Die letzten Tage von Rabbit Hayes

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Dublin: Transworld Ireland, 2014, Titel: 'The Last Days of Rabbit Hayes', Originalsprache
  • Köln: RandomHouse Audio, 2015, Übersetzt: Nina Petri, Bemerkung: gekürzte Lesung

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Janine Brandstetter
Direkt aus dem Leben gegriffen

Buch-Rezension von Janine Brandstetter Mär 2016

Rabbit Hayes, Mutter einer 12-jährigen Tochter, hat Krebs. Schon vor Jahren hat sie erfahren, dass der Knoten in ihrer Brust bösartig ist - und seitdem kämpft sie. Eine Zeit lang hat es so ausgesehen, als hätte sie diese oftmals tödlich endende Krankheit endlich besiegt, doch dann bricht sich Rabbit ein Bein und bekommt die niederschmetternde Diagnose, dass die Krebszellen gestreut haben und nun in ihren Knochen sind. Ab diesem Zeitpunkt geht es mit Rabbit stetig bergab und schon bald muss sie der Wahrheit ins Auge blicken: sie wird sterben. Allerdings ist Rabbit eine Kämpfernatur und hat nicht vor, ihre Tochter Juliet alleine zu lassen ...

"Vor zwei Wochen hatte sie noch mit Krebs gelebt, jetzt hieß es, sie würde daran sterben und ihre zwölf Jahre alte Tochter im Stich lassen." (S. 30)

Wie lange wird sich Rabbit noch gegen ihr Schicksal wehren? - Das habe ich mich immer wieder gefragt. Rabbits positives und kämpferisch eingestelltes Wesen habe ich von Anfang an bewundert. Eine so starke Frau und Mutter, wie sie in dieser Geschichte dargestellt wird, lernt man sicher nicht so häufig kennen. Sich mit einem solchen Schicksal konfrontiert zu sehen und bis zum Schluss nicht aufzugeben, seinen Mut und seine Stärke beizubehalten und alles Menschenmögliche dafür zu tun, damit die eigene Tochter nicht beunruhigt wird, ist erstaunlich.

Ja, Rabbit ist schon eine bemerkenswerte Frau, aber verwunderlich ist das nicht, schließlich ist sie eine Hayes. Die ganze Familie Hayes ist einzigartig und jedes Familienmitglied ist auf seine Weise stark. Besonders einmalig ist allerdings Molly, Rabbits Mutter. Molly ist selbstbewusst und scheint niemals aufzugeben. Auch ihr Humor, den sie bis zuletzt, auch in so einer schweren Zeit, zum Ausdruck bringt, ist Balsam für die Seele ihrer sterbenden Tochter und vermittelt ihr und allen Angehörigen eine gewisse Normalität, die sie in so einer Situation scheinbar dringend benötigen ...

"In Gedanken waren sie beide bei ihrer Tochter und bei der Frage, wie lange sie noch so tun konnten, als würde alles wieder gut." (S. 211)

Einerseits fand ich diese gespielte Sorglosigkeit und das so-Tun-als-wäre-alles-gar-nicht-so-schlimm in Ordnung, also in Ordnung im Sinne von Krisenbewältigung bzw. nicht anders mit einer traurigen Situation umgehen zu können. Andererseits war es schade, oder hat mich manchmal sogar etwas genervt, dass die gesamte Familie Hayes, zumindest in Rabbits und Juliets Anwesenheit, permanent ihre negativen Gefühle runtergeschluckt und niedergelächelt hat. Manchmal hätte ich mir mehr Mut von den Charakteren gewünscht: der Wahrheit ins Auge zu blicken, über Rabbits nahenden Tod zu reden, den belastenden Gefühlen einfach freien Lauf zu lassen und beispielsweise zu weinen, wenn ihnen zum Weinen zumute war. Die "Friede-Freude-Eierkuchen-Maske" einfach mal fallen zu lassen.

"Sei nicht so scheißdramatisch, Rabbit!"
Rabbit drehte sich um und sah ihre Mutter an. "Sei nicht so scheißdramatisch? Ich sterbe, verdammt noch mal, Ma! Wenn ich jetzt nicht dramatisch sein darf, wann denn dann?" (S. 333)

Abgesehen vom Verhalten so mancher Familie-Hayes-Mitglieder, das mir nicht immer verständlich war, bin ich sehr begeistert von diesem Buch. Die Geschichte ist authentisch erzählt, wirkt wie direkt aus dem Leben gegriffen, regt zum Nachdenken über die Endlichkeit des körperlichen Daseins nach und konnte mir wegen all den nahe gehenden Momenten zum Schluss sogar ein paar Tränen entlocken.

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