Jäger und Sammler

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Reprodukt, 2016, Seiten: 336, Übersetzt: Marion Herbert
  • Marcinelle: Dupuis, 2015, Titel: 'Les Equinoxes', Originalsprache

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Kathrin Plett
Die Steinzeit in unseren Knochen

Buch-Rezension von Kathrin Plett Okt 2016

Wo kommen wir Menschen her? Die Geschichtsforschung beantwortet uns diese Frage, zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Anhand von Funden und Bildern lässt sich die Vergangenheit Stück für Stück zurückverfolgen. Über Mittelalter, Antike oder die noch weiter zurückliegende Steinzeit wurde das Leben der damaligen Menschen immer weiter rekonstruiert. Gab es in späteren Zeiten bereits spezialisierte Berufe, denen die Menschen nachgingen, teilten sich die Menschen in der Steinzeit vor allem in Jäger und Sammler auf. Ersteres war vor allem Aufgabe der Männer, letzteres Tätigkeit der Frauen. Auch viele Jahre später, in denen wir nur noch wenige Parallelen zwischen unserem heutigen Leben und dem der Steinzeitmenschen sehen können, sind einige wesentliche Verhaltensweisen noch immer erkennbar, wie Cyril Pedrosa in seiner Graphic Novel Jäger und Sammler zeigt.

Wenn die Wege, die Menschen im Laufe eines Jahres gehen, durch bunte Linien auf einer Karte dargestellt würden, würde ein sehr farbenfrohes Bild aus lauter sich überschneidenden und kreuzenden Linien entstehen, die nicht mehr zu unterscheiden wären. Cyril Pedrosa hat sich einige dieser Linien ausgesucht und begleitet diese Personen, deren Linien sich mal mehr, mal weniger bewusst im Laufe dieses Jahres kreuzen. Egal ob sie Louis, Pauline, Vincent oder Camille heißen, Rentner, Gymnasiasten, Kieferorthopäden, Zeitarbeiter, jung oder alt sind. Alle haben eine Gemeinsamkeit, die die Menschen schon seit Urzeiten verbindet: Sie sind auf der Suche nach Halt, nach Sinn, nach einem Weg aus der Einsamkeit. Cyril Pedrosa entwirft ein Kaleidoskop aus episodischen Momentaufnahmen und fängt die Seelenzustände seiner Charaktere in besonderen Situationen ein. Das verknüpfende Element seiner Figuren, insofern sie nicht bereits durch persönliche Bekanntschaft verbunden sind: eine Fotografin. Immer wieder taucht sie im Hintergrund auf, fängt besondere Gefühlsmomente ein, die Einblicke in das Innere geben.

Cyril Pedrosa, geboren 1972, hat sich bereits in früher Jugend für Asterix und Micky Maus begeistert. So fiel ihm die Entscheidung Comic-Zeichner zu werden nicht schwer. Als Animationszeichner für Disney hat er an Der Glöckner von Notre Dame und Herkules mitgearbeitet und in Zusammenarbeit mit dem Szenaristen David Chauvel mehrere Bände der Serie "Ring Circus" gezeichnet.

Nicht ganz einfach, was sich Cyril Pedrosa in seinem neuesten Werk vorgenommen hat. Er zeichnet und schreibt über verschiedene Menschen, deren Wege sich zwar kreuzen, die aber dennoch keine gemeinsame Geschichte zu erzählen haben. Diese Stränge in ein Buch zu packen, zu einem harmonischen Ganzen zu bekommen, ist nicht leicht. Auch für den Leser kann diese Art von Werk eine Herausforderung bedeuten, wenn die Szene immer wieder wechselt und die gerade vertraute Kulisse erneut für eine völlig neue Handlung verlassen wird. Cyril Pedrosa hat sich dieser Aufgabe gestellt. Er begleitet verschiedene Figuren, beobachtet sie in verletzlichen Momenten, Momenten in denen sie sich öffnen oder vor besonderen Situationen stehen. Wie die Jahreszeiten vergehen, veranschaulichen Szenen aus der Steinzeit zu Beginn eines jeden neuen Abschnitts, mit denen die neue Zeit eingeläutet wird. Abgeschlossen werden die Kapitel durch schwarz-weiß Bilder, die kennzeichnen, dass sie durch die Linse der begleitenden Fotografin aufgenommen wurden. Ihnen folgen teils mehrere Seiten lange Textabschnitte, in denen besagte Fotografin "den Finger in die Wunde legt", erzählt, was sie beobachtet hat und wie es im innersten der Personen aussieht.

Wie schon im vorherigen Textteil deutlich wird, diese Graphic Novel ist nur schwer zu greifen. Viele Szenen und Perspektiven, die durcheinander gehen und sich abwechseln. Unterschiedliche Figuren, denen nur schwer nahe zu kommen ist. Auch wenn die darstellerische Leistung des Autors und Künstlers überzeugt, seine Bilder mit den Texten harmonieren und seine Vielseitigkeit zeigen, fällt es schwer, dem Werk zu folgen. Insgesamt eine interessante Idee, an deren Umsetzung jedoch noch gearbeitet werden muss.

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