Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Pirat, 2015, Titel: 'Mördar-Anders och hans vänner (samt en och annan ovän)', Originalsprache
  • München: Der Hörverlag, 2016, Übersetzt: Jürgen von der Lippe, Bemerkung: gekürzte Ausgabe

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Rita Dell'Agnese
Skurrile Geschichte mit Unterhaltungswert

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Dez 2015

Er hat es wieder getan: Der schwedische Autor Jonas Jonasson hat tief in die Kiste des hintergründigen Witzes gegriffen und eine neue Geschichte entwickelt, die skurriler nicht sein könnte. Nach Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand und Die Analphabetin, die rechnen konnte ist dies sein dritter Roman in ähnlicher Richtung. Dass dabei gewisse Ermüdungserscheinungen auftreten, und er da und dort etwas gar stark an der Schraube der humoristischen Phantasie dreht, bleibt da wohl nicht aus. Als Figuren hat der Autor dieses Mal einen Mörder, einen Rezeptionisten und eine Pfarrerin gewählt. Schon diese Zusammenstellung verspricht also eine ungewöhnliche Story.

So klar, wie es zunächst scheinen mag, sind die Fronten nicht. Wohl lebt Mörder Anders zunächst davon, auf Auftrag Menschen Knochen zu brechen. Doch die Gewalt ist ihm nicht in die Seele geschrieben: Als der Mörder sich mit der Bibel auseinanderzusetzen beginnt, ändert sich seine Lebenseinstellung vollkommen und er hat fortan nichts anderes im Sinn, als Gutes zu tun. Das wiederum stürzt den Rezeptionisten Per Persson und die ehemalige Pfarrerin Johanna in Verlegenheit. Das Duo, das sich zufällig auf einer Parkbank begegnete und sich zu einander hingezogen fühlt, lebt nämlich davon, vom Geld, das der Mörder für die Auftrags-Schlägereien bekommt, etwas abzuzweigen. Als die beiden den Ruf den Mörders ein letztes Mal nutzen wollen und zahlreiche Aufträge annehmen, von denen sie wissen, dass sie nie ausgeführt würden, bringen sie eine ganze Reihe von Verbrechern gegen sich auf. Zusammen mit dem Mörder flieht das Paar in einem Wohnmobil quer durch Schweden und gründen schließlich eine eigene Kirche, in der sich der zu Jesus hingezogene Mörder verwirklichen kann. Doch die Verbrecher lassen nicht locker und stöbern die drei auf – mit dem festen Willen, sie umzubringen.

Die Geschichte mäandert durch eine bunte Landschaft. Immer wieder baut Jonas Jonasson kleine Überraschungen ein, die wie ein nur stellenweise zutage tretendes Gewürz in einem Gericht eine besondere Note geben. Doch wie bei einem Gewürz, so spielt auch in dieser Geschichte die Dosierung die entscheidende Rolle. Und da gibt der Autor eine Prise zu viel hinzu. Es ist nicht so, dass dem Leser unbedingt die Lust auf weitere Überraschungen ausgehen würde, doch wird es stellenweise etwas zäh und mag nicht mehr so richtig greifen. Die Faszination des Skurrilen, wie sie die beiden ersten Bücher des Autors auszeichnete, verliert deutlich an Fahrt. Die überzeichnete Darstellung wirkt da und dort so gekünstelt lustig, dass sie an Tempo verliert. Das gilt auch für die Charakteren, die zwar gut gewählt sind, aber mit der Zeit durch ihre ständige Überzeichnung deutlich an Ausstrahlung verlieren.

Jonas Jonasson ist sich selbst treu geblieben, hat einen weiteren Roman mit großem Unterhaltungswert geschrieben und versucht, an den Erfolg der ersten beiden Bestseller anzuknüpfen. Das gelingt im stellenweise auch ausgezeichnet, er kann aber das hohe Niveau nicht ganz halten. Durch seine Gabe, mit den Charakteren zu spielen und immer wieder Neues einzubauen, bleibt der dritte Roman des Autors dennoch auf einer bemerkenswerten Ebene und setzt sich deutlich von anderen Werken ab, die in dieselbe Richtung gehen. Schmunzeln ist auch bei diesem Roman garantiert. Und wer genau hinsehen mag, findet auch eine ganze Reihe von liebenswürdigen, wenngleich etwas schrägen Details.

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Letzte Kommentare:
05.07.2016 01:08:52
Gert Samuel

Wie lassen sich die wenigen Sätze zur Lektüre von „Mörder Anders…“ treffend überschreiben? Keine Ahnung.
Vielleicht können diejenigen, die den „Hundertjährigen…“ und die „Analphabetin…“ nicht gelesen haben, mit "Mörder Anders…“ ja etwas anfangen. Ich kann es nicht. Vergeblich habe ich nach etwa 50 Seiten darauf gewartet, dass sich die Distanz zu den Hauptakteuren auflöst und verschwindet, dass es „klick“ macht und sich Spaß und ein Gefühl von Unterhaltung beim Lesen einstellen möge. Ich habe noch bis zur Hälfte des Buches gehofft, dass etwas in diese Richtung eintreten werde – vergebens. Die Hauptpersonen bleiben mir fern, sind überdeutlich konstruierte Retorten-Produkte, die wie Roboter in einer zusammengebastelten Geschichte, die zudem beinahe jeglicher Komik entbehrt, von einem unsinnigen "Abenteuer" ins nächste geschoben werden. Ich habe dieses Sammelsurium nur deshalb zu Ende gelesen, weil ich wissen wollte, wie der Autor aus dieser Nummer herauskommt.

Das dritte Buch von Jonas Jonasson ist ganz gewiss kein Abklatsch der ersten Bücher, es ist (leider) vollkommen missraten. Dass er es viel besser kann, das zeigen die beiden Vorgänger.

Bevor Sie dieses Buch verschenken, sollten Sie es selbst erst lesen. Freude hatte ich dabei nicht.

19.02.2016 17:48:24
Sandra K.

Äh, ich habe da mal eine Frage.
Weil mir gerade etwas langweilig ist, wusel ich so durch die Belletristik-Couch.
Klicke mal hier, mal da und habe mal "Autoren von A bis Z" angeklickt.
Und da stoße ich auf "Jonas Jonasson: Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind".
Im Internet steht, daß das Buch vorraussichtlich erst ab dem 07.04.2016 erhältlich ist.
Wie kann man denn dann eine Meinung zu diesem Buch haben bzw. es auf der Säule bewerten?

19.02.2016 16:40:59
Esra

Wer hat den Text für "In Kürze:" geschrieben?
Sollte Lesen nicht den Sinn für die richtige Rechtschreibung schärfen?
Der Text hat jede Menge Fehler.
Lieber Schreiber von "In Kürze:" Bitte die Fehler korrigieren, sonst traue ich mich nicht, das neue Buch von Jonas Jonasson zukaufen, weil ich dann ständig denken muß, daß dort Ihre Rechtschreibfehler sind.
Danke!

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