Das Apfelblütenfest

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • München: Pendo, 2016, Seiten: 352, Originalsprache

Couch-Wertung:

75

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91-100
0 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:99
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":1,"100":0}
Kathrin Plett
Vermeintliche Idylle in französischem Dorf

Buch-Rezension von Kathrin Plett Jul 2016

Auf dem Land, da ist die Welt noch in Ordnung. So lautet ein weit verbreitetes Klischee. Da gibt es noch Natur, weite Felder und Wälder, alles ist familiär und die Menschen kennen sich noch persönlich. Das Leben ist ruhiger, der Alltag weniger hektisch als im Großstadtdschungel, wo alles schnell und ohne Zeit erledigt werden muss. Ganz so sieht das Leben auf dem Land in der Normandie nicht immer aus. Zwar ist die Umgebung herrlich, vor allem zur Apfelblütenzeit, wenn alle Bäume in voller Blüte stehen und von weitem leuchten, doch hat auch diese Gegend die Zeit eingeholt. Die schönen Apfelbäume werden zur Cidre Produktion benötigt, der Alltag ist geprägt von Ernte, Verarbeitung und geschickten Verhandlungen mit möglichen Handelspartnern oder Banken, bei denen Kredite für Expansionen beantragt werden müssen. Dass aber auch Traditionen nicht verloren gehen dürfen und es wichtig ist nicht zu vergessen zu leben, erzählt Carsten Sebastian Henn in seinem Roman Das Apfelblütenfest.

Lilou ist eine fröhliche und unbekümmerte junge Frau. Leider sieht es mit regelmäßigen Einkünften in ihrem Beruf als Heilpraktikerin manchmal nicht ganz so gut aus. Als sie auf einem ihrer Streifzüge durch die Gegend eine in einen Apfelbaum geritzte Nachricht findet, in der ein kleiner Junge eine Haushälterin für seinen Vater sucht, macht sie sich sofort auf den Weg, um sich durch diese Stelle Geld hinzuzuverdienen. Anders als erwartet ist der kleine Junge, der die "Anzeige" aufgegeben hat, längst erwachsen und eigentlich gar nicht auf der Suche nach einer Frau, die sich um Haus und Hof kümmert. Doch durch ihre gewinnende Art bekommt Lilou schließlich die Stelle bei Jules, der sich als ziemlich eigenwillig herausstellt. Widerwillig hat er nach dem Tod seines Vaters vor Jahren das alte Landgut übernommen, auf dem Calvados und Cidre produziert werden. Nach und nach öffnet sie Jules das Herz, sodass er immer mehr die Schönheit der Natur und die Liebe erkennen kann. Doch das Glück ist nicht von langer Dauer. Jules ist schwer krank und dann ist Lilou auch noch in einen Mord verwickelt...

Carsten Sebastian Henn, geboren 1973 in Köln, arbeitet als Schriftsteller, Weinjournalist und Restaurantkritiker. Er ist Chefredakteur des Gault&Millau WeinGuides sowie Redaktionsleiter Deutschland des Weinmagazins Vinum. Er ist Besitzer eines Riesling-Weinbergs in St. Aldegund an der Mosel.

Das Apfelblütenfest erzählt die Geschichte von Lilou und Jules, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Lilou ist lebenslustig, menschenoffen und liebt das Leben. Jules hingegen hadert. Er ist nicht zufrieden mit seiner beruflichen Situation, führt das Landgut mit den vielen Apfelhainen zur Herstellung von Cidre und Calvados mehr aus Pflichtgefühl als aus Leidenschaft, was sich auch an seinen durchschnittlichen Produkten erkennen lässt. Als er dann auch noch unheilbar erkrankt, scheint ihm das Leben nichts mehr zu bieten zu haben, bis Lilou sein Leben auf den Kopf stellt. Carsten Sebastian Henn ist mit seinem Werk eine unterhaltsame und romantische Sommerlektüre gelungen, die einiges an Herzschmerz in sich bereit hält. Detailreiche Landschaftsbeschreibungen wecken die Lust, selbst einmal zur Zeit der Apfelblüte die Normandie zu besuchen und selbst in das französische Landleben und die Calvados-Produktion einzutauchen:

 

"Die Wände hingen voll mit historischen Fotos der Cidre-Produktion, die mit jedem Schritt den Gang entlang ein älteres Datum aufwiesen. Lilou fühlte sich wie in einem Zeittunnel. Da sie sich dem Lager näherten, wurde auch der schwere, reife Duft des Calvados mit jedem Meter voller, als wäre sie ein Wurm, der sich im Apfel dem Kerngehäuse nähert."

 

Auch wenn der Roman zu Beginn sehr vorhersehbar erscheint, beinhaltet er doch einige Überraschungen, die aus Spannungsgründen an dieser Stelle nicht verraten werden sollen. Sprachlich ist die Geschichte leicht verständlich und eignet sich somit bestens für den Urlaub oder Balkon.

Insgesamt ein gelungener Liebesroman, der durch seinen romantischen Spielort und die schönen Landschaftsbeschreibungen besticht und der außerdem noch eine abwechslungsreiche Geschichte bietet.

Deine Meinung zu »Das Apfelblütenfest«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
19.07.2016 18:40:34
Mohnblume

Meine Persönliche Meinung zum Buch

Das Apfelblütenfest, ist ein wundervolles Buch, ich wurde auf es Aufmerksam durch eine Leserunde, für die ich Dankbar bin sonst hätte ich diesen wunderschönen und warmherzigen Roman nicht entdeckt. Ich musste mich beim Lesen schwer beherrschen, das ich den Roman nicht in einem Rutsch durchgelesen habe.

Schon der schön gestaltete Cover mit seinen Stilisierten Blüten, Schmetterlingen und Vögeln stach mir ins Auge, ebenso seine Innenausstattung, und über jedem neue Kapitel ist ein Apfelblütenzweig gezeichnet. Natürlich möchte ich auch das Lesebändchen nicht vergessen.

Ich würde es bereuen nicht gelesen zu haben......


Meine Zusammenfassung zum Inhalt:

In dieser Geschichte geht es in erster Linie um die Heilpraktikerin Lilou und den Landgut Besitzer Jules, der Cidre und Calvados produziert. Lilou setzt setzt sich an ihrem 29. Geburtstag auf ihr Fahrrad und fährt durch die Gegend, unter einem Alten Apfelbaum der in voller Blüte steht macht sie Rast. Dort entdeckt sie in den Baumstamm geritzt eine Stellenanzeige für eine Haushälterin, was sie nicht weiß sie wurde vor vierundzwanzig Jahren von dem achtjährigen Jules dort angebracht.

Da sie knapp bei Kasse ist radelt Lilou zum Landgut der Ligniers. Dort ist man sehr erstaunt, man weiß von nichts, nach langem hin und her, die gute Lilou ist schon hoffnungslos, knickt Jules, Dank seiner Mitarbeitern Claudette ein. Jules, ist zu einem Imponierenden 32 Jährigen Mann herangereift.

Beide sind am wie Feuer und Wasser, es knallt und knistert gewaltig zwischen den beiden, aber Gegensätze ziehen sich ja bekannter weise an. Lilou ist eine quirlige, fröhliche und temperamentvolle junge Frau, mit einem oft sehr losen Mundwerk, sie redet wie ihr der Schnabel gewachsen ist, das macht sie so Liebenswert. Auserdam hat sie ein großes Herz, für ihre Mitmenschen. Jules dagegen, ist brummelig, ruhig oft Ernst, aber verantwortungsvoll. Er trägt eine große Last und Verantwortung für seine Mitarbeiter auf den Schultern. Es kommt wie es kommen muss, beide verlieben sich unsterblich in einander. Als der Himmel voller Geigen zu hängen scheint, Ahnen beide noch nicht das dunkle Wolken am Horizont aufziehen werden, die ihre Liebe und Beziehung auf eine harte Bewährungsprobe stellen wird und das Schicksal noch unbarmherzig zuschlagen wird. Ein Auf und Ab mit vielen unvorhergesehenen Wendungen beginnt, als alles am schönsten ist.


Meine Meinung zum Schreibstil des Autors:

Carsten Sebastian Henn,hat finde ich hat einen wundervollen, bittersüßen voller Emotionen Roman mit „ Das Apfelblütenfest „ mit viel Tiefgang geschaffen. Es ist eine tragische Liebesgeschichte, die einem sehr berührt und zu Herzen geht und alle Sinne berührt. Teils geht es Lustig und unbeschwert zu, aber es gibt auch traurige Phasen, wo alles sehr zerbrechlich wirkt, durch herbe Verluste und Schicksalsschläge. Eine Geschichte voller unvorhergesehener Wendungen, die einem im Atem halten, hoffen und bangen lassen, uns verdeutlicht wie zerbrechlich und vergänglich alles ist. Das man wie Lilou, jeden Tag bewusst genießen sollte. Sein Schreibstil fand ich Klar, überzeugend, Authentisch und mitreißend. Seine Figuren wirken sehr real und lebendig, er verleiht ihnen Körper und Seele. Er lässt die Sorgen, Nöte und die Freude der Menschen rüber kommen. Alles ist sehr Liebevoll beschrieben, die Landschaft der Normandie, die blühenden Apfelhaine,das Leben auf dem Landgut. Man sieht, schmeckt und riecht, besonders wenn Lilou kocht, läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Ein bittersüßer Roman, mit einer tragischen Note....