta ist ein Rückzugsort, an dem man Kraft sammeln kann, in Erinnerungen und im See baden kann. Doch nicht nur Angenehmes und Schönes findet sich in der Geschichte dieses abgelegenen Ortes, der vielen Generationen als Heimat diente. Zusammen mit dem Land gingen La Oculta und ihre Bewohner durch alle Leiden Kolumbiens, mussten zittern und Ängste ausstehen.

Nachdem die Mutter gestorben ist, wird die Finca verkauft. Ihre Kinder kommen zusammen, erinnern sich an den Ort und die Menschen, die dort lebten. Es ist ein schwerer Abschied, denn für jeden einzelnen bedeutet die Finca viel. Ihre Kindheit verbrachten sie dort, ebenso ihre Jugend. Einzigartige Momente verbinden sie mit dem Ort, der für sie immer etwas besonderes war, anders als die anderen Orte, die sie im Verlaufe ihrer Leben kennenlernten. Drei erwachsene Kinder erzählen die Geschichten rund um La Oculta, Kolumbien und Amerika.

Antonio ist der einzige männliche Nachkomme der Familie und als solcher verantwortlich, den Familiennamen weiterzugeben. So wie es vor ihm die Männer der Familie getan haben. Doch bei Antonio endet die Geschichte. Er wird keine Kinder zeugen, da er homosexuell ist. Schon in frühen Jahren erkannte er seine Neigung zu anderen Jungen und schnell wurde klar, dass er keine Frau und Kinder haben würde. Für seinen Vater war es ein großes Problem, er konnte es nicht fassen, konnte den Sohn, so wie er war, nicht akzeptieren und machte sich bei jeder Gelegenheit lustig über ihn. Er sprach von einer Krankheit. An Antonio ging das nicht spurlos vorbei, er verinnerlichte die Abneigung des Vaters und den Verlust der Familiengeschichte, für den er verantwortlich gemacht wurde. Also begann er, Nachforschungen anzustellen, die Geschichte des Ortes aus alten Dokumenten zu rekonstruieren. Er begann eine Familienchronik zu schreiben, hielt die ganzen Namen fest, damit sie niemals vergessen werden. Antonio erzählt die Geschichte von La Oculta aus historischer Perspektive, er berichtet von den europäischen Vorfahren, die nach Amerika kamen, sich zusammenschlossen mit anderen, die ebenfalls auf der Suche nach einem besseren Leben waren. Sie wollten ein eigenes Stück Land, das sie bearbeiten und von dem sie leben können. Es ist eine Einwanderer- und Abenteurergeschichte, die in Europa beginnt, durch die schwer zugänglichen Berge bei Medellín führt und die Gründung kleiner Orte sieht, in denen die Vorfahren Antonios ihr Glück versuchten.

Pilar ist eine Schwester Antonios und überaus traditionell, wie sie selbst sagt. Sie lebt ein Leben, so wie es in den vorangegangenen Generationen gelebt wurde. Mit dem modernen Leben in den Großstädten im Land oder gar in den USA hat sie nichts zu tun. Als sie heiratete, war sie Jungfrau und wusste von nichts, genauso wie ihr Mann. Pilar langweilt sich nicht in ihrer alltäglichen Routine, sie sucht nicht die Abwechslung und das Abenteuer. Sie ist, wie sie nicht müde wird herauszustellen, ganz anders als ihre beiden Geschwister. Mit der Erde in Kolumbien ist sie verwurzelt, sie will nicht weg, egal wie es um das Land steht. Die Traditionen ihrer Eltern und Großeltern führt sie weiter. Der alten Finca steht sie am nächsten. Dem Leser gibt sie Einblicke in das wahre Leben der Menschen vor Ort.

Eva ist die Klügste unter den Geschwistern und die Unbeständigste. Sie ist fähig, zu machen, was immer sie will, und meistens will sie zu viel und weiß dann nicht, wie sie es anstellen soll. Ihre Partner wechselt sie regelmäßig, was ihre Schwester Pilar heillos durcheinander bringt. Für den Leser ist sie interessant, da sie die spannendste Geschichte von La Oculta erzählt, aus der Zeit, da das Land - und die Region um Medellín bildete dabei keine Ausnahme – begann in einer unaufhörlichen Gewaltspirale zu versinken. Es ist die Gewalt, die bis heute maßgeblich den Ruf des Landes bestimmt. Sie wird für den Leser unmittelbar erfahrbar, da er Eva begleitet auf dem Weg zum Überleben, weg von der Finca.

Aus drei Perspektiven wird dem Leser La Oculta näher gebracht. Sie wechseln sich ab und ergänzen sich, erzählen die Geschichte des Landes und der Familie. Auf diese Art entsteht ein Sammelsurium aus Eindrücken und Geschichten, die das vergangene und gegenwärtige Leben nebeneinander stellen. Das Buch ist dem lebendigen Kolumbien gewidmet, seinen Menschen und Problemen. Echt und authentisch ist es, eine Bereicherung für jeden interessierten Leser.

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