Winterdreieck

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Paris: Le Éditions de Minuit, 2014, Titel: 'Le triangle d´hiver', Originalsprache
  • Berlin: Klaus Wagenbach, 2016, Seiten: 144, Übersetzt: Antje Peter

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Kathrin Plett
Schriftstellerin auf Abwegen

Buch-Rezension von Kathrin Plett Feb 2016

Wenn das Leben gerade einmal nicht so läuft, einem der eigene Job nicht mehr gefällt oder man einfach keine Lust mehr darauf hat, täglich aufzustehen, sich bei der Arbeit abzumühen um doch nur die irgendwann gemachten Schulden abzuzahlen, wäre es nicht schlecht, die alte Identität abzulegen und in eine neue zu schlüpfen. Einfach einen neuen Namen annehmen und fortan ein schöneres, angenehmeres Leben führen und keine Sorgen mehr haben. Echt schade, dass dies in Wirklichkeit nicht möglich ist. Oder etwa doch?

Mademoiselle ist arbeitslos. Die Angebote, die ihr das Arbeitsamt macht, sind überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Wären da nur nicht die vielen Schulden, dann wäre das Leben auf einen Schlag viel einfacher. Bei der Dame, die ihr bei der Suche nach einer passenden Tätigkeit helfen möchte, ist sie längst als hoffnungsloser Fall abgestempelt und kein gern gesehener Kunde mehr. Doch Mademoiselle hat die ideale Idee: Sie nimmt den Namen einer Schriftstellerin aus einem Film von Eric Rohmer an und nennt sich zukünftig Bérènice. Aus der selbstverschuldeten, überaus prekären Lage versucht sie sich mithilfe dieser neuen Identität und eines unterwegs aufgegabelten Mannes zu retten. Zunächst funktioniert der Plan: Der Schiffsinspektor nimmt sie mit nach Marseille und dann nach Paris, versucht aber vergeblich, irgendetwas über sie zu erfahren. Als er Zweifel an ihrer Identität bekommt und Nachforschungen anstellt, versucht er sie mit allen Mitteln loszuwerden. Das entpuppt sich jedoch als schwieriger als gedacht...

Julia Deck, geboren 1974 in Paris, studierte Literatur an der Sorbonne, unterrichtete Französisch und absolvierte eine Journalistenschule. Sie arbeitet heute als Redaktionsassistentin bei dem Branchenmagazin Livres Hebdo.

Julia Deck erzählt in Winterdreieck die Geschichte von Mademoiselle, die beschließt, als Schriftstellerin Bérènice ein neues Leben zu beginnen. Um es möglichst bequem zu haben, hält sie es für die beste Idee, sich einen gut situierten Mann zu angeln, der sie dann mitfinanzieren kann. Zu Beginn funktioniert der Plan gut. Sie findet einen netten und ahnungslosen Schiffsinspektor, der ihrem Charme erliegt und ihr mit Geschenken und Einladungen ein schönes Leben ermöglicht. Doch irgendwann fliegt die Sache auf... Julia Deck ist mit ihrem neuesten Roman eine interessante und witzige Erzählung gelungen, die bis zum Schluss durch ihre ungewöhnliche Handlung und ihre sehr spezielle Protagonistin offen und unvorhersehbar bleibt. Mademoiselle lässt sich in keine Schublade stecken. Ihre Ideen und Einfälle sind mehr als außergewöhnlich, sodass sie immer wieder mit neuen Ideen und Aktionen überrascht. Deck schreibt aus Mademoiselles Sicht in der dritten Person, sodass die ganze Zeit eine gewisse Distanz zur Figur erhalten bleibt und der Leser zum stillen Beobachter wird, was gleich zu Beginn deutlich wird:

 

"Mademoiselle ist in ihre Wohnung zurückgekehrt, in der blauen, milden Luft der fünften Nachmittagsstunde. Sie ist die Bassins du Commerce, du Roi und de la Manche entlanggeschlendert und schließlich am Quai de Southampton angelangt, wo sie an einem großen Ensemble gegenüber dem Kreuzfahrtterminal Halt machte."

 

Gleichzeitig entsteht auf diese Weise ein gewisser ironischer Unterton, der neben der bizarren Handlung zum Witz des Buches beiträgt. Stellenweise trägt diese Art von Stil aber auch zum Gefühl einer bestimmten Monotonie bei. Der Leser bleibt auf Distanz und emotional unbeteiligt.

Julia Deck ist mit Winterdreieck eine interessante Geschichte gelungen, die durch ihre originelle Story und ihre spezielle Protagonistin besticht. Die oben genannte Schwäche mindert das Lesevergnügen jedoch insgesamt ab.

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