Tausend kleine Lügen

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Sidney: -, 2014, Titel: 'Big Little Lies', Originalsprache
  • Köln: Lübbe Audio, 2016, Übersetzt: Luise Helm

Couch-Wertung:

88

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Rita Dell'Agnese
Blick hinter die Kulissen der besseren Gesellschaft

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2016

Die junge, alleinerziehende Mutter Jane zieht mit ihrem fünfjährigen Sohn Ziggy ins australische Küstenstädtchen Pirriwee. Mutter und Sohn haben jedoch keinen einfachen Start: Beim Besuch der Schule, die Ziggy demnächst besuchen wird, wird die kleine Amabella von einem Schüler drangsaliert und gewürgt. Verschüchtert bezichtigt Amabella den ihr noch unbekannten Ziggy, der Täter zu sein. Die Eltern sind empört. Dennoch ist Jane zuversichtlich, dass sich Ziggy, der die Vorwürfe Amabellas hartnäckig bestreitet, in die Schule einleben wird. Sie selber scheint endlich Fuß fassen zu können. Jane freundet sich mit der temperamentvollen Madeline an, die gerade eine harte Zeit durchmacht. Ihre älteste Tochter aus erster Ehe hat sich entschieden, die Familie zu verlassen und fortan bei ihrem Vater und dessen Frau zu leben. Madeline kann ihre Eifersucht auf die Frau ihres Exmannes kaum im Zaum halten, muss sich jedoch damit abfinden, dass deren Tochter Skye wie Madelines Tochter Chloe die gleiche Klasse besuchen wird - die Klasse, in die auch Ziggy eingeteilt ist. Als dritte im Bunde kommt die im Luxus lebende Celeste hinzu, deren Zwillingssöhne im selben Alter sind wie Ziggy und Chloe. Nach dem Eklat beim Besuchstag versuchen Amabellas Mutter und deren Freundeskreis Ziggy auszugrenzen. Schon kurz nach Schulbeginn wird klar, dass Amabella systematisch gemobbt wird. Schnell steht Ziggy unter Verdacht, da er ja bereits beim Besuchstag handgreiflich geworden ist. Jane ist verzweifelt. Denn nun schweigt Ziggy hartnäckig zu diesen Verdächtigungen. Das Umfeld von Amabellas Mutter beginnt damit, Unterschriften zu sammeln, um Ziggy von der Schule zu verweisen. Die Situation spitzt sich immer stärker zu, einzig Celeste und Madeline stehen weiter zu Jane und ihrem Sohn. Am Quizabend, der jedes Jahr in der Schule durchgeführt wird, kommt es dann zum Eklat und einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf es einen Toten gibt.

Mit einem guten Blick für den Alltag in einem kleinen, vom Mittelstand bewohnten Küstenstädtchen geht Liane Moriarty an die Geschichte heran. Sie führt ihre Leser ganz langsam in die Gesellschaft ein - quasi im selben Zuge, in dem Jane in Pirriwee Fuß zu fassen versucht. Allerdings wählt die Autorin einen ungewöhnlichen Weg: Sie nimmt eine Nebenfigur - die Nachbarin der Schule - und lässt sie den unheilvollen Quizabend und den Todesfall aus der Distanz miterleben. Dadurch bekommen die Ereignisse eine spezielle Note. Obwohl der Fokus der Geschichte klar auf den drei Freundinnen Jane, Madeline und Celeste liegt, spielt eine ganze Reihe von Charakteren eine Rolle in der Story. Es mag zunächst verwirren, auf welche Art, die einzelnen Figuren ins Geschehen eingebracht werden: Mit kleinen Aussagen zum Geschehen der letzten Stunden und Monate. Oft sind es nur einige Sätze, die dem Leser in geraffter Form zeigen, welche Haltung die jeweilige Person einnimmt. Danach kehrt die Autorin zur Story zurück, erzählt nach und nach, was vor dem verhängnisvollen Quizabend alles geschehen ist.

Es braucht ein gutes Gedächtnis, um alle Figuren immer richtig einordnen zu können. Liane Moriarty hilft ihren Lesern allerdings dabei, indem sie die Figuren mit sehr markanten Details ausstattet. Diese spezielle Form der Erzählung macht unter anderem den Reiz des Romans aus. Er ist sehr temporeich und weist viele Facetten auf. Er ist auch erstaunlich tiefgründig: Die verschiedenen Problemkreise, die Liane Moriarty in die Geschichte einbringt, ergeben ein kompaktes Bild der Gesellschaft, die in diesem idyllischen Städtchen lebt. Gewalt, Helikopter-Mütter, Mobbing: Wer einen Blick hinter die Fassade wirft, wird mit einer Janusgesichtigen Gesellschaft konfrontiert.

Tausend kleine Lügen ist ein unterhaltsamer, temporeicher und tiefgründiger Roman, der durch eine ungewöhnliche Erzählweise punkten kann und mehr zu bieten hat, als man zunächst vermuten dürfte.

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